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Die erste Säule des Islam: Das muslimische Glaubensbekenntnis
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Beschreibung: Eine Einführung zur ersten Säule des Islam: das muslimische Glaubensbekenntnis oder die Schahada, daß niemand der Anbetung würdig ist, außer Gott, und Muhammad der Gesandte Gottes ist und verschiedene Bedeutungen, die sie miteinschließt.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 31 Mar 2008 - Zuletzt verändert am 31 Mar 2008
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Kategorie: Artikel
> Gottesdienst und Leben
> Die fünf Säulen des Islam und andere Formen des Gottesdienstes
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Alle praktizierenden Muslime akzeptieren
den Glauben an die ´Sechs Glaubensartikel´, und sie sind verpflichtet, den
´Fünf Säulen´ zu folgen. Diese sind:
1. Das Glaubensbekenntnis der
Muslime oder Schahada
2. Das Rituelle Gebet oder Salah
3. Die verpflichtenden Almosen
oder Zakah
4. Das Fasten oder Saum
5. Die Pilgerreise oder Hajj
Die erste Säule
Das Glaubensbekenntnis der
Muslime
Die Schahada ist das
Glaubensbekenntnis der Muslime und die erste der ´Fünf Säulen´ des Islam. Das
Wort Schahada bedeutet auf arabisch ´Bezeugung´. Die Schahadah soll
zwei Dinge bezeugen:
(a) Nichts ist der Anbetung würdig
außer Gott (Allah).
(b) Muhammad ist der Gesandte Gottes
(Allahs).
Ein Muslim ist einfach jemand, der Zeugnis
ablegt und bezeugt, daß “Nichts der Anbetung, Verherrlichung und Verehrung
würdig ist außer Gott und Muhammad ist der Gesandte Gottes.” Durch diese
einfachen Erklärung wird man ein Muslim.
Es muß wenigstens einmal im Leben mit dem
vollständigen Verständnis seiner Bedeutung und mit der Bestätigung des Herzens
gesagt werden. Muslime sagen es, wenn sie am Morgen aufstehen und bevor sie am
Abend schlafen gehen. Es wird fünfmal am Tag beim Gebetsruf in jeder Moschee
wiederholt. Jemandem, der die Schahada als seine letzten Worte in
diesem Leben spricht, dem ist das Paradies versprochen.
Viele Menschen, die den Islam nicht
kennen, haben Bemerkungen über Allah, womit Muslime Gott bezeichnen, mißverstanden.
Allah ist der eigentliche Name für Gott auf arabisch, so wie “Elah”,
oder häufig auch “Elohim” der eigentliche Name Gottes auf Aramäisch ist,
der im Alten Testament erwähnt wird. Allah ist ebenfalls Sein
persönlicher Name im Islam, genau wie “YHWH” Sein persönlicher Name im
Judentum ist. Eher noch als die hebräische Bedeutung von “YHWH” als “Der,
Der ist”, kennzeichnet Allah auf arabisch den Aspekt, daß Er “Die
Eine Wahre Gottheit, Der alle Anbetung gebührt” ist. Arabisch sprechende
Juden und Christen benennen das Allerhöchste Wesen ebenfalls Allah. Allah
ist der persönliche Name des Einzigen Gottes, der genau die Namen und
Eigenschaften besitzt, die Er Seinem letzten Propheten Munhammad –Segen und
Heil auf ihm- offenbarte, sowie die Namen und Eigenschaften, die Er den
Menschen nicht offenbarte.
(a) Nichts ist der Anbetung würdig
außer Gott (Allah).
Der erste Teil dieser Bezeugung stellt
fest, dass Gott das exklusive Recht besitzt, innerlich und äußerlich angebetet
zu werden, mit dem Herzen und den Gliedern. In der islamischen Lehre kann
nicht nur kein anderer als Gott angebetet werden, sondern es kann auch absolut keiner
zusammen mit ihm angebetet werden. Er besitzt keine Partner oder
Teilhaber in der Anbetung, Verherrlichung und Verehrung. Anbetung mit all
ihren Bedeutungen und ihrem umfassenden Sinn gebührt Ihm allein. Gottes Recht,
angebetet zu werden, ist die essentielle Bedeutung des Islamischen
Glaubensbekenntnisses: Lā ‘ilāha ‘illā llāh. Man
wird Muslim, indem man das Göttliche Recht auf Anbetung bezeugt. Dies ist der
Kern des islamischen Glaubens an Gott, ja aogar des gesamten Islam. Es wird
als zentrale Botschaft aller Propheten und Gesandten betrachtet, die Gott
geschickt hat: Abraham, Isaak, Ismael, Moses, die hebräischen Propheten, Jesus
und Muhammad -möge Gott seine Erwähnung mehren-. Entsprechend dem heutigen
Alten Testament erklärte Moses zum Beispiel:
“Höre, Israel, der Herr ist unser
Gott, der Herr allein.” (5. Mose 6:4)
Laut dem heutigen Neuen Testament
wiederholte Jesus 1500 Jahre später dieselbe Botschaft, als er sagte:
“Das vornehmste Gebot ist das: ´Höre,
Israel, der Herr, unser Gott, ist allein der Herr.” (Markus 12:29)
…und erinnerte Satan:
“Hebe dich weg von mir, Satan, denn
es steht geschrieben: ´Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und Ihm allein dienen.´”
(Matthäus 4:10)
Schließlich hallte der Ruf Muhammads über
600 Jahre nach Jesus über die Berge von Mekka: ‘Und euer Gott ist ein
Einziger Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allerbarmer, dem
Barmherzigen.’ (Quran 2:163). Sie alle erklärten deutlich:
“Dient Gott! Keinen Gott habt ihr außer Ihm! ”
(Quran 7:59, 7:73; 11:50, 11:84; 23:32)
Aber durch eine einfache wörtliche Bezeugung
allein wird man noch kein vollständiger Muslim. Um ein vollständger Muslim zu
werden, muß man die Anweisungen, die uns Gott durch den Propheten Muhammad
angeordnet hat, genau in die Praxis umsetzen. Dies bringt uns zum zweiten Teil
der Bezeugung.
