Sittsamkeit (teil 1 von 3): Eine Übersicht
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Beschreibung: Die Bedeutung und Wichtigkeit von Sittsamkeit in der islamischen Ethik und wie sie sich von der westlichen Vorstellung unterscheidet.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 10 Jan 2011 - Zuletzt verändert am 14 Feb 2011
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> Gottesdienst und Leben
> Islamische Sitten und Gebräuche
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Sittsamkeit und Schamhaftigkeit spielen eine besondere Rolle zwischen
den Angelegenheiten des Schöpfers und der Geschöpfe. Alle Propheten und
Gesandten forderten Schamhaftigkeit, wie der Prophet, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, sagte:
“Wahrlich, von den Lehren der ersten
Propheten, die uns erreichten, war: ´Wenn ihr keine Scham habt, dann tut, was
ihr wollt.” (Al-Bukhari)
Sittsamkeit im Sinne von Scham oder
Bescheidenheit bei Menschen ist ein Zurückschrecken der Seele vor schlechtem
Verhalten, eine Eigenschaft, die einen davon abhält, sich gegenüber anderen
schlecht zu benehmen oder andere zu ermutigen, sich dir gegenüber schlecht zu
benehmen. Nach den islamischen Sitten ist Sittsamkeit mehr als wie eine Person
sich bekleidet und mehr als nur Sittsamkeit vor den Menschen; sie spiegelt sich
eher in der Sprache, Kleidung und Verhalten des Muslim wieder: öffentlich unter
den Blicken der Menschen und privat vor Gott. Jede Unterhaltung über Sittsamkeit
muss daher mit dem Herzen beginnen, nicht mit dem Rocksaum, denn, wie der Prophet
der Gnade sagte: ‘Schamhaftigkeit ist ein Teil des Glaubens,’
und dieser Teil des Glaubens muss im Herzen liegen.
Halte dich zurück in der Rede. Wie alles
im Islam, sollte das Sprechen gemäßigt sein. Die Stimme im Ärger zu erheben,
zeigt lediglich die Unfähigkeit des Menschen, sich zu beherrschen, und es wird
nur Schaden davon ausgehen. Unkontrollierte Wut beispielsweise kann zu
verbalem Missbrauch und physischen Übergriffen auf den anderen führen, beides
lüftet den Schleier der Schüchternheit, der einen umgibt, enthüllt das Ego, für
das man sich schämen sollte. Der Prophet sagte:
“Eine starke Person ist nicht eine
Person, die ihre Gegner zu Boden wirft. Eine starke Person ist die Person, die
sich zurückhält, wenn sie zornig ist.” (Sahieh al-Bukhari)
Eine starke Person, die gläubig ist,
schämt sich vor Gott und Seiner Schöpfung, denn Gott weiss und sieht alles.
Sie schämt sich davor, ihrem Hernn ungehorsam zu sein und sie schämt sich, wenn
sie sündigt oder sich unangebracht verhält, egal ob privat oder öffentlich. Diese
Art der Sittsamkeit ist erworben und steht in direkter Verbindung zum Glauben,
wo das Bewusstsein von der Allgegenwärtigkeit Gottes die „Schamhaftigkeit“ vor
Ihm verstärkt.
Die islamische Moral teilt Schamhaftigkeit
in natürlich und erworben. Schamhaftigkeit ist eine Eigenschaft, die Mädchen
und Jungen angeboren ist, eine bestimmte Art der Schamhaftigkeit ist bei
menschlichen Wesen ganz natürlich. Sie zeigt sich zum Beispiel darin, dass
Menschen das Bedürfnis haben, ihr Geschlecht zu bedecken. Gemäß dem Qur´an
wurden sich Adam und Eva nachdem sie von der Frucht des verbotenen Baumes
gegessen hatten, bewusst, dass ihre Geschlechter zu sehen waren, und sie
begannen, sich mit den Blättern des Paradieses zu bedecken, als natürliches
Ergebnis ihrer Schamhaftigkeit.
