Göttliche Liebe
Gottes Liebe enthüllt sich an den Wesen,
die Er zur Existenz brachte, ob Gläubiger oder Ungläubiger, dass sie das Leben
genießen dürfen – und sei es nur für einen kurzen Moment. Sie verwirklicht
sich ebenfalls in der Schöpfung des Paradieses für diejenigen, die der
Rechtschaffenheit vor dem Bösen den Vorzug geben. Gott stellt in Seiner
letzten Offenbarung fest, dass Er diejenigen liebt, die Gutes tun (Quran 5:13),
diejenigen, die gerecht sind (Quran 5:42), diejenigen, die fromm sind (Quran 9:4),
diejenigen, die geduldig sind (Quran 3:146), diejenigen, die Gott vertrauen (Quran
3:159), diejenigen, die sich Ihm häufig in Reue wieder zuwenden und diejenigen,
die sich reinigen (Quran 2:222). Aber Er ist es, Der den Menschen in Seinen
Schriften und durch Seine Propheten genau erklärt hat, was gut, gerecht und
fromm ist. Dementsprechend sind diejenigen, die den Propheten folgen, die beliebtesten.
Im Qur´an wies Gott den Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf
ihm, an, Folgendes zu den Gläubigen zu sagen:
“Wenn ihr Gott liebt, so folgt mir. Lieben wird
euch Gott und euch eure Sünden vergeben…” (Quran 3:31)
Den Propheten sollte nicht nur in den
Verpflichtungen, die Gott uns auferlegt hat, gefolgt werden, sondern auch in
ihren Bemühungen, freiwillige Gottesdienste zu verrichten.
Die Liebe Gottes enthüllt sich auch in
Seiner Barmherzigkeit und in den Segnungen, die Er denen gewährt, die sie sich
verdient haben, und auch denen, die sie sich nicht verdient haben. Aber sie
enthüllt sich ganz besonders in Seiner Bereitschaft, die Sünden eines jeden zu
vergeben, der sich in ernsthafter Reue zu Ihm wendet. Seit der Erschaffung von
Adam und Eva war ihnen die Reue gewährt, um ihre Sünden auszulöschen als ein
Bespiel für alle Menschen, die ihnen in dieser Welt folgen sollten. Egal wie
riesig die Sünden der Menschen werden, die Tür der aufrichtigen Reue bleibt
offen bis zum letzten Tag auf dieser Welt. Anas zitierte den Gesandten Gottes,
Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, der gesagt hat:
“Gott, der Allmächtige, hat gesagt: O
Sohn Adams, solange du Mich rufst und bittest, werde Ich vergeben, was du getan
hast, und es macht Mir nichts aus. O Sohn Adams, auch wenn deine Sünden die
Wolken erreichten und du um Meine Vergebung bitten würdest, würde Ich dir
vergeben. O Sohn Adams, wenn du zu Mir mit Sünden kämst, fast so groß wie die
Erde, und du triffst mich, ohne Mir Partner zur Seite gestellt zu haben, werde Ich
dir eine entsprechende Menge Vergbung entgegenbringen.”
Göttliche Gnade
Was die Bewohner des Paradieses angeht, sie
werden nicht nur auf Grund ihrer guten Taten ins Paradies gelangen. Es ist die
Gnade Gottes, die sie dort hineinbringen wird. Der letzte Prophet Gottes,
Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sagte hierzu:
“Versucht euer Bestes, richtig zu
handeln und freut euch. Denn niemand wird das Paradies nur aufgrund seiner
Taten betreten.” Seine Gefährten sagten: “O Gesandter Gottes, nicht einmal du?”
Er antwortete: “Nicht einmal ich, wenn mich Gott nicht mit Seiner Gnade und
Barmherzigkeit umgibt. Und denkt daran, dass die beliebteste Tat bei Gott die
ist, die regelmäßig verrichtet wird, auch wenn sie gering ist.”
Allerdings ist Gottes Gnade auch nicht
willkürlich. Sie gründet sowohl auf aufrichtigem Glauben als auch auf
rechtschaffenen Taten. Im Qur´an sagt Gott:
“Dem, der eine gute Tat vollbringt, soll (sie)
zehnfach vergolten werden; derjenige aber, der eine böse Tat verübt, soll nur
das Gleiche als Lohn empfangen, und sie sollen kein Unrecht erleiden.” (Quran
6:160)
Würde Gott die Menschheit streng zur
Rechenschaft ziehen, dann würden bei keinem die guten Taten die Schlechten
überwiegen. Allerdings zeigt Gott uns Seine Barmherzigkeit, indem Er den Wert
der guten Taten vervielfacht, wohingegen die schlechten Taten ihren einfachen
Wert behalten. Durch die Gnade Gottes kommen die Gläubigen ins Paradies. Dies
bedeutet aber nicht, dass die Taten keine Rolle spielen würden. Taten spielen
eine große Rolle, aber sie bilden nicht den entscheidenden Faktor. Die Gnade
Gottes überwiegt sie.
Folglich stellen die Erschaffung der
Menschen, die Irrtümer, die sie machen und das Gute, das sie tun, alles
Umstände für die Enthüllung von Gottes Eigenschaften der Barmherzigkeit und der
Vergebung, für Seine Eigenschaft der Gerechtigkeit und Seine Eigenschaft der
Gnade dar. Die Menschheit sollte nicht fragen, warum Gott gewählt hat, Seine
Eigenschaften auf diese Weise zu zeigen. Es kann nur angenommen werden, dass
dies die beste Art ist, denn Gott beschreibt Sich Selbst als der Allweise und
der Allwissende. Menschen können nur verstehen, was Gott ihnen offenbaren
will:
“…Sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen,
es sei denn, was Er will…” (Quran 2:255)
Daher sollen sie nicht versuchen, sich als
Ihm gleich zu betrachten. Wenn Er den Menschen gesagt hat, warum Er beschlossen
hat, etwas zu tun, dann steht es ihnen nicht zu, zu fragen, warum Er Sich
entschieden hat, zu entscheiden. Derartige Fragen sind endlos und damit
außerhalb des menschlichen Fassungsvermögens. Sie sind es, die am Tag des
Gerichts über ihre Taten und Absichten befragt werden und nicht Er. Im Qur´an
äußert Sich Gott hierzu:
“Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie
aber werden befragt (nach dem, was sie tun).” (Quran 21:23)
In dieser Hinsicht wird von Ibn Abbaas
berichtet, dass der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm,
gesagt hat:
“Denkt über Gottes Schöpfung nach,
aber denkt nicht über Gott nach.”
Über die Wirklichkeit Gottes nachzusinnen
ist ein Nachsinnen bis zur Unendlichkeit. Und genau wie wir erschauern, wenn
wir über die Grenzen des endlichen Universums und der Galaxien und der Sterne
darin nachdenken, ist es noch schlimmer, wenn wir versuchen, das Ungeschaffene
zu begreifen. Der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, warnte uns
vor den satanischen Kräften, die versuchen, Zweifel in die Herzen der Gläubigen
zu bringen, indem sie in ihnen unbeantwortete Fragen über Gott wachrufen. Abu
Hurairah berichtete, dass der Gesandte Gottes, Gottes Segen und Frieden seien
auf ihm, sagte:
“Satan wird zu jedem von euch kommen
und fragen: Wer schuf dieses oder jenes? – bis er fragt: Wer schuf euren
Herrn? Wenn es dazu kommt, sollte man seine Zuflucht bei Gott suchen [und sagen:
Ich bestätige meinen Glauben an Gott und Seine Propheten] und [solche
Gedanken] vermeiden.”
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