(b) Muhammad ist der Gesandte Gottes
(Allahs).
Muhammad wurde im Jahr 570 nChr. in Mekka
in Arabien geboren. Seine Vorfahren gehen auf Ismael zurück, einen Sohn des
Propheten Abrahams. Der zweite Teil der Glaubensbezeugung versichert, daß er
nicht nur ein Prophet, sondern auch ein Gesandter Gottes war, also eine höhere
Rolle innehatte, wie auch Mose und Jesus vor ihm. Wie alle Propheten vor ihm,
war er ein menschliches Wesen, aber er wurde von Gott dazu auserwählt, Seine
Botschaft der ganzen Menschheit zu überbringen, nicht nur einem Stamm oder
einem Volk von den vielen. Für die Muslime brachte Muhammad die letzte und abschließende
Offenbarung. Indem sie Muhammad als “den letzten der Propheten” annehmen,
glauben sie, daß seine Prophezeiung alle anderen offenbarten Botschaften
bestätigt und vervollständigt, bei Adam angefangen. Zusätzlich spielte
Muhammad während seines gesamten Lebens eine herausragende Rolle als Beispiel
für die Gläubigen. Das Bemühen des Gläubigen, dem Beispiel Muhammads zu
folgen, spiegelt den besonderen Nachdruck wieder, den der Islam auf die
Ausübung und die Taten legt.
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Die zweite Säule des Islam: Das Gebet
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Beschreibung: Eine Einführung in die zweite Säule des Islam: das rituelle Gebet, seine spirituellen Dimensionen, den Adhan (Gebetsruf) und das Freitagsgebet (Ğumuah).
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 31 Mar 2008 - Zuletzt verändert am 31 Mar 2008
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Kategorie: Artikel
> Gottesdienst und Leben
> Die fünf Säulen des Islam und andere Formen des Gottesdienstes
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Salah ist das
tägliche rituelle Gebet, das allen Muslimen als eine der Fünf Säulen des Islams
auferlegt ist. Es wird fünfmal am Tag von allen Muslimen verrichtet. Salah
ist ein fest umrissener Gottesdienst, es unterscheidet sich von dem spontanen
Gebet aus einer Eingebung heraus. Muslime beten oder richtiger dienen Gott
fünfmal am Tag.:
·
Zwischen dem ersten Morgenlicht und
dem Sonnenaufgang.
·
Wenn die Sonne die Mitte des Himmels
überschritten hat.
·
Zwischen Nachmittag und
Sonnenuntergang.
·
Zwischen Sonnenuntergang und dem
letzten Licht des Tages.
·
Zwischen Dunkelheit und Mitternacht.

Abdullahi Haji-Mohamed kniet beim Gebet,
während er am Cleveland Hopkins International Flughafen auf Fahrgäste wartet,
4. Mai 2005. (AP Photo/Der ehrliche Händler, Gus Chan)
Jedes Gebet sollte mindestens fünf Minuten
dauern, aber es darf verlängert werden, wie es der Betende möchte. Muslime
können an jedem sauberen Ort beten, allein oder in Gemeinschaft, in einer
Moschee oder zuhause, bei der Arbeit oder am Straßenrand, drinnen oder
draußen. Unter besonderen Umständen, wie bei Krankheit, auf der Reise oder im
Krieg, gibt es bestimmte Verfügungen, die den Menschen das Beten erleichtern.
Jeden Tag besondere Zeiten einzuhalten, an
denen sie Gott nah sind, erinnert die Muslime daran, wie wichtig der Glaube ist
und welche Rolle er in jedem Bereich des Lebens spielt. Muslime beginnen ihren
Tag, indem sie sich reinigen und dann im Gebet vor ihrem Herrn stehen. Die
Gebete bestehen aus Rezitationen aus dem Quran auf arabisch und einer Folge von
Bewegungen: Stehen, Beugen, Niederwerfen und Sitzen. Alle Rezitationen und
Bewegungen sind Ausdruck der Unterwerfung, Demut und Huldigung Gottes. Der
verschiedenen Haltungen, die Muslime während ihrer Gebete annehmen, spiegeln
ihre absolute Unterwürfigkeit wieder; die Worte erinnern sie an ihre
Verpflichtungen Gott gegenüber. Das Gebet ruft auch den Glauben an den Tag des
Gerichts wieder wach und ebenso die Tatsache, dass man vor seinen Schöpfer
treten und für sein gesamtes Leben Rechenschaft ablegen muss. So beginnen
Muslime ihren Tag. Im Tagesverlauf ziehen sich die Muslime immer wieder für
wenige Minuten von ihren weltlichen Angelegenheiten zurück und stehen vor
Gott. Dies vergegenwärtigt wieder einmal den wahren Sinn des Lebens.
