Muhammads Biographie (teil 1 von 12): Die Bedingungen in Arabien vor der Prophezeihung
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Beschreibung: Ein kurzer Einblick über den gesellschaftlichen und politischen Zustand der Arabischen Halbinsel vor der Geburt des Propheten Muhammad.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 13 Oct 2008 - Zuletzt verändert am 17 May 2009
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Das Arabien jener Zeit war in drei
einflussreiche Zonen aufgeteilt. Der Norden lebte im Schatten zweier großer
Imperien, das christliche Byzanz und das zoroastrische Persien, die sich in
fortwährendem Kampf befanden, aber aufgrund ihrer Ausgeglichenheit konnte keines
von beiden den anderen endgültig besiegen. Im Schatten dieser Mächte lebten
die Araber des Nordens mit geteilten und wechselnden Verbündeten.
Der Süden war das Land der arabischen
Düfte, das die Römer ´Arabia Felix´ nannten (heute Jemen und der Süden Saudi
Arabiens). Es war ein begehrter Besitz. Die Konvertierung des Äthiopischen
Führers Negus zum Christentum hat sein Land zu Verbündeten der Römer gemacht,
und es war mit der Zustimmung der Römer, dass die Äthiopier im frühen sechsten
Jahrhundert Besitz von diesem fruchtbaren Land ergriffen. Vor ihrer Niederlage
durch einen erbarmungslosen Eroberer hatten die Südländer die Wüsten
Zentralarabiens dem Handel eröffnet, indem sie ein gewisses Maß an Organisation
in das Leben der Beduinen eingeführt, die ihren Karavanen als Führer dienten
und sie errichteten in den Oasen Handelsposten.
Wenn das Symbol dieser sesshaften Menschen
der Weihrauchbaum war, so war das der dürren Zone die Dattelpalme; auf der
einen Seite der Luxus der Düfte, auf der anderen Seite die notwendige Nahrung.
Niemand hätte den Hijaz – wo kein Vogel singt und kein Gras wächst – wie
ein südlicher Dichter sagte, begehrenswerten Besitz betrachtet. Die Stämme des
Hijaz haben niemals Eroberung oder Unterdrückung erfahren; sie waren nie gezwungen
gewesen, zu irgendjemand "Herr" zu sagen.
Armut war ihr Schutz, aber es ist
zweifelhaft, ob sie sich tatsächlich arm fühlten. Um sich arm zu fühlen, muss
man die Reichen beneiden und sie beneideten niemanden. Ihr Reichtum war ihre
Freiheit, ihre Ehre, ihre noble Abstammung und das biegsame Instrument ihrer
einzigen Kunst, die sie kannten, war die Kunst der Dichtung. Alles, was wir
jetzt als "Kultur" bezeichnen, konzentrierte sich auf dieses eine
Medium. Ihre Dichtung lobte den Mut und die Freiheit, pries den Freund und verhöhnte
den Gegner, lobte den Mut ihrer Stammesgefährten und die Schönheit der Frauen,
in Liedern, die am Lagerfeuer oder in der Unendlichkeit der Wüste unter dem
weiten blauen Himmel gesungen wurden und Zeugnis über die Großartigkeit der
Schöpfung dieses kleinen Menschen ablegen, der durch die Weiten der Erde
reist.
Für den Beduinen war das Wort ebenso
kraftvoll wie das Schwert. Wenn gegnerische Stämme zum Kampf aufeinander
trafen, war es üblich, dass jede Seite ihren besten Dichter den Mut und die
Ehre seines Volkes preisen und den unwürdigen Feind mit Verachtung überhäufen
ließ. Derartige Kämpfe, in denen der Wettstreit zwischen rivalisierenden
Meistern einen breiten Rahmen einnahmen, waren eher ein Kampf der Ehre als der Kriegsführung,
wie wir sie heutzutage verstehen; Tumulte, Prahlerei und Zurschaustellung, mit
viel weniger Verwundeten als in der modernen Kriegsführung. Sie dienten einem
klaren wirtschaftlichem Zweck der Verteilung der Beute, und für den Sieger
hätte es seiner Ehre widersprochen, seinen Gegner zu sehr zu unterdrücken. Wenn
die eine oder die andere Seite die Niederlage anerkannt hatte, bezahlten die
Sieger nach der Zählung der Toten auf beiden Seiten, Blutgeld – also in der Tat
Reparationen – an die Unterlegenen, so dass die relative Stärke der Stämme in
einer gesunden Gleichgewicht blieb. Der Unterschied zwischen dieser und der
zivilisierten Kriegsführung ist erheblich.
