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Warum schuf Gott? (teil 1 von 3): Gott der Schöpfer
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Beschreibung: Die Antwort auf die grundsätzliche Frage über den Grund warum Gott erschuf. Teil 1: Die göttliche Eigenschaft des Schöpfers.
von Dr. Bilal Philips
Veröffentlicht am 12 Jan 2009 - Zuletzt verändert am 18 Jan 2009
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> Glaubensinhalte im Islam
> Der Sinn des Lebens
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In Bezug auf Gott stellt sich eine...
grundsätzliche Frage: "Warum erschuf Gott?" Diese Frage sollte
gestellt werden, denn die Menschheit ist wirklich nicht die größte Schöpfung. Gott
sagt im Qur´an:
“Wahrlich, die Schöpfung der Himmel und der Erde
ist größer als die Schöpfung der Menschen; allein die meisten Menschen wissen
es nicht.” (Quran 40:57)
Der Aufbau des Menschen ist weit weniger
kompliziert als der Aufbau des Universums, in dem er existiert. Allerdings
beachten nur höchst wenige Menschen diese Realität. Wegen der anscheinenden
Überlegenheit der Menschen über alle anderen Geschöpfe auf dieser Erde, wegen
der Reisen der Menschen durch das Weltall und den andauernden Fortschritten in
ihrer Technologie und ihrem Wissen, wird die Menschheit eines jeden Zeitalters überheblich
und betrachtet sich selbst als das Größte auf dieser Welt. Es zählt nicht,
dass der Großteil der erstaunlichen Entdeckungen der Menschheit nichts mit dem
Menschen, sondern mit seiner Umgebung zu tun haben. Denn die menschlichen
Bemühungen richten sich eher auf die materielle Welt als auf den Menschen
selbst. In diesem Vers richtet Gott das Augenmerk des Menschen zurück auf seinen
tatsächlichen Status in der Welt. Die Menschheit bildet nur einen kleinen Teil
der Existenz, der aus dem wunderbaren Akt der göttlichen Schöpfung resultierte.
Um daher zu verstehen, warum Gott die Menschheit erschaffen hat, muss man
zuerst die Antwort auf die noch grundsätzlichere Frage finden, warum Gott
erschuf.
Der Schöpfer
Schöpfung ist im Grunde die Konsequenz aus
der göttlichen Eigenschaft, der Schöpfer zu sein. Ein Schöpfer, der nicht
erschafft, wäre ein Widerspruch in sich selbst. Das bedeutet aber nicht, dass
Gott Seine Schöpfung brauchen würde. Gott ist frei von sämtlichen
Bedürfnissen. Es ist die Schöpfung, die Ihn braucht. Aber, genau wie die
Größe eines Schriftstellers an seinen Schriften deutlich wird, manifestiert
sich die Vollkommenheit der Göttlichen Kreativität in der Schöpfung. Schöpfung
im wahren Sinne ist eine Eigenschaft von Gott allein. Obwohl die Menschen sich
selbst auch die Fähigkeit des Erschaffens zuschreiben, ist das, was sie tun
nicht wirklich erschaffen. Die Menschheit manipuliert einfach nur, was bereits
existiert – was von Gott bereits erschaffen worden war. Ein Tisch wird aus
Holz hergestellt, das von Bäumen stammt und wird von Nägeln und Schrauben aus
Metall zusammengehalten, das aus dem Erz gewonnen wird. Die Menschen haben die
Bäume oder die Steine nicht gemacht. Tatsächlich können alle menschlichen
Schöpfungen auf Grundelemente zurückgeführt werden, die Menschen nicht selbst
herstellen können. Sogar ein Künstler ´erschafft´ Zeichnungen von etwas, auf
der Grundlage dessen, was er gesehen hat. Es ist unmöglich, sich etwas
vorzustellen, was man mit seinen Sinnen nicht zuvor schon einmal wahrgenommen
hat. Daher basieren alle Gedanken des Künstlers auf Wiederspiegelungen dessen,
was bereits erschaffen war. Nur Gott allein erschafft aus dem Nichts. Diese
grundsätzliche Tatsache war und ist noch immer für manche Leute unverständlich.