Diese Gebete dienen im gesamten
Tagesverlauf als ständige Mahnung, die dem Gläubigen dabei hilft, im täglichen
Stress der Arbeit, der Familie und den Ablenkungen des Lebens, sich Gottes
Anwesenheit bewusst zu machen. Das Gebet stärkt den Glauben, das Bewußtsein
der Abhängigkeit von Gott und trägt in das tägliche Leben die Aussicht auf das
Leben, das nach dem Tod kommen wird und auf den Tag des Weltengerichts. Wenn
sie sich zum Beten vorbereiten, richten die Muslime ihre Gesichter nach Mekka,
zur heiligen Stadt, in der sich die Kaaba befindet (ein uralter Ort der
Gottesanbetung, erbaut von dem Propheten Abraham und seinem Sohn Ismael). Am
Ende des Gebets wird die Schahada (Glaubensbezeugung) rezitiert und der
Friedensgruß: “Friede sei mit euch allen und der Segen Gottes” wird zweimal
wiederholt.
Obgleich es in bestimmten Situationen auch
erlaubt ist, das Salah allein zu verrichten, besitzt das
Gemeinschaftsgebet in der Moschee eine besondere Tradition. Die männlichen
Muslime werden aufgefordert, bestimmte Salah wie auch die fünf
Pflichtgebete mit anderen in der Gemeinschaft zu beten. Mit ihren Gesichtern
zur Kaaba nach Mekka gewandt, stehen die Betenden in parallelen Reihen hinter
dem Imam, oder Gebetsführer, der vorgibt, wann sie die erforderlichen Körperhaltungen
einnehmen. In vielen muslimischen Ländern hallt der “Gebetsruf” oder “Adhan”
über die Dächer. Mit Hilfe von einem Megaphon ruft der Muezzin:
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Asch-hadu
an-laa ilaaha ill-Allah (Ich bezeuge, dass niemand der
Anbetung würdig ist, außer Gott).
Asch-hadu
an-laa ilaaha ill-Allah (Ich bezeuge, dass niemand der
Anbetung würdig ist, außer Gott).
Asch-hadu
anna Muhammad-ar-Rasuul-ullah (Ich bezeuge, dass
Muhammad der Gesandte Gottes ist).
Asch-hadu
anna Muhammad-ar-Rasuul-ullah (Ich bezeuge, dass
Muhammad der Gesandte Gottes ist).
Hayya
‘alas-Salah (Kommt zum Gebet!)
Hayya
‘alas-Salah (Kommt zum Gebet!)
Hayya ‘alal-Falah (Kommt zum Erfolg!)
Hayya ‘alal-Falah (Kommt zum Erfolg!)
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
Allahu
Akbar (Gott ist am größten),
La ilaaha
ill-Allah (Niemand ist der Anbetung würdig, außer Gott).

Beim Nachmittagsgebet gesellen sich einige
Schüler der Nuur-ul-Iman Schule zu den Männern der Islamischen Gemeinde von New
Jersey, eine Moschee im vorstädtischen. South Brunswick, N.J., Dienstag, der
13. Mai 2003. Viele muslimische Gemeinden in den Vereinigten Staaten ziehen
aus den Innenstädten in die Vororte. (AP Photo/Daniel Hulshizer)
Freitag ist der
Tag eines besonderen gemeinschaftlichen Gottesdienstes in der islamischen
Woche. Die wöchentliche Versammlung zum Freitagsgebet ist ein wichtiger
Dienst. Das Freitagsgebet ist durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet.
Es fällt in dieselbe Zeit wie das
Mittagsgebet, das es ersetzt.
·
Es muss in einer Gemeinschaft mit
einem Gebetsführer, einem ´Imam´, gebetet werden. Es kann nicht allein
verrichtet werden. Die Muslime im Westen versuchen, ihre Arbeitszeiten so zu
arrangieren, dass es ihnen möglich ist, am Gebet teilzunehmen.
·
Anders als der Sabbath, der ein Tag
des Ausruhens ist, ist der Freitag ein Tag der Hingabe und des zusätzlichen
Gottsdienstes. Einem Muslim ist es erlaubt, am Freitag normal zu arbeiten, wie
an jedem anderen Tag der Woche. Er kann seine üblichen Tätigkeiten fortsetzen,
aber er muss sie für das Freitagsgebet unterbrechen. Nach dem Gottesdienst
kann er seine weltlichen Tätigkeiten wieder aufnehmen.
·
Üblicherweise wird das Freitagsgebet,
wenn möglich, in einer Moschee verrichtet. Manchmal, wenn keine Moschee
verfügbar ist, kann es in einem gemieteten Gebäude, in einem Park oder
ähnlichem stattfinden.
·
Wenn die Zeit für das Gebet kommt,
wird der Adhan gerufen. Dann steht der Imam mit dem Gesicht zu den Zuhörern
und hält seinen Vortrag (auf arabisch: Khutba), ein essentieller Teil
der Zeremonie, der unbedingt erforderlich ist. Während der Imam spricht, hört
jeder Anwesende dem Vortrag still bis zum Ende zu. Die meisten Imame im englischsprachigen
Westen halten den Vortrag auf englisch, aber manche halten ihn auf arabisch.