Mekka war und bleibt aus verschiedenen
Gründen wichtig. Denn hier steht die Kaaba, das erste Haus, das die Menschheit
für den Gottesdienst an ihrem Herrn erbaut hat. Die uralte Kaaba war seit
langem das Zentrum dieser kleinen Welt. Über 1.000 Jahre bevor Salomo den
Tempel in Jerusalem gebaut hat, erbaute sein Vorfahre Abraham mit der Hilfe von
Ismael, seinem älteren Sohn, ihre Mauern auf alten Fundamenten. Ein bestimmter
Qusayy, der Stammesführer des mächtigen Stammes der Quraisch, hatte dort eine
dauerhafte Siedlung angelegt. Dies war die Stadt Mekka (oder ´Bakka´). In der
Nähe der Kaaba war die Quelle Zamzam. Ihr Ursprung liegt ebenfalls in Abrahams
Zeit. Diese Quelle war es, die das Leben Ismaels gerettet hat. Wie in
der Bibel geschrieben ist:
“Da erhörte Gott die Stimme des
Knaben. Und der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: Was
ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat gehört die Stimme des
Knaben, der dort liegt. Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner
Hand; denn ich will ihn zum großen Volk machen. Und Gott tat ihr die Augen auf,
dass sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit
Wasser und tränkte den Knaben. Und Gott war mit dem Knaben. Der wuchs heran und wohnte in der Wüste und wurde ein guter Schütze.” (1.Mose
21:17-20)
Oder wie der Pslam besagte:
“Wenn sie durchs dürre Tal ziehen,
wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen.” (Psalms
84:6)
Die Umstände der Zeit haben die
Entwicklung Mekkas als Handelszentrum gefördert. Die Kämpfe zwischen Persien
und Byzanz haben die nördlicheren Handelsrouten zwischen Osten und Westen
versperrt, während der Einfluss und der Wohlstand im südlichen Arabien durch
die Äthiopier zerstört wurde. Desweiteren stand die Stadt durch ihre Rolle als
Pilgerzentrum in hohem Ansehen, da die Quraisch die Hüter der Kaaba waren,
genossen sie das beste beider Welten. Die Verbindung aus Ehre – die Araber
stammen von Abraham durch Ismael ab – mit Reichtum und geistlicher Autorität
ließ sie glauben, dass ihr Ruhm verglichen mit dem der anderen Völker der Erde,
wie das Strahlen der Sonne verglichen mit dem Leuchten der Sterne sei.
Aber der Zeitabstand zu den großen
Patriarchen und Propheten ebenso wie ihre Isolation in der dürren Wüste der
Halbinsel haben den Götzendienst anwachsen lassen; der Glaube an die Teilhaberschaft
geringerer Gottheiten an ihren gottesdienstlichen Riten für das Allerhöchste
Wesen; sie besaßen den Glauben, dass ihre Gottheiten die Macht besäßen, ihre
Gebete dem Allerhöchsten Gott vorzutragen. Jede Region, jeder Clan, eigentlich
sogar jedes Haus besaß einen eigenen kleinen ´Gott´. Dreihundertund sechzig
Götzen waren in der Kaaba und ihrem Hof aufgestellt worden – dem Haus, das
Abraham für den Dienst an dem Einen und Einzigen Gott erbaut hatte. Die Araber
zollten aber nicht nur Götzen in Form von Skulpturen göttliche Ehre, sondern
verehrten alles Übernatürliche. Sie dachten, die Engel wären Gottes Töchter.
Trunkenheit und Glücksspiel waren verbreitet. Kindsmord an weiblichen Babies,
indem die neugeborenen Mädchen lebendig begraben wurden, war etwas normales.
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Muhammads Biographie (teil 2 von 12): Von der Geburt zum Erwachsenen
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Beschreibung: Ein Einblick in das Leben des Propheten vor der Offenbarung.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 20 Oct 2008 - Zuletzt verändert am 20 Oct 2008
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Die Geburt des Propheten
Es war im Jahr 570 der christlichen
Zeitrechnung, als der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm,
in Mekka, einer Stadt im heutigen Saudi Arabien, geboren wurde. Sein Vater,
Abdullah, war ein Ur-ur-Großsohn von Qusayy, dem Gründer Mekkas, und gehörte zu
der Haschimitischen Familie der Quraisch. Seine Mutter, Amina, war eine
Nachfahrin von Qusayys Bruder. Als er mit einer Karawane auf dem Rückweg von
Syrien und Palästina war, machte Abdullah an einer Oase nördlich von Mekka
Halt, um Verwandte zu besuchen, wurde krank und starb wenige Monate vor der
Geburt seines Sohnes.
Es war der Brauch der Quraisch, die Söhne
in die Wüste zu schicken, damit sie von einer Amme gestillt würden und ihre
frühe Kindheit mit den Beduinen verbrachten. Abgesehen von den
gesundheitlichen Betrachtungen repräsentierte das eine Rückbesinnung auf ihre
Wurzeln, eine Gelegenheit, die Freiheit zu erfahren, die die Ausgedehntheit der
Wüste begleitet. Der Prophet Muhammad wurde von Halima aufgenommen und
verbrachte vier oder fünf Jahre mit dieser Beduinenfamilie, hütete die Schafe,
als er Laufen gelernt hatte, lernte Art der Wüste kennen.
Als er sechs war, nicht lange nachdem er
mit seiner Mutter wieder vereint war, nahm sie ihn auf eine Reise nach Yathrib
mit, wo sein Vater verstorben war, und sie selber erkrankte an den Fiebern, die
in der Oase grassierten und starb auf dem Heimweg. Muhammad kam nun unter die
Obhut seines Großvaters, Abdul-Muttalib, dem Oberhaupt des Haschimiten Clans.