Islamische Gelehrten sehen Schamhaftigkeit
als eine Eigenschaft an, die Menschen von Tieren unterscheidet. Tiere folgen
ihren Instinkten, ohne irgendwelche Scham oder irgendeinen Sinn für richtig und
falsch zu haben. Je weniger Schamhaftigkeit eine Person daher besitzt, umso
mehr ähnelt sie den Tieren. Je mehr Schamhaftigkeit eine Person besitzt, umso
näher ist sie den Menschen. Der Islam hat bestimmte Regelungen bestimmt, die
den Sinn für Schamhaftigkeit im Menschen wecken. Diese Regelungen reichen
davon, um Erlaubnis zu bitten, bevor man irgendeinen Raum betritt und davon,
von anderen Abstand zu suchen, wenn man sich Erleichterung verschafft, bis hin
zu bestimmten Bekleidungsvorschriften sowohl für Männer als auch für Frauen.
Eine andere Form der Schamhaftigkeit kann erreicht werden, indem man sich den
schamhaftigen Menschen anschließt – Menschen, in deren Gegenwart man sich
schämt, irgendetwas Schämenswertes zu tun – wie der Prophet sagte:
“Ich rate euch, Gott, dem Erhabenen,
gegenüber ebenso schamhaft zu sein, wie ihr es einem frommen Mann aus eurem
Volk gegenüber seid.”
Schamhaftigkeit vor dem Blick eines
Fremden ist eine der Antriebskräfte hinter der Scham bei der Bekleidung. Dies
kann man bei Kindern beobachten, die sich ganz natürlich vor Fremden schämen,
sich manchmal hinter den Röcken ihrer Mutter oder den Beinen ihres Vaters
verstecken. Im Islam ist es eine Pflicht, seinen Körper vor den Blicken eines
Fremden, insbesondere vom anderen Geschlecht, abzuschirmen, um Dinge zu vermeiden,
die zu außerehelichem oder vorehelichem Geschlechtsverkehr führen könnten. Gott
sagte:
“Sag zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre
Blicke senken und ihre Scham hüten. Das ist lauterer für sie. Gewiss, Gott
ist Kundig dessen, was sie machen. Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen
ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen,
außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den
Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen.” (Quran 24:30)
Der Vers erwähnt dann die Menschen, vor
denen man sich nicht zu verschleiern braucht; diejenigen, die nicht als ´Fremde´
bezeichnet werden können. Auch wird der Befehl gelockert, wenn man reifer
wird: eine ältere Frau, die keine Hoffnung auf Heirat mehr hat, kann die
Überbekleidung weglassen, die das was sie darunter trägt, verdeckt.
Wie man an diesem Vers sehen kann, sieht
die islamische Ethik Schamhaftigkeit nicht lediglich als Wert für Frauen,
sondern auch für Männer. Daher müssen auch Männer sich anständig bekleiden,
darauf achten, weite, fließende und undurchsichtige Kleidung zu tragen, welche
die Zone zwischen ihrem Bauch und den Knien völlig bedeckt. Enge Hosen oder
durchscheinende Kleidung sind verboten. Diese Schamhaftigkeit spiegelt sich
bei muslimischen Männern auf der ganzen Welt wieder: lange Hemden und weite,
fließende Hosen.
Es mag immer noch so scheinen, dass Frauen
die Hauptlast der “anständigen Bekleidung” tragen. Wenn man aber über den
Räuber und die Beute in unerlaubten Beziehungen zwischen den Geschlechtern nachdenkt,
dann ist die Beute, die versteckt ist, dem Räuber als Opfer versagt. Außerdem
sagt ein anderer Vers, dass die Schamhaftigkeit in der Bekleidung einen
tatsächlich als gläubige Frau identifiziert,
ein ´Ziel´, der der ergebene Muslim oder jeder vernünftige Mann,
lieber beschützen als missbrauchen sollte.