Jene, die ihn auf arabisch halten, halten oft zuvor eine kurze Ansprache in der
Lokalsprache, bevor sie die Khutba beginnen.
·
Es gibt zwei Vorträge, unterbrochen
von einem kurzen Hinsetzen des Imams. Der Vortrag beginnnt mit Worten, die
Gott loben und preisen, und mit Bittgebeten um Segen für den Propheten
Muhammad, möge Gott ihn loben.
·
Nach dem Vortrag wird unter der Leitung
des Imam gebetet, der die Fatiha und einen anderen Teil des Quran mit lauter
Stimme rezitiert. Wenn dies erfüllt ist, ist das Gebet vollständig.
Besondere Gemeinschaftsgebete, die einen Vortrag enthalten, werden
ebenfalls am frühen Vormittag an den beiden Festtagen verrichtet. Einer davon
ist der erste Tag gleich nach dem Fastenmonat Ramadhan und der andere nach der
Pilgerfahrt oder Hağğ.
Obwohl sie nicht als Pflicht
vorgeschrieben sind, werden freiwillige Gebete, insbesondere während der Nacht
empfohlen und von frommen Muslimen verrichtet.
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Die dritte Säule des Islam: Almosen
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Beschreibung: Eine Einführung zur dritten Säule des Islam, dem Pflicht-Almosen oder Zakat, die spirituelle Bedeutung der Zakat und des Almosen, und wie der Islam das Geld allgemein betrachtet.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 31 Mar 2008 - Zuletzt verändert am 31 Mar 2008
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> Gottesdienst und Leben
> Die fünf Säulen des Islam und andere Formen des Gottesdienstes
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Im Islam wird nicht nur empfohlen, Almosen
zu geben, es ist die Pflicht eines jeden finanziell stabilen Muslim. Jenen
Almosen zu geben, die einen Anspruch darauf haben, ist Teil des muslimischen
Charakters und eine der fünf Säulen der islamischen Lebens-weise. Zakat wird
als Pflicht-Almosen betrachtet; sie ist für alle, die ihr Hab und Gut von Gott
erhalten haben, eine Pflicht, damit sie den bedürftigen Mitgliedern der
Gemeinschaft damit helfen. Völlig gefühllos und ohne Gemeinschaftsgeist
interessieren sich manche Leute nur dafür, wie sie ihren Reichtum horten und
vermehren könne, indem sie ihn mit Zinsen verleihen. Die islamische Lehre
befiehlt genau das Gegenteil dieses eigennützigen Verhaltens. Der Islam
empfiehlt, den Reichtum mit anderen zu teilen und den Leuten dazu zu verhelfen,
auf eigenen Beinen zu stehen und produktive Mitglieder der Gesellschaft zu
werden.
Auf arabisch bedeutet Zakat wörtlich
“Reinigung”, denn Zakat reinigt das Herz des Menschen von Habsucht. Die
Liebe zum Reichtum ist nur zu natürlich, und es bedarf eines festen Glaubens an
Gott, um etwas von seinem Reichtum mit anderen zu teilen. Zakat muss
für verschiedene Kategorien des Eigentums gezahlt werden – Gold, Silber, Geld; Weidetierbestand,
landwirtschaftliche Produkte und geschäftliche Waren – und ist zahlbar ein Jahr,
nachdem es in den Besitz gelangt ist und das Gesamtvermögen eine festgesetzte
Mindestgrenze überschritten hat. Es wird ein jährlicher Betrag von 2,5 % des
Besitzes und Vermögens einer Einzelperson verlangt. (Die Abgabe einer Ernte
oder von Weidetieren wird anders bemessen.)
Ähnlich dem Gebet, das sowohl eine
individuelle als auch eine geimeinschaft-liche Verpflichtung darstellt, bringt
die Zakat den Gottesdienst und die Dankbar-keit eines Muslim Gott
gegenüber zum Ausdruck, indem er Bedürftige unterstützt. Im Islam ist der
wahre Eigentümer aller Dinge nicht der Mensch, sondern Gott. Die Anhäufung von
Reichtum für einen selbst oder damit es das eigene Ansehen vermehrt, wird
verdammt. Reine Anhäufung von Reichtum zählt im Angesicht Gottes überhaupt
nichts. Es ist für den Menschen weder in diesem Leben noch im Jenseits von
Nutzen. Der Islam lehrt den Menschen, dass sie ihren Reichtum mit der Absicht,
davon für ihre eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer zu spenden, vermehren
sollen.
“‘Der Mensch’, sagte der Prophet, ‘sagt:
Mein Reichtum! Mein Reichtum!’ Habt ihr keinen Reichtum, außer dem, was ihr
an Almosen gebt und so bewahrt ihr ihn, bekleidet euch und zehrt davon, eßt und
braucht ihn auf?”