Als der Junge acht Jahre alt war, starb auch Abdul-Muttalib und so gelang er in
Obhut des neuen Oberhaupts der Haschimiten, seinen Onkel Abu Talib. Der Prophet
Muhammad hütete Schafe, und als er neun Jahre alt war, wurde er von seinem
Onkel auf eine Karawane nach Syrien mitgenommen, damit er die Kunst des
Handelns lernen konnte.
Er arbeitete weiterhin als Händler und schon bald war er
sehr anerkannt. Eine der reichsten Vermögenden Mekkas war die zweifache Witwe
Khadija. Beeindruckt von dem, was sie über Muhammad gehört hatte, der
allgemein als al-Amien ´der Vertrauenswürdige´ bekannt war, beauftagte sie ihn,
ihre Handelswaren nach Syrien zu bringen. Noch mehr beeindruckt von seiner
Kompetenz, als er diese Aufgabe erledigt hatte, als von seinem persönlichem
Charme, bot sie sich ihm zur Heirat an. Zu dieser Zeit war der Prophet
Muhammad fünfundzwanzig und Khadija bereits vierzig. Khadija schenkte ihrem
Ehemann einen jungen Sklaven, Zaid, den Muhammad frei ließ. Als Zaids
Verwandten kamen, um ihn auszulösen, war seine Zuneigung für seinen Wohltäter
so tief, dass er mit dem Propheten Muhammad bleiben wollte. Khadija gebar
Muhammad sechs Kinder, darunter einen Sohn, Qasim, der vor seinem zweiten
Geburtstag starb
Von da an war der Prophet Muhammad ein
vermögender Mann, von der Gesellschaft respektiert, sowohl für seine
Großzügigkeit als auch für seine Vernunft bewundert. Seine Zukunft
schien gesichert. Im rechten Augenblick den Reichtum seines
Stammes wiederhergestellt, wurde er zu einem der einflussreichsten Älteren der
Stadt und hätte sein Leben vielleicht wie sein Großvater beendet, im Schatten
der Kaaba lehnend und die langen Jahre seines Lebens überdenkend. Aber sein
Geist war unruhig und das verstärkte sich, als er das mittlere Alter erreichte.
Die Hunafa
Die Mekkaner beanspruchten, Nachkommen von
Abraham durch Ismael zu sein, und ihr Tempel, die Kaaba wurde von Abraham für
den Gottesdienst an dem Einen Gott erbaut. Sie wurde noch immer, Haus Gottes
genannt, aber die Hauptobjekte der Anbetung war eine Menge Götzen, die in ihrem
Inneren standen, Skulpturen von Gottheiten, von denen sie glaubten, es seien
die Töchter Gottes, die als Vermittler dienten. Die wenigen, die von diesem
Götzendienst abgeneigt waren, der seit Jahrhunderten die Oberhand gewonnen
hatte, sehnten sich nach der Religion Abrahams. Solche Suchende nach der
Wahrheit wurden Hunafaa genannt, ein Wort, das eigentlich "jene, die sich
abwenden" vom Götzendienst bedeutet. Diese Hunafaa bildeten keine
Gemeinschaft, sondern sie suchten im Licht ihres eigenen inneren Bewusstseins
nach der Wahrheit. Muhammad, der Sohn Abdullahs, war einer von ihnen.
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Muhammads Biographie (teil 3 von 12): Die ersten Offenbarungen
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Beschreibung: Ein ausführlicher Bericht darüber, wie der Prophet, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, seine ersten Offenbarungen von Gott erhalten hat.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 20 Oct 2008 - Zuletzt verändert am 20 Oct 2008
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Zu jener Zeit begann der Prophet,
angenehme Träume zu sehen, die sich bewahrheiteten. Er fühlte ebenfalls ein
anwachsendes Bedürfnis nach Einsamkeit und dies führte ihn dazu, sich
zurückzuziehen und in den steinigen Bergen, die Mekka umgeben, zu meditieren. Er
pflegte sich für einige Tage zurückzuziehen, nahm Versorgung mit und kehrte
dann zu seiner Familie zurück, um sich wieder mit Proviant zu versorgen. In
der Glut des Tages und während der klaren Wüstennächte, wenn die Sterne scharf
genug schienen, um in das Auge einzudringen, wurde sein Wesen mit den ´Zeichen´
der Himmelskörper gesättigt, so dass er da schon als ein durchaus angemessenes
Werkzeug einer Offenbarung, die diesen ´Zeichen´ innewohnt, hätte dienen
können. Zu jener Zeit wurde er auf eine ungeheuere Aufgabe vorbereitet, die
ihm aufgelastet werden sollte, die Aufgabe des Prophetentums und die
Übermittlung der wahren Religion Gottes zu seinem Volk und dem Rest der
Menschheit.
Spät in einer Nacht des Heiligen Monats
Ramadhan, die bei den Muslimen als Laylat-ul-Qadr, die ´Nacht der Bestimmung´
bekannt ist, kam sie.
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Die Höhle Hira (Luftbild). Der Prophet
Muhammad pflegte regelmäßig in dieser Höhle zu meditieren. Die ersten
Offenbarungen des Qur´an erhielt er hier.