Einige alte Philosophen genauso wie ein paar Moderne, die nicht verstehen
können, wie Gott aus dem Nicht erschaffen konnte, behaupteten, dass die
geschaffene Welt und ihr Inhalt ursprünglich ein Teil Gottes waren. Das würde
bedeuten, nach ihren Ansichten, dass Gott einen Teil von Sich Selbst genommen
habe und daraus das Universum gemacht habe. Auf diese Schlussfolgerung kommen
sie, weil sie Gott mit dem Menschen vergleichen, der nur ´erschaffen´ kann,
indem er verändert, was bereits existiert. Gott allerdings verneint derartige
Vergleiche, die Ihm menschliche Einschränkungen geben würden. Im Qur´an
sagt Er:
“…Es gibt nichts Seinesgleichen; und Er ist der
Allhörende, der Allsehende.” (Quran 42:11)
Also ist der Akt der Schöpfung eine
Konsequenz der göttlichen Eigenschaft des Schöpfers. Gott beschreibt Sich in
zahlreichen Versen in Seiner letzten Offenbarung Selbst als der Schöpfer, um
der Menscheit zu betonen, dass alles Ihm Allein gehört.
“Gott ist der Schöpfer aller Dinge und Er ist
der Erhalter aller Dinge.” (Quran 39:62)
“…wo Gott (doch) euch und das, was ihr gemacht
habt, erschaffen hat?” (Quran 37:96)
Der Mensch muss sich darüber klar werden,
dass nichts im Universum ohne die Erlaubnis Gottes geschieht. Von einer
anderen Quelle als Gott Schutz vor Bösem zu suchen oder sie um etwas Gutes zu
ersuchen, ist ein großer Fehler. Aus Unwissenheit, versuchen viele Menschen,
das Unglück von sich abzuwenden oder anhaltendes Glück zu bekommen, indem sie
eine Reihe von Glücksbringer und Amuletts, Astrologie und Handliniendeutung usw.
versuchen. Folglich fordert Gott die Menschen im Qur´an auf, bei Gott Zuflucht
vor dem Bösen zu suchen:
“Sprich: Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn des
Frühlichts vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat.” (Quran 113:1-2)
Allah, Gott, der Allmächtige, ist nicht böse;
Er ist gut. Er schuf eine Welt, in der die Wesen, denen Er die Fähigkeit dazu
gab, Böses oder Gutes tun können. Allerdings geschieht nichts, sei es böse
oder gut, ohne die Erlaubnis Gottes. Aus diesem Grund ist es nutzlos, andere als
Gott um Hilfe und Schutz zu bitten.
“Kein Unglück trifft ein, es sei denn mit Gottes
Erlaubnis.” (Quran 64:11)
Der letzte Prophet Muhammad, Gottes Segen
und Frieden seien auf ihm, beleuchtete dieses Konzept ausführlicher, als er
sagte:
“Wisse, dass wenn sich auch die
gesamte Menschheit zusammentäte, um dir in einer Sache zu helfen, so könnte sie
dir nur das tun, was Gott bereits für dich vorgeschrieben hatte. Und wenn sich
die gesamte Menschheit zusammentäte, um dir zu schaden, dann könnte sie dir nur
in einer Sache schaden, die Gott bereits für dich vorgeschrieben hatte.” (Al-Tirmidhi)
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Warum schuf Gott? (teil 2 von 3): Göttliche Barmherzigkeit und Gerechtigkeit
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Beschreibung: Die Antwort auf die grundsätzliche Frage über den Grund warum Gott erschuf. Teil 2: Die Enthüllung der göttlichen Gnade und Gerechtigkeit in Gottes schöpferischer Tätigkeit.