Das gesamte Konzept des Reichtums wird im
Islam als ein Geschenk Gottes betrachtet. Gott, Der diesen Reichtum der Person
zur Verfügung gestellt hat, gab ihm einen Teil davon für die Armen, also
besitzen die Armen einen Anspruch auf den Reichtum der Person. Zakat erinnert
Muslime daran, dass alles, das sie besitzen, Gott gehört. Den Leuten wird ihr
Reichtum als etwas Anvertrautes von Gott gegeben, und Zakat befreit die
Muslime von der Liebe zum Geld. Das Geld, das als Zakat gegeben wird,
ist nichts, das Gott benötigt oder erhält. Er steht über jeglicher Art von
Abhängigkeit. Gott verspricht in Seiner grenzenlosen Gnade Lohn für jene, die
den Bedürftigen helfen, mit der einen Grundvorraussetzung, dass sie Zakat
im Namen Gottes spenden; man sollte keinerlei weltlichen Gewinne von den Zakat-Empfängern
erwarten oder verlangen, noch sollte man seinen Namen als Wohltäter preisen. Die
Gefühle eines Zakat- Empfängers sollten nicht verletzt werden, indem man
ihm das Gefühl vermittelt, minderwertig zu sein oder indem man ihn an die Unterstützung
erinnert.
Geld, das als Zakat gegeben worden
ist, kann nur für spezielle, besondere Dinge verwendet werden. Das Islamische
Gesetz legt fest, dass Almosen nur dafür benutzt werden darf, um Arme, Waisen
und Witwen zu unterstützen, Sklaven und Schuldner zu befreien und um anderen
Bedürftigen zu helfen, wie im Quran (9:60) besonders erwähnt wird. Zakat,
das vor mehr als 1400 Jahren eingeführt wurde, funktioniert in der muslimischen
Gesellschaft als eine Art Sozialversicherung.
Weder die jüdischen noch die christlichen
Schriften loben die Befreiung von Sklaven, indem sie es in den Rang einer
gottesdienstlichen Handlung emporheben. In der Tat ist der Islam die einzige
Religion auf der Welt, welche die Gläubigen anweist, Sklaven finanziell zu
unterstützen, damit sie ihre Freiheit wiedererlangen können und er erhob die
Freilassung eines Sklaven in den Rang der gottesdienst-lichen Handlungen –
sofern es getan wird, um Gott zu gefallen.
Unter den Kalifen war die Sammlung und die
Auszahlung von Zakat Aufgabe des Staates. In der gegenwärtigen
muslimischen Welt ist es dem Einzelnen überlassen, mit Ausnahme mancher Länder,
in denen der Staat diese Rolle teilweise übernimmt. Die meisten Muslime im
Westen verteilen Zakat über islamische Wohlfahrtsverbände, Moscheen oder
sie geben sie direkt den Armen. Geld wird nicht bei religiösen Veranstaltungen
gesammelt oder auf Kollekten-tellern, aber in manchen Moscheen steht eine Sammelbüchse
für jene, die Zakat geben wollen. Von der Zakat abgesehen, wird
außerdem empfohlen, privat noch andere Formen des Almosens, möglichst im
Verborgenen, zu geben, mit der Absicht, dies einzig und allein für Gott zu
tun.
Neben Zakat betonen der Quran und
die Ahadith (Aussagen und Taten des Propheten Muhammad, möge Gott seine Erwähnung
vermehren) Sadaqah, oder freiwillige Almosengaben, die für Bedürftige
bestimmt sind. Der Quran empfiehlt das Speisen der Hungrigen, das Bekleiden
der Nackten, das Helfen derer, die Hilfe bedürfen und je mehr man hilft, desto
mehr hilft Gott einem; und je mehr man gibt, desto mehr gibt einem Gott. Man
fühlt: Wenn man sich um andere kümmert, kümmert sich Gott um einen.
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Die vierte Säule des Islam: das Fasten im Ramadhan
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Beschreibung: Eine Einleitung über die vierte Säule des Islam: Das Fasten im Ramadhan, seine spirituellen Vorteile und die Bedeutung des Fastens in den Weltreligionen.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 31 Mar 2008 - Zuletzt verändert am 01 Aug 2010
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> Gottesdienst und Leben
> Die fünf Säulen des Islam und andere Formen des Gottesdienstes
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Nicht nur die Muslime fasten. Es wurde
seit Jahrhunderten in Verbindung mit religiösen Zeremonien von Christen, Juden,
Konfuzianern, Hindus und Taoisten praktiziert. Gott erwähnt diese Tatsache im
Quran:
“O die ihr glaubt, vorgeschrie-ben ist euch das
Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorge-schrieben war, auf daß ihr
gottesfürchtig werden möget.” (Quran 2:183)
Manche amerikanischen Eingeborenenvölker
fasteten, um Katastrophen abzuwenden oder als Buße für eine Sünde.
Nordamerikanische Eingeborenen-stämme fasteten gemeinsam, um drohendes Unheil
abzuwenden. Die Eingebore-nen Mexikos und die Inkas in Peru hielten Fasten als
Buße ab, um ihre Götter zu besänftigen. Späte Generationen der Alten Welt, wie
die Assyrer und Babylonier, fasteten als eine Art von Buße. Die Juden fasteten
jährlich als Buße und Reini-gung am Tag des Sühneopfers oder Yom Kippur. An
diesem Tag ist weder Essen noch Trinken erlaubt.
Frühe Christen verbanden Fasten mit Buße
und Reinigung. Während der ersten zwei Jahrhunderte ihres Bestehens richtete
die christliche Kirche das Fasten als freiwillige Vorbereitung auf das Erhalten
der Sakramente der Heiligen Kommunion und die Taufe und für die Priesterweihe
ein. Später wurde dieses Fasten zur Pflicht erklärt, während andere Tage
nachträglich hinzugefügt wurden. Im 6.Jahrhundert wurde die Fastenzeit auf 40
Tage ausgedehnt, an denen jeweils nur eine Mahlzeit erlaubt war. Nach der
Reformation wurde das Fasten von den meisten protestantischen Kirchen
beibehalten und in manchen Fällen zur Wahl gestellt. Strengere Protestanten
verurteilten nicht nur die kirchlichen Feste, sondern auch ihr traditionelles
Fasten.