Die Art und Weise, Schamhaftigkeit zu
entwickeln, ist, darüber nachzudenken, ob er oder sie die Sünde, die sie
vorhaben, auch vor seinen Eltern begehen würde. Jemand mit einem Fünkchen
Schamgefühl in seinem Herzen wird nie irgendetwas Unzüchtiges vor seinen Eltern
tun. Wie sieht es also damit vor Gott aus? Ist Gott es nicht eher wert, dass
solche Taten nicht vor Seinem Angesicht getan werden? Daher erhebt der Islam
den Anspruch, dass die Schamhaftigkeit vor Gott größer sein muss als vor den
Menschen. Dies geht aus der Aussage des Propheten hervor, als er von einem
Mann über das Nacktsein, wenn man allein im Hause ist, befragt wurde. Der
Prophet antwortete:
“Gott gebührt das Schamgefühl mehr
als anderen Menschen.” (Abu Dawud)
Frühe Muslime pflegten zu sagen: “Schäme
dich genauso vor Gott, wenn du allein bist, wie du dich schämst, wenn du in der
Öffentlichkeit vor den Menschen bist.” Eine andere Aussage von ihnen ist:
„Benimm dich in der Öffentlichkeit nicht wie ein ergebener Diener Gottes, wenn
du Ihm im Privaten ein Feind bist.”
Schamhaftigkeit kann daher als ein Mittel
angesehen werden, durch das Sitten und Moral in der Gesellschaft aufrecht
erhalten und verfolgt werden. Schamhaftigkeit vor den Menschen und vor der
Gesellschaft kann ein Grund dafür sein, anständig zu sein, aber dieser Anstand
wird nicht von Dauer sein, denn Tatsache ist, dass das, was einen Tag in einer
sekulären Gesellschaft als unanständig gilt, kann in einer anderen völlig in
Ordnung sein. Daher ist der Schlüssel zum Anstand, zu wissen, dass Gott dessen
gewahr ist, was du tust und sich sich vor dem zu schämen, was Er verbietet. Gott
will nur das Beste für uns. Daher bedeutet das, zu suchen, was das beste für
uns ist und uns dem zu unterwerfen, was Er für uns vergesehen hat. Der
einzige Weg genau zu wissen, was das ist, ist an das zu glauben, was Er uns
durch Seinen Propheten, Muhammad, herabgesandt hat, und die Religion (des Islam)
anzunehmen, die uns Sein Gesandter gebracht hat.
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Sittsamkeit (teil 2 von 3): Geschichten über Sittsamkeit I
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Beschreibung: Drei Geschichten von den Überlieferungen des Propheten demonstrieren die Verbindung zwischen den Charaktereigenschaften der Sittsamkeit wie Schamhaftigkeit, und dem Benehmen, das als Ergebnis ihrer aktiven Verfolgung entsteht.
von Umm Salman, herausgegeben von Jeremy Boulter (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 17 Jan 2011 - Zuletzt verändert am 17 Jan 2011
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> Islamische Sitten und Gebräuche
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Muhammad und Sittsamkeit vor Gott
Der Prophet, Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, sagte:
“Jede Religion hat ihre Merkmale, und
das Merkmal des Islam ist Sittsamkeit.” (al-Muwatta)
Sittsamkeit im Sinne von Schüchternheit
schützt einen mit Anstand vor lustvollen oder schlechten Blicken, das bedeutet,
man nimmt sich in acht, wie man sich in Wort und Tat ausdrückt. Man möchte
nicht, dass andere einen befremdet ansehen oder so als müsse man sich schämen.
Es ermutigt einen, ein anständiges Benehmen und eine anständige Denkweise
anderen Menschen gegenüber an den Tag zu legen, und auch in seiner Beziehung zu
Gott. Der Prophet sagte einmal zu seinen Gefährten:
“Seid Gott gegenüber schüchtern gemäß
Seinem Recht auf Sittsamkeit Ihm gegenüber.”
Sie sagten: “O Gesandter Gottes,
wahrhaftig, wir schämen uns, gepriesen sei Gott.”
Er sagte: “Das ist es nicht. Sittsamkeit
vor Gott wie es Seinem Recht entspricht, ist dass ihr euren Verstand bei dem,
was er lernt, beschützt; euren Magen bei dem, was er verdaut. Und gedenkt des
Todes und der Prüfungen, die damit zusammenhängen; und wer auch immer das
Jenseits anstrebt, läßt den Schmuck dieses Lebens.
Wer also dies alles tut, ist wirklich
schüchtern vor Gott, Seinem Recht auf Sittsamkeit entsprechend.”