von Dr. Bilal Philips
Veröffentlicht am 19 Jan 2009 - Zuletzt verändert am 19 Jan 2009
Gesehen: 3435 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: noch keiner - Bewertet von: 0 Gedruckt: 232 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
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> Der Sinn des Lebens
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Der Barmherzige, der Vergebende
In der Schöpfung der Menschheit enthüllen
sich auch die göttlichen Charaktereigenschaften der Vergebung, der Gnade und
der Großzügigkeit. Menschen wurden gut und rein und mit einem natürlichen
Bewusstsein für gut und böse erschaffen. Der Allmächtige schuf in den Menschen
ebenfalls Wünsche und gab ihnen die Fähigkeit, diese Wünsche dem göttlichen
Gesetz entsprechend zu beherrschen oder aber ihnen freien Lauf zu lassen und
ihnen blind zu folgen. Gott erschuf die Menschheit in dem Wissen, dass sie Ihm
nicht gehorchen würden. Deshalb lehrte Er den Menschen von Adam angefangen,
wie man bereut und sich dabei von seinen Sünden reinigt. Adam und Eva verkörperten
ein Muster, dem die Menschheit folgt. Sie vergaßen den Befehl Gottes, und
Satan spielte mit ihren Begierden. Nachdem sie Gott ungehorsam gewesen waren,
wandten sie sich Ihm wieder bereuend zu, und Er vergab ihnen. Im Ungehorsam
der Menschheit und der bereuenden Rückkehr zu Gott, enthüllen sich die göttlichen
Charaktereigenschaften der absoluten Vergebung und unendlichen Barmherzigkeit.
Der letzte Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, teilte seinen
Anhängern diese Realität mit, indem er sagte:
“Wenn ihr keine Sünden begehen und
euch Gott zuwenden würdet, um Seine Vergebung zu erbitten, dann würde er euch
durch ein anderes Volk ersetzen, das sündigt, um Gottes Vergebung bittet und Er
würde ihnen vergeben.” (Sahieh Muslim)
Jedes Einzelne von den 114 Kapiteln der
letzten Offenbarung mit Ausnahme von einem beginnt mit dem Gebet: "Im
Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen". Gottes
Eigenschaften der Barmherzigkeit und des Verzeihens werden betont, um die
Menschen zu ermutigen, damit sie nicht verzweifeln. Egal wie groß die Sünden
der Menschen auch sein mögen, Gott kann ihnen vergeben, wenn sich die Menschen
Ihm in aufrichtiger Reue wieder zuwenden. Es wird berichtet, dass der Gesandte,
Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, gesagt hat:
“Als Gott das Universum geschaffen
hat, hat Er Sich Selbst zur Pflicht gemacht und in einem Dokument bei Sich [vermerkt]:
´Meine Gnade überwiegt meinen Zorn.´” (Sahieh Al-Bukhari)
Es wird ebenfalls von ihm berichtet, dass er
sagte:
“[Gott erschuf] die Gnade in
einhundert Teilen, einer davon wurde auf die Ğinn, die Menschen und die
anderen Lebewesen herabgesandt. Aus diesem einen Teil heraus lieben sie
einander, sind freundlich und sogar die Tiere behandeln ihren Nachwuchs mit
Zuneigung. Gott hat die verbleibenden neunundneunzig Teile für die wahren Diener
am Tag der Wiedererweckung reserviert.” (Sahieh Muslim)
Wenn Gott gewollt hätte, hätte er die
Menschheit wie die Engel schaffen können, unfähig Sünden zu begehen. Das war
allerdings nicht Sein Anliegen, denn Er hatte bereits Engel geschaffen. Menschen
wurden mit der Fähigkeit geschaffen, Fehler machen zu können und wenn sie auf
ihren Irrtum aufmerksam werden, bereuen und Gott um Vergebung bitten, enthüllen
sich die göttlichen Eigenschaften der Barmherzigkeit und Vergebung.