In der Römisch-Katholischen Kirche kann
das Fasten eine teilweise oder auch absolute Enthaltsamkeit vom Essen und
Trinken bedeuten. Die Römisch-Katholi-schen Fastentage sind: Aschermittwoch
und Karfreitag. In den Vereinigten Staaten wird das Fasten meistens von den
Anhängern der Episkopalkirche und den Lutheranern unter den Protestanten, von
den Orthodoxen und konservativen Juden und von den Römisch-Katholischen
verrichtet.
Das Fasten hat im Westen noch eine andere
Form entwickelt: den Hunger-streik, eine Form des Fastens, der in dem modernen
Zeitalter zu einer politischen Waffe geworden ist, nachdem er durch Mahatma Ghandi
bekannt wurde, den Führer des Freiheitskampfes für Indien, der fastete, um
seine Anhänger zu bewegen, seinem Prinzip der Gewaltlosigkeit zu folgen.
Der Islam hat als einzige Religion die
äußerlichen und spirituellen Dimensio-nen des Fastens durch die Jahrhunderte
hindurch bewahrt. Selbstsüchtige Motive und Begehren entfremden den Menschen
von seinem Schöpfer. Die widersetz-lichsten menschlichen Gefühle sind Stolz,
Habgier, Gefräßigkeit, Lust, Neid und Zorn. Diese Gefühle sind in ihrer Natur
nicht einfach zu kontrollieren, daher muß der Mensch sich sehr anstrengen, um
sie zu disziplinieren. Muslime fasten, um ihre Seelen zu reinigen Es legt den
meisten unkontrollierten, wilden menschlichen Emotionen die Zügel an. Die
Menschen haben diesbezüglich zwei Extreme angesteuert. Einige lassen von
diesen Gefühlen ihr Leben lenken, was früher zu Barbarei geführt hat und
heutzutage zu dem krassen Materialismus in den modernen Konsumgesellschaften. Andere
versuchten, sich selbst dieser menschlichen Züge zu berauben, was im Gegenzug
zum Klosterleben geführt hat.
Die vierte Säule im Islam, das Fasten im
Ramadhan, geschieht einmal in jedem Jahr im neunten Mondmonat, dem Monat
Ramadhan, dem neunten Monat im Islamischen Kalender, in dem der Qur'an
herabgesandt wurde:
“Der Monat Ramadhan (ist es), in dem der Quran
als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist.” (Quran 2:185)
Gott hat in Seiner unendlichen
Barmherzigkeit eine Ausnahme für die Kranken, die Reisenden und diejenigen
gemacht, die unfähig sind, den Ramadhan zu fasten.
Das Fasten hilft den Muslimen, sich Selbstkontrolle
anzuerziehen, ein besseres Verständnis für die Gaben Gottes zu erlangen und
größere Zuneigung für Bedürf-tige zu entwickeln. Das Fasten im Islam
beinhaltet, sich zwischen Dämmerung und Sonnenuntergang aller körperlichen
Vergnügen zu enthalten. Nicht nur Nahrung ist untersagt, sondern auch jegliche
sexuelle Aktivität. Alle Dinge, die als verboten angesehen werden, sind in
diesem Monat wegen seiner Heiligkeit umso mehr verboten. Jederzeit während des
Fastens unterdrückt die Person aus liebender Gehorsamkeit zu Gott ihre
Leidenschaften und Begehren. Dieses Pflichtbewußtsein und die Geduld hilft,
unseren Glauben zu stärken. Das Fasten hilft einer Person, Selbstkontrolle zu
üben. Jemand, der sich erlaubter Dinge enthält, wie Essen und Trinken, wird
sich seiner Sinne bewußt. Ein erhöhter Sinn der Spiritualität hilft dabei,
schlechte Veranlagungen zu brechen: Lügen, das andere Geschlecht mit Lust
anzustarren, schwätzen und Zeit vergeuden. Für einen Tag lang hungrig und
durstig zu bleiben, läßt einen das Leid der 800 Millionen Hungernden in dieser
Welt nachempfinden; oder das Leid des einen von zehn Haushalten in den US
bespielsweise, die im Hunger leben oder sich an der Grenze dazu befinden. Wie
kann jemand mit denen fühlen, die aus Hunger sterben, ohne selbst je Hunger
verspürt zu haben? Wir sehen ebenfalls, warum Ramadhan auch ein Monat
der Almosen und der Geschenke ist.