Sittsamkeit und Schamhaftigkeit kommen in
jedem Aspekt unseres Lebens zum Ausdruck, und das Bewusstsein von der
Allgegenwärtigkeit Gottes hilft uns dabei, schüchtern und anständig zu sein in
der Art wie wir uns in jeder alltäglichen Angelegenheit verhalten. Dies krönt den
moralischen Anstand des Benehmens und der Taten, denn es inspiriert uns dazu,
alles Schöne zu tun und alles Schlechte zu unterlassen. Es ist das
Schutzschild der Keuschheit für den Körper und der Reinheit der Seele, denn das
Schamgefühl über unsere Schlechtigkeit entstammt dem Bewusstsein, dass Gott uns
sieht. Der Prophet sagte:
“Die Schamhaftigkeit ist vom Glauben und
der Glaube ist im Paradies.” (Ahmed)
Muhammad und das Hochzeitsmahl
Zu seiner Hochzeit in Medina mit Zainab,
der Tochter von Jahsch, lud der Prophet die Menschen zu einem Hochzeitsessen
ein. Es war eine Einladung am späten Vormittag und die meisten Menschen
standen nach dem Essen auf und gingen, wie es der Brauch war. Der Bräutigam aber
blieb sitzen und manche Leute ebenfalls, vielleicht dachten sie, es sei ein
Zeichen, dass auch sie bei ihm bleiben sollten, nachdem die anderen Gäste
bereits weggegangen waren. Aus Anstand wollte der Gesandte Gottes den Menschen
nicht sagen, dass sie gehen sollten und so verließ er mit seinem Schützling Ibn
Abbas den Raum.
Er ging so weit wie das Zimmer Aischas,
einer anderen seiner Frauen, bevor er wieder zu Zainabs Zimmer zurückging, in
der Erwartung, dass die Gäste den Hinweis verstanden haben. Aber sie waren
noch immer dort und saßen an ihren Plätzen, also wandte er sich nochmals um und
ging zurück bis zu Aischas Zimmer, noch immer in Begleitung seines
Schützlings.
Als er zum zweiten Mal zurückkam, waren
die Leute fort, also ging der Gesandte Gottes hinein. Ibn Abbas wollte ihm
folgen, aber Muhammad nahm den trennenden Vorhang und zog ihn vor die
Eingangstür, den Ausgang blockierend.
Eine der Lektionen, die wir aus dieser
Geschichte ziehen sollten, ist dass das Haus einer Person privat ist und dass
man sich schämen sollte, eine Einladung dorthin auszunutzen. Darüberhinaus
weil Muhammad zu nett war, um die Menschen aufzufordern, zu gehen, liefern
seine Taten ein Beispiel dafür, wie man eine Lektion erteilt, ohne offensiv zu
sein. Er benutzte keine Worte, um den Menschen zu zeigen, dass sie gehen
sollten, und als seine Privatsphäre betroffen war, verwendete er eine andere
Geste ohne Worte, um zu zeigen, dass die Einladung vorbei war.
Moses und Zaphorah
Nachdem sie lange Zeit gewartet hatten, bis
sie an der Reihe waren, als zwei Frauen unter lauter Männern, half ihnen
schließlich jemand, und sie waren in der Lage, ihre Schaf- und Ziegenherde nach
Hause zu bringen. Ihr Vater war alt, und sie hatten keinen Bruder, der ihre
Pflichten außerhalb erledigen konnte. Eine der beschwerlichsten Aufgaben,
Wasser aus dem Brunnen zu holen, um die Tiere zu tränken, war eine Arbeit für
Männer; ein glücklicher Tag für sie, mit der frisch getränkten Herde frühzeitig
nach Hause zu kommen. Der Vater war über ihre zeitige Rückkehr überrascht und
als er sie fragte, was geschehen sei, erzählten seine Töchter ihm, dass ein
Mann, scheinbar ein Reisender, ihnen geholfen habe. Der Vater bat eine von
ihnen, den Mann zu suchen und zu ihnen nach Hause einzuladen. Zurück am
Brunnen näherte sich die Frau ihm schüchtern. Als sie in Hörweite war, lud sie
ihn im Namen ihres Vaters ein, damit er ihn für seine Hilfe danken konnte. Er
hatte seinen Blick zum Boden niedergeschlagen, als er ihr antwortete und sagte,
er habe es nur für Gott getan und brauche keine Entlohnung. Aber ihm wurde
klar, dass Gott ihm Hilfe sandte, daher nahm er die Einladung an. Als sie vor
ihm ging, wehte der Wind ihr Kleid und zeigte einen Teil ihrer Beine, deshalb
bat er sie, hinter ihm zu gehen und ihm den Weg zu weisen, dem er folgen sollte,
als er an eine Weggabelung kam.