Höchste Gerechtigkeit
Beim Gericht über die Menschheit am Ende
dieser Welt, enthüllen sich auch Gottes Eigenschaften der höchsten
Gerechtigkeit und Rechtmäßigkeit. Auf der Grundlage Seines unendlichen Wissens
hätte Gott auch alle Menschen, die auf der Erde Leben sollten, gleichzeitig
erschaffen können und einige von ihnen in das Paradies und den Rest in die
Hölle führen können. Bevor Er den Menschen erschaffen hatte, wusste Gott
bereits, welche Wahl er in diesem Leben treffen, welche Versorgung und welche
guten Gelegenheiten Er ihm geben würde und in welchem Zustand des Glaubens oder
Unglaubens er sterben würde. Daher könnte man sagen, dass manche Menschen für
das Paradies und andere für die Hölle erschaffen wurden. Aischa, eine Frau des
Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, berichtete von ihm,
dass er gesagt hatte:
“Weisst du nicht, dass Gott das
Paradies und die Hölle geschaffen hat, und Er erschuf für jedes Bewohner?” (Abu
Dawud, An-Nasai)
Wenn Gott diejenigen, die dem Paradies
zustreben, gleich ins Paradies getan hätte, würden sie Gottes Entscheidung
nicht anzweifeln. Jene im Paradies hätten ihr ewiges Leben in der Wonne
freudig angenommen und wären dankbar, dass sie nicht in die Hölle gekommen
sind. Diejenigen allerdings, die in die Hölle gekommen wären, würden fragen,
warum. Sie würden sich ungerecht behandelt fühlen, weil sie nicht wissen, was
sie getan hätten, wenn sie auf der Erde gelebt hätten. Die Höllenbewohner
würden unnachgiebig argumentieren, dass wenn sie die Chance bekommen hätten,
ihr Leben auf der Erde zu leben, dann hätten sie geglaubt und rechtschaffene
Taten verrichtet. Aus diesem Grund erlaubt Gott den Menschen, ihre Leben auf
der Erde auszuleben und die Wahl zu treffen, die sie getroffen hätten, damit
jeder, der die Hölle betritt, wissen wird, dass er die Hölle selbst gewählt
hat. Sie werden die Gnade Gottes in ihren Leben erkennen und ihre Sünde, dass
sie Seine Zeichen und Seine Rechtleitung abgelehnt haben, zugeben. Und sie
werden Sein Urteil als gerecht und angemessen annehmen. Allerdings werden sie
trotzdem um eine zweite Chance bitten, um in dieser Welt Gutes tun zu können,
wie Gott im Qur´an sagt:
“Könntest du nur sehen, wie die Schuldigen ihre
Köpfe vor ihrem Herrn hängen lassen werden: "Unser Herr, nun haben wir
gesehen und gehört, so sende uns zurück, auf dass wir Gutes tun mögen; denn nun
haben wir Gewissheit.’” (Quran 32:12)
Wenn Gott sie aber in diese Welt
zurückschicken würde, hätten sie vergessen, was sie von der Hölle zu sehen
bekommen hatten, dann würden sie wieder die schlechte Wahl treffen und wie
zuvor in der Hölle enden. Gott spricht auch hierüber im
Qur´an:
“Doch wenn sie auch zurückgebracht würden,
kehrten sie ganz gewiss bald zu dem ihnen Verbotenen zurück. Und sie
sind ganz gewiss Lügner.” (Quran 6:28)
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Warum schuf Gott? (teil 3 von 3): Göttliche Liebe und Gnade
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Beschreibung: Die Antwort auf die grundsätzliche Frage über den Grund warum Gott erschuf. Teil 3: Die Enthüllung von göttlicher Liebe und Gnade in Gottes schöpferischer Tätigkeit.