Bei Einbruch der Dunkelheit wird das
Fasten mit einem leichten Mahl gebrochen, das gewöhnlich als Iftaar
bezeichnet wird. Familien und Freunde teilen ein besonderes Mahl am späten
Abend, häufig mit speziellen Gerichten und Süßigkeiten, die nur in dieser Zeit
des Jahres serviert werden. Viele gehen zum Nachtgebet in die Moschee, dem
besondere Gebete folgen, die nur im Ramadhan verrichtet werden. Einige
rezitieren den gesamten Quran als einen besonderen Akt der Frömmigkeit und
bekannte Rezitationen des Quran sind den ganzen Abend hindurch zu hören. Die
Familien stehen vor Sonnenaufgang auf, um ihr erstes Mahl des Tages
einzunehmen, das sie bis zum Sonnenuntergang stärken soll. Zum Ende des
Ramadhan hin gedenken die Muslime der “Nacht der Allmacht”, in der der Quran
offenbart wurde. Der Monat Ramadhan endet mit einem der zwei großen islamischen
Feste, dem Fest des Fastenbrechens, dem sogenannten ´Iid al-Fitr. An diesem
Tag feiern die Muslime freudig die Beendung des Monats Ramadhan und verteilen
üblicherweise Geschenke an die Kinder. Muslime sind ebenfalls verpflichtet,
den Armen zu helfen und an deren Erleichterung und Freude teilzuhaben, indem
sie Zakat-ul-Fitr geben. Dies ist eine besondere Abgabe in Form von
Nahrungsmitteln, zu der die Wohlhabenden verpflichtet sind, damit alle die
allgemeine Freude dieses Festtages teilen können.
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Die fünfte Säule des Islam: Die Pilgerfahrt (Hajj)
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Beschreibung: Die verschiedenen Riten, die beim Hajj, der fünften der fünf grundlegenden Pflichten der muslimischen Gottesdienste, zu verrichten sind und deren Vorzüge.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 31 Mar 2008 - Zuletzt verändert am 14 Nov 2010
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> Gottesdienst und Leben
> Die fünf Säulen des Islam und andere Formen des Gottesdienstes
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Der Hajj (große Pilgerreise nach Mekka) ist
die fünfte der grundlegenden muslimischen gottesdienstlichen Handlungen und
Einrichtungen, die als die fünf Säulen des Islam bekannt sind. Die Pilgerreise
im Islam wird nicht zu irgendwelchen Schreinen von Heiligen unternommen, zu
Klöstern um die Hilfe heiliger Männer zu erbitten oder zu Orten, von denen
gesagt wird, dort seien Wunder geschehen, auch wenn wir viele Muslime sehen,
die dies tun. Die Pilger-reise wird zur Kaaba unternommen, die sich in der
Heiligen Stadt Mekka in Saudi Arabien befindet; sie ist das ´Haus Gottes´, das heilig
ist, seit der Prophet Abraham es zur Anbetung Gottes erbaut hat. Gott belohnte
ihn dafür, als Er das Haus annahm und es ehrte, indem Er es zum Zentrum der
Andacht machte, dem alle Muslime ihre Gesichter beim Gebet (Salah)
zuwenden. Die Riten der Pilgerreise werden heute genauso durchgeführt, wie es
Abraham und nach ihm der Prophet Muhammad tat -möge Gott sie preisen-.
Das Pilgern wird als gottesdienstliche
Tätigkeit betrachtet, die besondere Anerkennung verdient. Das Pilgern dient
als Buße – die ultimative Vergebung für Sünden, Hingabe und hochgradige
Spiritualität. Einmal im Leben die Pilgerreise nach Mekka, die heiligste Stadt
im Islam, anzutreten, ist die Pflicht aller Muslime, die körperlich und finanziell
dazu in der Lage sind. Der Pilgerritus beginnt ein paar Monate nach Ramadhan,
am 8.Tag des letzten Monats im Islamischen Jahr, dem Dhul-Hijjah, und endet am
13.Tag. Mekka ist das Zentrum, dem die Muslime einmal im Jahr zustreben, sich
treffen und in sich den Glauben auf-frischen, daß alle Muslime gleich sind und
einen Anspruch auf die Liebe und Zuneigung anderer haben, ungeachtet ihrer
Rasse oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Wie die Harmonie der Rassen durch
den Hajj gefördert wird, wurde vielleicht am besten von Malcolm X über seine
historische Pilgerreise eingefangen:
‘Jeder einzelne von den tausenden am
Flughafen, bereit nach Jeddah aufzubre-chen, war auf diese Art bekleidet. Du
könntest ein König oder ein Bauer sein und niemand würde es wissen. Einige
mächtige Persönlichkeiten, die mir diskret gezeigt wurden, hatten das gleiche
wie ich an. Einmal angezogen, hatten wir alle begonnen, mit wenigen
Unterbrechungen auszurufen: “Labbayka! (Allahumma) Labbayka!” (Dir zu
Diensten bin ich hierher geeilt, unser Herr!) In einem Flugzeug mit weißen,
schwarzen, braunen, roten und gelben Menschen, blaue Augen und blonde Haare,
und mein filziges rotes Haar – alle zusammen, Brüder! Alle verehren denselben
Gott, alle nacheinander, geben sich gegenseitig die gleiche Ehre…
Erst zu dieser Zeit begann ich wieder, den
“Weißen Mann” neu einzuschätzen. Es war, als ich zu spüren begann, daß “Weißer
Mann”, wie es gwöhnlich verwendet wird, nur zweitrangig “Hautfarbe”
bedeutet; in erster Linie beschreibt es Verhaltensweisen und Taten. In Amerika
bedeutete “Weißer Mann” bestimmte Verhaltensweisen und Handlungen -Schwarzen
und allen anderen nicht-weißen Menschen gegenüber-. In der muslimischen Welt
aber hatte ich gesehen, daß Männer mit weißer Hautfarbe wirklich brüderlicher
waren, als alle anderen sonst jemals waren. Dieser Morgen war der Anfang einer
radikalen Änderung meiner gesamten Ansichten über “weiße” Männer.