Sobald sie im Haus angekommen waren,
empfing der Vater ihn mit einem Mahl und fragte, woher er käme. Der Mann
berichtete, er sei ein Flüchtling aus Ägypten. Die Tochter, die ihn nach Hause
gebracht hatte, flüsterte ihrem Vater zu: „O Vater, heuere ihn an, denn der
beste Arbeiter ist der, der stark und vertrauenswürdig ist.“
Er fragte sie: “Woher weisst du, dass er
stark ist?”
Sie sagte: “Er hob den steinernen Deckel
des Brunnens, der sonst nur von vielen zusammen angehoben werden kann.”
Er fragte sie: „Woher weisst du, dass er
vertrauenswürdig ist?“
Sie sagte: “Er bat mich, hinter ihm zu
gehen, damit er mich nicht sehen könnte, wie ich gehe, und als ich mit ihm
sprach, hielt er seinen Blick aus Schüchternheit und Respekt gesenkt.”
Dies war der Prophet Moses, Gottes Friede
sei mit ihm, der aus Ägypten geflohen war, nachdem er jemanden getötet hatte
und der Vater der Mädchen war ein gottesfürchtiger Mann vom Stamm Midian; ein
Mann, der keine Söhne besaß, aber diese beiden Töchter.
Der Vers aus dem Qur´an, der uns diese
Geschichte berichtet, betont die Art und Weise, wie sie sich Moses näherte:
“Und eine der beiden (Frauen) kam zu ihm
gelaufen voller Scham…” (Quran 28:25)
Sowohl die Art, wie Zaphorah sich Moses
näherte als auch seine Sorge, nicht mehr von ihr zu sehen, als zu der Zeit nötig
war, beschreibt genau diesen Sinn für Anstand. Keiner der beiden hatte eine Anstandsdame,
noch hätten irgendwelche Menschen sehen können, was sie taten, und dennoch
verhielten sich beide äußerst schicklich. Dies taten sie aus Furcht vor dem
Einen, der alles sieht. Als Ergebnis dessen betrachtete Moses sie, als ihr
Vater Moses vorschlug, eine seiner Töchter zu heiraten, als eine geeignete
Wahl. Er und seine Töchter sahen in ihm alle die Werte, die ein Mann braucht,
um einer Frau ein Partner im Einverständnis mit seiner Führung und Ernährung im
Leben zu sein. Moses willigte ein und auch darin, zehn Jahren dafür als
Schafhirte zu arbeiten.
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Sittsamkeit (teil 3 von 3): Geschichten über Sittsamkeit II
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Beschreibung: Drei weitere Geschichten von den Überlieferungen des Propheten demonstrieren den Charakterzug der Sittsamkeit und den Sinn für Schamhaftigkeit, der ihr unterliegt und sie begleitet und in unseren Taten wertvolle Schicklichkeit hervorruft.
von Umm Salman, herausgegeben von Jeremy Boulter (© 2011 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 24 Jan 2011 - Zuletzt verändert am 24 Jan 2011
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Muhammad und der Wiederaufbau der Kaaba
Die Moral des Propheten Muhammads, Gottes Segen und Frieden seien auf
ihm, war der bekannteste Charakterzug seiner Persönlichkeit. Selbst als er
noch sehr jung war, war sein Sinn für Schamhaftigkeit in der offenen
Gesellschaft der Araber vor dem Islam bemerkenswert. Einmal nachdem die
Schätze aus dem Inneren gestohlen worden waren, bauten die Leute die Kaaba mit
einem Dach wieder auf, um Diebe am nochmaligen Eindringen zu hindern.