Der Prophet Muhammad war allein in der
Höhle auf dem Berg Hira. Dort wurde er vom Engel der Offenbarung überrascht,
Gabriel, derselbe Engel, der auch zu Maria gekommen war, der Mutter von Jesus.
Er ergriff ihn und drückte ihn fest. Ein einziger Befehl
schlug ihm entgegen: ´Iqra´- ´Lies!´ Er sagte: ´Ich kann nicht lesen!´ aber der Befehl wurde noch zweimal
wiederholt, und immer antwortete der Prophet das gleiche. Schließlich wurde er
von dem Engel mit überwältigender Kraft gepackt. Dann ließ Gabriel von ihm ab
und die erste ´Rezitation´des Qur´an wurde ihm offenbart:
“Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf. Er
erschuf den Menschen aus einem Blutklumpen. Lies, denn dein Herr ist Allgütig,
Der mit dem Schreibrohr lehrt, lehrt den Menschen, was er nicht wusste.” (Quran
96:1-5)
So begann die wunderbare Geschichte von
Gottes letzter Offenbarung an die Menschheit bis zum Ende der Zeit. Das
Zusammentreffen eines Arabers mit einem Wesen aus dem Reich des Unsichtbaren
vor vierzehn Jahrhunderten war ein Ereignis von derartig folgenschwerer
Bedeutsamkeit, dass es die Menschen auf der ganzen Erde bewegte und die Leben
von hundert Millionen von Männern und Frauen beeinflusste, große Städte zu
bauen und Zivilisationen zu gründen, mächtige Armeen zugrunde gehen ließ und
aus Staub nie gekannte Schönheit und Glanz entstehen zu lassen. Es brachte
auch wimmelnde Massen zu den Toren des Paradieses und, nebenbei, zu der
glücklichen Aussicht darauf. Das Wort Iqra’ hallte in den Tälern des
Hijaz wieder, zerbrach die Form, in der die bekannte Welt geformt war; und
dieser Mann allein unter den Bergen nahm auf seine Schultern eine Last auf
sich, die die Berge hätte zerfallen lassen, wäre sie auf ihnen gelandet.
Der Prophet Muhammad war vierzig Jahre
alt, und er hatte ein Alter der Reife erreicht. Die Wucht dieser gewaltigen
Begegnung hat sein Wesen schmelzen lassen. Die Person, die er gewesen war, war
wie eine Haut durch das Licht verdörrt und verbrannt, und der Mann, der von dem
Berg hinabstieg und Zuflucht in den Armen seiner Frau Khadija suchte, war nicht
derselbe, der zuvor hinaufgestiegen war.
In dem Augenblick fühlte er sich irgendwie
wie ein Verfolgter. Als er hinabstieg, hörte er eine gewaltige Stimme rufen:
´Muhammad, du bist der Gesandte Gottes, und ich bin Gabriel.´ Er blickte nach
oben und der Engel erfüllte den Horizont. Wo auch immer er sich hinwandte, war
die Gestalt, unentrinnbar anwesend. Er eilte nach Hause und rief Khadija:
´Bedeck mich! Bedeck mich!´ Sie ließ ihn sich hinlegen, deckte
ihn zu und sobald er sich ein wenig erholt hatte, erzählte er ihr, was er
erlebt hatte. Der Prophet fürchtete sich. Sie aber gab ihm Sicherheit und
tröstete ihn:
“Niemals! Bei Gott, Gott wird dich
nie in Ungnade fallen lassen. Du unterhälst gute Beziehungen mit den
Verwandten, hilfst den Armen, bedienst deine Gäste großzügig und unterstützt
diejenigen, die Schicksalsschläge erlitten haben.” (Sahieh Al-Bukhari)
Sie sah in ihrem Ehemann jemanden, den
Gott aufgrund seiner guten Eigenschaften der Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit und
Unterstützung für die Armen nie erniedrigen würde. Die erste Person auf der
Erdoberfläche, die an ihn glaubte, war Khadija. Sie ging sofort zu ihrem Onkel
Waraqa, einen christlichen Gelehrten. Nachdem er den Bericht von dem Erlebnis
ihres Ehemannes gehört hatte, erkannte Waraqa, dass er der in der Bibel
angekündigte erwartete Prophet war und er bestätigte, dass das, was ihm in der
Höhle begegnet war, tatsächlich der Engel Gabriel gewesen war, der Engel der
Offenbarung.
“Dies ist der Bewahrer der
Geheimnisse (Gabriel), der zu Moses gekommen war.” (Sahieh Al-Bukhari)
Der Prophet erhielt sein restliches Leben
weiterhin Offenbarungen, auswendig gelernt und aufgeschrieben von vielen seiner
Gefährten auf Schafhäuten und was auch immer sie sonst noch zur Hand hatten.
Der Qur´an oder "Rezitation"
Die Worte, die ihm Gabriel überbracht hat,
wurden von den Muslimen geheiligt und nie mit denen, die er selbst gesprochen
hatte, vermischt. Die ersten sind das Heilige Buch, der Quran, die letzteren
sind die Hadith oder Sunna des Propheten. Denn der Engel Gabriel rezitierte für
den Propheten den Qur´an wörtlich, das Heilige Buch ist bekannt als Al-Qur´an,
"die Rezitation", die Rezitation des Mannes, der nicht lesen konnte.