von Dr. Bilal Philips
Veröffentlicht am 09 Feb 2009 - Zuletzt verändert am 09 Feb 2009
Gesehen: 3136 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: 5 von 5 - Bewertet von: 3 Gedruckt: 223 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
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Göttliche Liebe
Gottes Liebe enthüllt sich an den Wesen,
die Er zur Existenz brachte, ob Gläubiger oder Ungläubiger, dass sie das Leben
genießen dürfen – und sei es nur für einen kurzen Moment. Sie verwirklicht
sich ebenfalls in der Schöpfung des Paradieses für diejenigen, die der
Rechtschaffenheit vor dem Bösen den Vorzug geben. Gott stellt in Seiner
letzten Offenbarung fest, dass Er diejenigen liebt, die Gutes tun (Quran 5:13),
diejenigen, die gerecht sind (Quran 5:42), diejenigen, die fromm sind (Quran 9:4),
diejenigen, die geduldig sind (Quran 3:146), diejenigen, die Gott vertrauen (Quran
3:159), diejenigen, die sich Ihm häufig in Reue wieder zuwenden und diejenigen,
die sich reinigen (Quran 2:222). Aber Er ist es, Der den Menschen in Seinen
Schriften und durch Seine Propheten genau erklärt hat, was gut, gerecht und
fromm ist. Dementsprechend sind diejenigen, die den Propheten folgen, die beliebtesten.
Im Qur´an wies Gott den Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf
ihm, an, Folgendes zu den Gläubigen zu sagen:
“Wenn ihr Gott liebt, so folgt mir. Lieben wird
euch Gott und euch eure Sünden vergeben…” (Quran 3:31)
Den Propheten sollte nicht nur in den
Verpflichtungen, die Gott uns auferlegt hat, gefolgt werden, sondern auch in
ihren Bemühungen, freiwillige Gottesdienste zu verrichten.
Die Liebe Gottes enthüllt sich auch in
Seiner Barmherzigkeit und in den Segnungen, die Er denen gewährt, die sie sich
verdient haben, und auch denen, die sie sich nicht verdient haben. Aber sie
enthüllt sich ganz besonders in Seiner Bereitschaft, die Sünden eines jeden zu
vergeben, der sich in ernsthafter Reue zu Ihm wendet. Seit der Erschaffung von
Adam und Eva war ihnen die Reue gewährt, um ihre Sünden auszulöschen als ein
Bespiel für alle Menschen, die ihnen in dieser Welt folgen sollten. Egal wie
riesig die Sünden der Menschen werden, die Tür der aufrichtigen Reue bleibt
offen bis zum letzten Tag auf dieser Welt. Anas zitierte den Gesandten Gottes,
Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, der gesagt hat:
“Gott, der Allmächtige, hat gesagt: O
Sohn Adams, solange du Mich rufst und bittest, werde Ich vergeben, was du getan
hast, und es macht Mir nichts aus. O Sohn Adams, auch wenn deine Sünden die
Wolken erreichten und du um Meine Vergebung bitten würdest, würde Ich dir
vergeben. O Sohn Adams, wenn du zu Mir mit Sünden kämst, fast so groß wie die
Erde, und du triffst mich, ohne Mir Partner zur Seite gestellt zu haben, werde Ich
dir eine entsprechende Menge Vergbung entgegenbringen.”
Göttliche Gnade
Was die Bewohner des Paradieses angeht, sie
werden nicht nur auf Grund ihrer guten Taten ins Paradies gelangen. Es ist die
Gnade Gottes, die sie dort hineinbringen wird. Der letzte Prophet Gottes,
Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sagte hierzu:
“Versucht euer Bestes, richtig zu
handeln und freut euch. Denn niemand wird das Paradies nur aufgrund seiner
Taten betreten.” Seine Gefährten sagten: “O Gesandter Gottes, nicht einmal du?”
Er antwortete: “Nicht einmal ich, wenn mich Gott nicht mit Seiner Gnade und
Barmherzigkeit umgibt. Und denkt daran, dass die beliebteste Tat bei Gott die
ist, die regelmäßig verrichtet wird, auch wenn sie gering ist.”