Da waren Zehntausende von Pilgern aus
aller Herren Länder. Sie hatten alle Farben, von blauäugigen Blonden bis zu
tiefschwarzen Afrikanern. Aber wir alle nahmen an demselben Ritual teil,
entfalteten einen einheitlichen Geist und eine Brüderlichkeit, von der ich nach
meinen Erfahrungen in Amerika nie geglaubt hätte, daß sie unter Weißen und
Nicht-Weißen existieren könnte... Amerika muß unbedingt den Islam verstehen
lernen, denn dies ist die Religion, die das Rassenproblem ihrer Gesellschaft
ausgerottet hat. Während meiner ganzen Reisen durch die muslimische Welt habe
ich viele Leute getroffen, mit ihnen gesprochen und sogar gegessen, die in
Amerika als weiß angesehen würden – aber die Eigenschaften der “Weißen” waren
aus ihren Köpfen durch die Religion des Islam beseitigt. Ich habe nie zuvor so
eine ernsthafte und ehrliche Brüderlichkeit von Menschen aller Farben zusammen
gesehen, ungeachtet ihrer Farbe.”
So vereinigt die Pilgerreise die Muslime
der Welt zu einer internationalen Bruderschaft. Mehr als zwei Millionen
Menschen vollziehen jedes Jahr den Hajj, und die Riten dienen als vereinigende
Kraft im Islam, indem sie Anhänger aus unterschiedlichen Hintergründen im
Gottesdienst zusammen bringt. In manchen muslimischen Gesellschaften wird ein
Gläubiger, sobald er einmal die Pilgerreise unternommen hat, als “Hajji”
betitelt; dies ist eher ein traditioneller als ein religiöser Brauch. Schließlich
ist der Hajj die Kundgebung vom Glauben an die Einzigkeit Gottes – all die
Pilger beten den Einen Gott an und gehorchen Seinen Befehlen.
An bestimmten Stationen an den
Karawanenrouten nach Mekka oder wenn der Pilger an dem Punkt vorbeikommt, der
diesen Stationen am nächsten ist, tritt der Pilger in den Zustand der Reinheit
ein, der als Ihram bekannt ist. In diesem Zustand sind bestimmte “normale”
Taten des Tages und der Nacht dem Pilger untersagt, wie das Bedecken des
Kopfes, Schneiden der Fingernägel und das Tragen normaler Kleidung was Männer
betrifft. Männer legen ihre Kleidung ab und bekleiden sich mit den Tüchern,
die für den Zustand des Ihram vorgeschrie-ben sind : zwei ungenähte
Stoffbahnen, die um den Körper gewickelt werden. All dies steigert die
Ehrfurcht und Heiligkeit der Pilgerschaft, der Stadt Mekka und des Monats
Dhul-Hijjah. Es gibt 5 Stationen, eine auf den Küstenebenen nord-westlich von
Mekka Richtung Ägypten und eine südlich Richtung Jemen, während sich drei
nördlich oder östlich Richtung Medina, Irak und an-Najd befinden. Die einfache
Bekleidung signalisiert die Gleichheit der gesamten Menschheit im Angesicht
Gottes, und die Abkehr von allen weltlichen Neigungen. Nachdem er in den Zustand
des Ihram eingetreten ist, reist der Pilger nach Mekka und erwartet den
Beginn des Hajj. Am 7.Dhul-Hijjah wird der Pilger an seine Pflichten
erinnert und beim Beginn des Rituals, das zwischen dem 8.und12. Tag des Monats
stattfindet, besucht der Pilger die heiligen Stätten außerhalb von Mekka –
Arafah, Muzdalifah und Minaa – und opfert ein Tier im Gedenken an Abrahams
Opfer. Dann kürzt oder schert der Pilger seine Haare, und danach, nachdem er an
drei oder vier aufeinander folgenden Tagen sieben Steine an bestimmte Säulen in
Minaa geworfen hat, bewegt er sich zur zentralen Moschee, wo er siebenmal den
heiligen Bezirk oder die Kaaba umrundet und ebenfalls siebenmal zwischen den kleinen
Hügeln Safa und Marwa hin und her eilt. Der historische Hintergrund oder die
spirituelle Bedeutsamkeit eines jeden Ritus übersteigt den Rahmen dieses
einleitenden Artikels.
Abgesehen vom Hajj unternehmen die Muslime
während des übrigen Jahres die “kleine Pilgerreise” oder Umrah. Die Umrah
zu verrichten, hebt aber nicht die Verpflichtung, den Hajj zu vollziehen, auf.
Sie ist der großen und verplichtenden Pilgerreise (Hajj) ähnlich, und die
Pilger haben die Wahl, Umrah getrennt oder in Verbindung mit dem Hajj zu
verrichten. Wie beim Hajj beginnen die Pilger die Umrah, indem sie in
den Zustand des Ihram annehmen. Sie betreten Mekka und umkreisen
siebenmal die Kaaba. Sie können den Schwarzen Stein berühren, wenn sie
Gelegenheit dazu haben, hinter dem Maqam Ibrahim beten, das Heilige
Wasser aus der Zamzam-Quelle trinken. Das siebenmalige Hin-und Hereilen
zwischen den Hügeln Safa und Marwa und das Kürzen oder Scheren der Haare
vervollstän-digen die Umrah.
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