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Muhammads Biographie (teil 4 von 12): Verfolgung in Mekka
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Beschreibung: Die frühe Zeit der Botschaft des Propheten im Islam und die Verfolgung der Anhänger des Islam.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 27 Oct 2008 - Zuletzt verändert am 27 Oct 2008
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Erste Konverierte
In den ersten Jahren seiner Mission
predigte der Prophet seiner Familie und seinen engen Freunden. Die erste Frau,
die konvertiert ist, war seine Frau Khadija, das erste Kind war sein Kousin
Ali, den er unter seine Obhut genommen hatte, und der erste Bürge war sein
ehemaliger Sklave Zaid. Sein alter Freund Abu Bakr war der erste männliche
Erwachsene, der den Islam angenommen hat. Viele Jahre später sagte der Prophet
von ihm: ‘Ich habe nie jemanden zum Islam gerufen, der nicht am Anfang gezögert
hätte, mit Ausnahme von Abu Bakr.’
Später kam zu ihm der Befehl, öffentlich
zu predigen und sich gegen den Götzendienst auszusprechen. Zuerst waren die
Älteren von den Quraisch in der Lage gewesen, diese seltsame kleine Gruppe zu
ignorieren, behandelten Muhammad wie einen traurigen Fall von Selbsttäuschung,
aber jetzt begannen sie darüber klar zu werden, dass sein Predigen, das viele
Anhänger unter den Armen und Besitzlosen anzog (und von daher als gefährlich
einzustufen), und eine Bedrohung sowohl für die Religion als auch für den
Reichtum Mekkas darstellte. Ein offener Konflikt allerdings hätte ihren
Interessen widersprochen. Ihre Macht hing von ihrer Einigkeit ab, und mit dem
Beispiel von Yathrib – das durch eine Stammesfehde auseinander gerissen war - als
grausame Warnung vor dem, was passieren könnte, wenn ihre Zeit gekommen wäre.
Außerdem war der Stamm Haschim. Was auch immer er von seinem abtrünnigen
Mitglied privat denken möge, durch den Brauch daran gebunden, ihn zu
verteidigen, wenn er angegriffen wird. Sie beschränkten sich zu jener Zeit
darauf, sich über sie lustig zu machen, vielleicht die effektivste Waffe in der
Verteidigung eines gewöhnlichen Menschen gegen den Bruch der Wahrheit, denn es
beinhaltet nicht den Grad, der der Gewalt innewohnt. Sein früherer Beschützer
Abu Talib bat ihn, seine Aufruf aufzugeben, damit er seine Sicherheit und die
Sicherheit seines Clans nicht in Gefahr bringe. ´O mein Onkel,´ sagte er,
´selbst wenn sie mir die Sonne in meine Rechte und den Mond in meine Linke
gäben, werde ich mein Vorhaben nicht aufgeben, solange Gott mich erfolgreich
sein lässt oder bis ich sterbe.´ Abu Talib antwortete seufzend: ´O Sohn meines
Bruders, ich werde dich nicht im Stich lassen.´
Die Spannung in der Stadt erhöhte sich
stufenweise, Monat für Monat, je mehr sich Muhammads spiritueller Einfluss
verbreitete, die Hegemonie der Älteren der Quraisch untergrub und Trennungen in
ihre Familien brachte. Dieser Einfluss wurde umso gefährlicher für die etablierte
Ordnung, als die aufeinanderfolgenden Offenbarungen vermehrt Warnungen gegen
die Gefühllosigkeit der mekkanischen Plutokratie, ihre Habsucht immer ´mehr und
mehr´ zu wollen und ihre Gier enthielten. Die Opposition wurde nun von einem
gewissen Abu Jahl zusammen mit Abu Lahab und dem Schwager des Letzteren
angeführt, einem jüngeren Mann, der klüger und talentierter war als jeder von
ihnen, Abu Sufyan. Eines Tages kehrte Muhammads Onkel Hamza von der Jagd
zurück, der sich bis dahin neutral verhalten hatte. Als sie ihm von den
Beleidigungen mit denen sein Neffe überhäuft wurde, berichteten, wurde er so
wütend, dass er Abu Jahl aufsuchte, ihm mit seinem Bogen auf den Kopf schlug
und an Ort und Stelle seine Konvertierung zum Islam bekanntgab.
Beginnende Verfolgung
Am Ende des dritten Jahres erhielt der
Prophet den Befehl, sich "zu erheben und zu warnen", woraufhin er
begann, öffentlich zu predigen und die abscheuliche Torheit des Götzendienstes
angesichts der wunderbaren Zeichen von Tag und Nacht, Leben und Tod, Wachstum
und Verfall, welche die Macht Gottes und Seine Einheit demonstrienen, zu
betonen. Als er da begann, sich gegen ihre Gottheiten auszusprechen, wurden
die Quraisch feindlich aktiv, verfolgten die ärmeren Anhänger, verhöhnten und
beleidigten ihn. Die einzige Überlegung, die sie davon abhielt, ihn zu töten,
war ihre Angst vor der Blutrache, die der Stamm, zu dem seine Familie gehörte,
verüben wurde. Gestärkt von seiner Erleuchtung fuhr der Prophet fort, zu
warnen, zu erörtern und zu drohen, während die Quraisch alles taten, was sie
konnten, um sich über seine Lehren lustig zu machen und seine Anhänger zu entmutigen.