Muhammad, der noch ein junger Mann war, beteiligte sich daran. Er ging mit
seinem Onkel, al-Abbas, um Steinblöcke zu tragen. Sein Onkel sagte ihm, er
solle seinen Sarong
um seinen Nacken legen, um sich vor den scharfen Kanten der
schweren Felsen zu schätzen.
Als er dabei war, diesen empfindlichen Rat
auszuführen, wurde ihm schwindelig und er wurde ohnmächtig. Seine Augen
blickten starr zum Himmel, während er mit dem Rücken auf dem Boden lag, sein
Sarong war gelockert, bedeckte aber noch immer sein Geschlecht. Wenige
Augenblicke später kam er zu sich und rief: “Meine Kleidung meine Kleidung!”
Hastig band er seinen Sarong wieder sicher
um sich. Niemals wieder in seinem Leben würde irgendjemand außerhalb seiner
Familie auch nur einen flüchtigen Blick auf seine Lenden werfen.
Die obrige Geschichte wurde von einem der
Gefährten des Propheten, Jabir bin Abdullah, berichtet und zeigt Muhammads
stärksten Sinn für Schamhaftigkeit und Schicklichkeit über seinen Körper
eingegeben war, auch schon vor dem Prophetentum. Er war bekannt dafür, dass er
schamhafter war als die abgeschirmteste Jungfrau bevor und nachdem er die
Offenbarung von Gott empfangen hatte.
Moses und die Spötter
Eine andere Geschichte über Moses, Friede
sei mit ihm, zeigt, dass er ähnlich scheu und schüchtern war, wenn es um seinen
eigenen Körper ging, wie der junge Muhammad. Er erschien niemals vor jemandem,
ohne sich vollständig zu bedecken, was einige aus seinem Volk (den Kindern
Israels) dazu führte, ihn verletzend herabzuwürdigen. Sie sagten: „Er bedeckt
seinen Körper nur auf diese Weise, weil er einige Hautschäden hat, entweder
Lepra einen Bruch, oder er hat irgendeine andere Behinderung.”
Gott wollte Moses über das, was sie
sagten, aufklären. Eines Tages, als Moses in der Abgeschiedenheit seine Sachen
abgelegt und auf einen Stein gelegt hatte, begann er, ein Bad zu nehmen. Als
er das Bad beendet hatte, ging er zu seinen Sachen hinüber, um sie zu nehmen und
wieder anzulegen, aber der Stein bewegte sich mit den Kleidern und floh. Trotz
seiner Nacktheit ergriff Moses seinen Stock und rannte hinter dem Stein her und
rief: „O Stein, gib´ mir meine Kleider!“
Aber der Stein floh weiter, bis er eine
Gruppe der Israeliten erreichte, wo er anhielt. Auf diese Weise waren sie in
der Lage, ihn nackt zu sehen und herauszufinden, dass seine Gestalt eine der
besten war, die Gott geschaffen hatte.
So zeigte Gott ihnen, wofür sie ihn
beschuldigt hatten. Moses aber war aufgebracht. Er nahm seine Kleider und
legte sie hastig an, und dann fing er an, den Stein mit seinem Stock zu
schlagen. Der Prophet des Islam, derjenige, der die Geschichte erzählt hat,
schwor, dass der Stein immer noch Spuren von den Schlägen hatte, sogar noch
heute; drei, vier oder fünf Narben. Dies ist es, worauf sich Gott in Seiner
Aussage bezog:
“O ihr, die ihr glaubt! Seid nicht wie jene,
die Moses kränkten; Gott jedoch bewies seine Unschuld in der Sache, die sie
(gegen ihn) vorbrachten. Und er war ehrenwert vor Gott.” (Quran 33:69)
Diese Geschichte zeigt, wie sich Moses
schämte, seinen Körper in der Öffentlichkeit zu zeigen. In der Tat war es nur
seine Wut darüber, der Barriere zwischen seinem Körper und der Welt beraubt zu
sein, die ihn dazu führte, zu gestatten, dass sein ganzer Körper gesehen wurde;
ein Zeigen, das dem Willen Gottes entsprang, damit die Verleumdungen durch
seine Widersacher aufgeklärt wurden. Natürlich machte er nicht Gott dafür
verantwortlich, sondern ließ seine Wut an dem Stein aus – das Mittel, durch das
diese Zurschaustellung angetrieben wurde, und so wurde seine Unschuld von dem,
was die Verleumder behaupteten, bewiesen.