Allerdings ist Gottes Gnade auch nicht
willkürlich. Sie gründet sowohl auf aufrichtigem Glauben als auch auf
rechtschaffenen Taten. Im Qur´an sagt Gott:
“Dem, der eine gute Tat vollbringt, soll (sie)
zehnfach vergolten werden; derjenige aber, der eine böse Tat verübt, soll nur
das Gleiche als Lohn empfangen, und sie sollen kein Unrecht erleiden.” (Quran
6:160)
Würde Gott die Menschheit streng zur
Rechenschaft ziehen, dann würden bei keinem die guten Taten die Schlechten
überwiegen. Allerdings zeigt Gott uns Seine Barmherzigkeit, indem Er den Wert
der guten Taten vervielfacht, wohingegen die schlechten Taten ihren einfachen
Wert behalten. Durch die Gnade Gottes kommen die Gläubigen ins Paradies. Dies
bedeutet aber nicht, dass die Taten keine Rolle spielen würden. Taten spielen
eine große Rolle, aber sie bilden nicht den entscheidenden Faktor. Die Gnade
Gottes überwiegt sie.
Folglich stellen die Erschaffung der
Menschen, die Irrtümer, die sie machen und das Gute, das sie tun, alles
Umstände für die Enthüllung von Gottes Eigenschaften der Barmherzigkeit und der
Vergebung, für Seine Eigenschaft der Gerechtigkeit und Seine Eigenschaft der
Gnade dar. Die Menschheit sollte nicht fragen, warum Gott gewählt hat, Seine
Eigenschaften auf diese Weise zu zeigen. Es kann nur angenommen werden, dass
dies die beste Art ist, denn Gott beschreibt Sich Selbst als der Allweise und
der Allwissende. Menschen können nur verstehen, was Gott ihnen offenbaren
will:
“…Sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen,
es sei denn, was Er will…” (Quran 2:255)
Daher sollen sie nicht versuchen, sich als
Ihm gleich zu betrachten. Wenn Er den Menschen gesagt hat, warum Er beschlossen
hat, etwas zu tun, dann steht es ihnen nicht zu, zu fragen, warum Er Sich
entschieden hat, zu entscheiden. Derartige Fragen sind endlos und damit
außerhalb des menschlichen Fassungsvermögens. Sie sind es, die am Tag des
Gerichts über ihre Taten und Absichten befragt werden und nicht Er. Im Qur´an
äußert Sich Gott hierzu:
“Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie
aber werden befragt (nach dem, was sie tun).” (Quran 21:23)
In dieser Hinsicht wird von Ibn Abbaas
berichtet, dass der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm,
gesagt hat:
“Denkt über Gottes Schöpfung nach,
aber denkt nicht über Gott nach.”
Über die Wirklichkeit Gottes nachzusinnen
ist ein Nachsinnen bis zur Unendlichkeit. Und genau wie wir erschauern, wenn
wir über die Grenzen des endlichen Universums und der Galaxien und der Sterne
darin nachdenken, ist es noch schlimmer, wenn wir versuchen, das Ungeschaffene
zu begreifen. Der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, warnte uns
vor den satanischen Kräften, die versuchen, Zweifel in die Herzen der Gläubigen
zu bringen, indem sie in ihnen unbeantwortete Fragen über Gott wachrufen. Abu
Hurairah berichtete, dass der Gesandte Gottes, Gottes Segen und Frieden seien
auf ihm, sagte:
“Satan wird zu jedem von euch kommen
und fragen: Wer schuf dieses oder jenes? – bis er fragt: Wer schuf euren
Herrn? Wenn es dazu kommt, sollte man seine Zuflucht bei Gott suchen [und sagen:
Ich bestätige meinen Glauben an Gott und Seine Propheten] und [solche
Gedanken] vermeiden.”
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