Die Flucht nach Abessinien
Die Konvertiten der ersten vier Jahre
waren größtenteils vom einfachen Volk und nicht in der Lage, sich gegen die
Unterdrückung zu verteidigen. Die Verfolgung, die sie erlitten, war so
grausam, dass der Prophet allen empfahl, die dazu in der Lage waren, zumindest
für eine gewisse Zeit nach Abessinien (das heutige Äthiopien) auszuwandern, wo
sie durch den Christen Negus, ´einem aufrichtigen König´, freundlich empfangen
wurden. Ungefähr achtzig Konvertiten flohen 614 nChr. in das christliche
Land.
Dieses offensichtliche Bündnis mit einer
fremden Macht beunruhigte die Mekkaner noch mehr, und sie schickten Abgesandte
zu Negus, welche die Auslieferung der Muslime forderten. Vor dem Gericht wurde
lange verhandelt und die Muslime gewannen, indem sie zuerst zeigten, dass die
denselben Gott wie die Christen anbeteten und dann indem sie eine Passage aus
dem Qur´an vortrugen, in der von der Jungfrau Maria die Rede ist, woraufhin
Negus schluchzte und sagte: "Wahrlich, dies kommt von derselben Quelle wie
das, was Jesus gebracht hat."
Aber aller Verfolgung und Auswanderung zum
Trotz wuchs die kleine Gemeinschaft der Muslime standing an. Die Quraisch
wurden ernsthaft beunruhigt. Dem Götzendienst an der Kaaba, dem Heiligen Ort
zu dem ganz Arabien pilgerte, und dessen Hüter sie waren, galt ihr höchstes
Interesse. Während der Zeit der Pilgerschaft stellten sie an den Straßen
Posten auf, welche die Pilger der anderen Stämme vor dem "Verrückten"
warnen sollten, der in ihrer Mitte predigte. Sie versuchten, den Propheten zu
einem Kompromiß zu bewegen, indem sie ihm anboten, seine Religion zu
akzeptieren, wenn er sie etwas abänderte, so dass ein Platz geschaffen wurde,
damit sie weiterhin ihre Gottheiten als Vermittler Gottes anbeten könnten. Im
Gegenzug boten sie ihm an, ihn zu ihrem König zu machen, wenn er ihren
Götzendienst nicht weiter angreifen würde. Das beständige Ablehnen ihrer
Angebote frustrierte sie zutiefst.
Die Konvertierung Umars
Wichtiger war allerdings die Konvertierung
eines der vorzüglichsten jungen Männer der Stadt, Umar ibn al-Khattab. Außer
sich vor Wut über den stetig wachsenden Erfolg der neuen Religion – die so ganz
im Gegensatz zu dem stand, was er zu glauben gelernt hatte – schwor er, Muhammad,
Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, zu töten, egal welche Konsequenzen das
nach sich ziehen würde. Jemand sagte ihm aber, bevor er dies tue, solle er
sich lieber um die Angelegenheiten in seiner eigenen Familie kümmern, denn
seine eigene Schwester und ihr Ehemann waren Muslime geworden. Als er in ihr
Haus stürzte, lasen sie gerade ein Kapitel, das ´Ta-Ha´ genannt wird, und als
seine Schwester zugab, dass sie wirklich den Islam angenommen haben, schlug er
sie verärgert. Ein wenig beschämt fragte er sie, was sie gerade gelesen
hatten. Sie gaben ihm den Text, nachdem sie darauf bestanden hatten, das er
die rituelle Waschung vornimmt. Und als er diese Verse des Qur´an las, ging
eine plötzliche und totale Wandlung in ihm vor. Die süße Macht der Worte des
Qur´an Veränderten ihn für immer! Er ging geradewegs zu Muhammad und nahm den
Islam an.
Männer wie diese waren so wichtig für die
angegriffene Gesellschaft, aber die meisten der neuen Muslime waren entweder
Arme oder Sklaven. Die Armen wurden geschlagen, und die Sklaven wurden
gequält, um sie zu zwingen, ihren Glauben zu widerrufen, und Muhammad konnte
nur wenig dafür tun, um sie zu schützen.
Ein schwarzer Sklave mit dem Namen Bilal
wurde unter der sengenden Sonne nackt auf dem Boden gefesselt, ausgepeitscht
und dann wurde er mit einem großen Stein auf seiner Brust dem Verdursten
überlassen. Er wurde von den Götzendienern aufgefordert, seine Religion zu
widerrufen, umder Tortur zur entrinnen, aber seine einzige Antwort war: ‘Ahad!