Muhammad und die Quelle im Garten
Die Ansichten der Menschen über das, was
respektabel ist, variieren. Wie viel eine Frau von ihrem Körper vor ihren
Ehemann zeigt, unterscheidet sich von dem, was sie ihrem Bruder zeigt, was sich
wiederum von dem unterscheidet, was sie einem absolut Fremden zeigt und
umgekehrt. Es ist auch wahr, bezüglich dessen, was gestattet ist, von Menschen
desselben Geschlechts zu sehen. Was ein Vater, Bruder oder Sohn von einander
sehen können, unterscheidet sich von dem, was einem Mann außerhalb des
Familienkreises gestattet ist zu sehen; ebenso was eine Mutter, Tochter oder Schwester
von einander sehen im Gegensatz zu einer fremden Frau.
Der Prophet ging einmal in einen Garten,
er bat seinen Gefährten Abu Musa al-Asharie, das Tor zu bewachen. In dem
Garten gab es eine Quelle, und er setzte sich gegen seine Mauer und ließ die
Beine darin baumeln. Nach einer Weile kam Abu Bakr vorbei und wollte den
Garten betreten. Abu Musa ging zum Propheten, um ihm zu sagen, dass sein
Schwiegervater den Garten mit ihm teilen wolle, da sagte der Prophet: „Verkünde
ihm die gute Nachricht, dass ihn die Gärten des Paradieses erwarten und lass
ihn herein.“
Also betrat Abu Bakr, Aischas Vater, den
Garten und saß neben dem Propheten, dessen Sarong bis über seine Knie
hochgezogen war und ließ seine Beine mit ihm in der Quelle baumeln. Kurz
darauf tauchte Umar al-Khattab auf. Er wollte sich ebenfalls in dem Garten
entspannen. Wieder ersuchte Abu Musa den Propheten um Erlaubnis für ihn, indem
er sagte, ein weiterer seiner Schwiegerväter sei am Tor. Er sagte: „Verkünde
ihm die gute Nachricht, dass ihn die Gärten des Paradieses erwarten und lass
ihn herein.“
Umar, Hafsas Vater nahm an der freien
Seite des Propheten Platz und ließ seine Beine neben ihm im Wasser baumeln.
Diese beiden Männer hatten die
Empfindlichkeit neben dem Propheten zu sitzen und so war der Prophet in der
Lage, Anstand zu bewahren, ohne seine untere Bekleidung über seine Knie ziehen
zu müssen.
Einige Zeit darauf ersuchte sein
Schwiegersohn Uthman al-Affan, den seine Tochter Ruqayyah geheiratet hatte,
ebenfalls um Eintritt in den Garten. Als Abu Musa die Botschaft überbrachte,
indem er sagte: „Die Gärten des Paradieses erwarten dich nach einigen
Prüfungen“ und ließ ihn herein. Uthman sah, dass der einzige freie Platz an einer
Mauer die war, an welcher der Prophet und seine Schwiegerväter nicht saßen, was
aber bedeutete, dass er mehr von den Beinen des Propheten zu sehen bekäme als
sie. Da er zögerte, zog der Prophet seinen Sarong über seine Knie und Uthman
nahm ihm gegenüber Platz.
Der Islam lehrt, dass es einige
Körperstellen gibt, die in der Öffentlichkeit nicht entblößt werden sollten und
je näher diese Stellen dem Geschlecht sind, desto mehr ist es verboten, sie zu
zeigen. Obwohl alle drei Männer, die mit ihm saßen, durch enge Familienbande
mit ihm verbunden waren, was der Grund dafür war, dass er sie seine Knie sehen
lassen hat. Als aber die Oberschenkel des Propheten hätten gesehen werden
können, hat er etwas unternommen, um sie zu verstecken.
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