Ahad!’ (‘Gott ist Einer! Gott ist Einer!) In
diesem Zustand, kurz vor dem Tod, fand ihn Abu Bakr und befreite ihn mit einer
außerordentlich hohen Geldsumme. In Muhammads Haus erholte er sich und wurde
einer der engsten und beliebtesten der Gefährten. Als lange Zeit später die
Frage auftauchte, wie die Gläubigen zum Gebet gerufen werden sollten, wurde
Bilal der erste Muezzin, (derjenige, der die Gläubigen mit lauter Stimme
zum Gemeinschaftsgebet in die Moschee ruft) des Islam: ein großer, dünner schwarzer
Mann mit einer kräftigen Stimme und, so wurde berichtet, mit dem Gesicht eines
Raben unter einem Schopf grauen Haares; ein Mann, den die Sonne während seiner
Tortur alles, außer seiner Liebe zu dem Einen und dem Gesandten des Einen,
verbrannt hatte.
Die Zerstörung der Saheefah
In jeder
Beziehung frustriert, erklärte die mekkanische Oligarchie unter der Führung von
Abu Jahl in einem formellen Schriftstück einen Bann oder Boykott gegen den
ganzen Haschim Klan; es durften keine Handelsgeschäfte mit ihnen unterhalten werden,
bis sie Muhammad verbannten, und niemand durfte eine Frau von den Haschim
heiraten oder seine Tochter zu einem Mann aus diesem Klan geben. Dann war der
Prophet drei Jahre lang gezwungen, mit seiner ganzen Anhängerschaft außerhalb
der Stadt Mekka in einer Schlucht zu verweilen.
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Muhammads Biographie (teil 5 von 12): Vorbereitungen für die Auswanderung
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Beschreibung: Die Hauptereignisse, die zur Auswanderung der Muslime nach Medinah führten.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 27 Oct 2008 - Zuletzt verändert am 27 Oct 2008
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Männer aus Yathrib
Sie kamen aus Yathrib, einer Stadt, die
über zweihundert Meilen entfernt war und seitdem als al-Medina, "die
Stadt" par excellence bekannt ist, um die Pilgerschaft (Hajj) zu
verrichten. Yathrib besaß eine bevorzugte Lage in einer angenehmen Oase, auch
zu jener Zeit schon bekannt für ihre Datteln, aber in jeder anderen Hinsicht
unglücklich. Die Oase war zum Schauplatz unaufhörlicher Stammesfehden
geworden. Juden bekämpften Juden und Araber bekämpften Araber; Araber
verbündeten sich mit Juden und kämpften gegen Araber, die wiederum mit einer
anderen jüdischen Gemeinschaft verbündet waren. Während Mekka gedieh, lebte
Yathrib in Elend. Sie benötigten dringend einen Führer, der in der Lage war,
das Volk zu vereinen.
In Yathrib gab es jüdische Stämme mit
gelehrten Rabbinern, die oft mit den Götzendienern von einem Propheten
gesprochen hatten, der bald von den Juden kommen würde, mit dem sie, wenn er
käme, die Araber zerstören würden, so wie die alten Völker der ´Aad und der
Thamud wegen ihres Götzendienstes zerstört wurden.
Der Prophet Muhammad, Gottes Segen und
Frieden seien auf ihm, besuchte in diesem Stadium seines Aufrufs heimlich
verschiedene Stämme außerhalb von Mekka, um ihnen die Botschaft des Islam zu
vermitteln. Einst hörte er zufällig eine Gruppe von Männern bei Aqaba, einem
Ort außerhalb von Mekka, und er fragte sie, ob er mit ihnen sitzen dürfe,
woraufhin sie ihn erfreut einluden. Als die Männer vom Stamm der Khazraj aus
Yathrib hörten, was Muhammad ihnen zu sagen hatte, erkannten sie in ihm den
Propheten, von dem ihnen die Juden berichtet hatten, und alle diese sechs
Männer nahmen den Islam an. Sie hofften auch, dass Muhammad mit seiner neuen
Religion derjenige sein würde, der sie mit ihren Bruderstamm, den Auws, einem
Stamm aus Yathrib, mit dem sie ihre Abstammung teilten, wieder vereinen würde,
aber Jahre des Krieges und der Feindschaft hatten sie befremdet. Sie
beschlossen, nach Yathrib zurückzukehren und die Religion Muhammads zu
verbreiten. Die Folge davon war, dass in Yathrib bald kein Haus mehr
existierte, das noch nicht von der Botschaft des Islam gehört hatte und in der
nächsten Pilgersaison, im Jahr 621, kam eine Delegation aus Yathrib mit der
Absicht, den Propheten zu treffen.
Erstes Abkommen von Aqaba
Diese Delegation bestand aus zwölf Männern,
fünf von denen, die auch im Vorjahr da gewesen waren, und zwei Mitglieder von
den Auws. Sie trafen den Propheten wieder bei Aqaba und schworen in ihren
eigenen Namen und in denen ihrer Ehefrauen, dass sie Gott kein anderes Geschöpf
zur Seite stellen (also wurden sie Muslime), dass sie weder stehlen, noch
Ehebruch begehen, noch in größter Armut ihre Kinder töten; und sie
verpflichteten sich, diesem Mann in allen Dingen zu Gehorsam zu leisten. Dies
ist als der erste Schwur von Aqaba bekannt. Als sie nach Yathrib
zurückkehrten, schickte der Prophet seinen ersten Botschafter mit ihnen, Mus´ab
ibn ´Umair, der die neuen Konvertiten in den Grundlagen des Glaubens
unterrichten und die Religion unter denen, die den Islam noch nicht angenommen
hatten, weiter verbreiten sollte.
Mus´ab predigte die Botschaft des Islam,
bis fast jede Familie in Yathrib einen Muslim in ihrer Mitte hatte und vor dem
Hajj des folgenden Jahres, 622, kehrte Mus´ab zum Propheten zurück und teilte
ihm die guten Nachrichten von seiner Mission mit und erzählte ihm von dem Guten
und von der Stärke Yathribs und seines Volkes.
Zweites Abkommen von Aqaba
622 kamen fünfundsiebzig Pilger aus
Yathrib, die Muslime waren, darunter zwei Frauen. Spät in der Nacht, als alle
schliefen, schlichen die Muslime von den Pilgern as Yathrib heimlich zu dem
Ort, an dem sie sich zuvor mit dem Propheten verabredet hatten, in den Bergen
bei Aqaba, um dem Propheten ihre Treue zu schwören und um ihn in ihre Stadt
einzuladen. Bei Aqaba trafen sie den Propheten und sein Onkel war bei ihm, der
noch immer ein Götzendiener war, aber seinen Neffen wegen der Familienbande
verteidigte. Er sprach und warnte die Muslime vor den Gefahren ihres
Vorhabens, und dagegen, ihrer Verpflichtung gegenüber Untreue zu zeigen, wenn
sie diese eingegangen sind. Einer von den Pilgern, die auch in den vergangenen
beiden Jahren anwesend gewesen war, stand ebenfalls auf und warnte vor der
Gefahr ihrer Verpflichtung und ihrer Bereitschaft, sie aufrechtzuerhalten. In
ihrer festen Entschlossenheit und Liebe zum Propheten schworen sie, ihn so zu
verteidigen, wie sie sich selbst, ihre Frauen und ihre Kinder verteidigen
würden. Da wurde auch die Hijrah, die Auswanderung nach Yathrib, beschlossen.
Dies ist auch als der Schwur des Kampfes
bekannt, denn er umfasste den Schutz der Person des Propheten, wenn nötig mit
Waffen; und bald nach der Auswanderung nach Yathrib wurde der Qur´anvers
offenbart, der den Kampf, um die Religion zu verteidigen, erlaubte. Diese
Verse sing in der Religion des Islam grundlegend:.
“Die Erlaubnis (, sich zu verteidigen,) ist
denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Gott hat
wahrlich die Macht, ihnen zu helfen - , jenen, die schuldlos aus ihren Häusern
vertrieben wurden, nur weil sie sagten: "Unser Herr ist Gott." Und
wenn Gott nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, so
wären gewiss Klausen, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen der Name Gottes
oft genannt wird, niedergerissen worden. Und Gott wird sicher dem beistehen,
der Ihm beisteht. Gott ist wahrlich Allmächtig, Erhaben.” (Quran 22:39-40)
Für den Propheten Muhammad, für die
Muslime und für die Welt war ein Wendepunkt gekommen. Es war das Schicksal des
Propheten Muhammads, und ein Aspekt seiner prophetischen Funktion, dass er den
Verfolgten und Unterdrückten die Alternativen, die sich ihnen eröffneten,
zeigen sollte; einerseits Selbstbeherrschung; auf der anderen Seite das, was
von den Christen und Juden als ´gerechter Krieg´ bezeichnet wird, aber von dem
eine spätere Qur´anoffenbarung sagt: "dann wäre die Erde wahrhaftig von
Unheil erfüllt." (Quran 2:251).
Fast dreizehnn Jahre lang hatten er und seine Gefährten unter der Verfolgung,
den Drohungen und Beleidigungen gelitten, ohne auch nur eine Hand zur
Selbstverteidigung zu heben. Sie hatten bewiesen, dass dies menschlich möglich
ist. Die Umstände veränderten sich aber und erforderten eine andere Antwort,
wenn die Religion des Islam in der Welt überleben sollte. Friede hat seine
Zeiten, aber auch der Krieg, und ein Muslim vergißt nie, dass jeder Mensch
geboren wurde, um sich auf die eine oder andere Weise anzustrengen; wenn nicht
körperlich, dann geistig. Diejenigen, die diese Tatsache versuchen, zu
ignorieren, werden früher oder später versklavt.
Der Komplott um den Propheten zu ermorden
In kleinen Gruppen verließen die Muslime
Mekka und machten sich auf in Richtung Yathrib. Die Hijrah (´Auswanderung´)
hatte begonnen.
Für die Quraisch waren die Grenzen des
Ertragbaren überschritten. Feinde in der eigenen Stadt waren schlimm genug,
jetzt aber waren die Feinde auf dem Weg im Norden ein rivalisierendes Zentrum
zu gründen. Der Tod Abu Talibs hatte Muhammads hauptsächlichen Beschützer
beseitigt. Bislang durch die von den beduinischen Vorvätern geerbten
Prinzipien und der Furcht vor unangenehmen Blutfehden verhindert, beschlossen
die Führer letztendlich doch, dass Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf
ihm, sterben muss. Abu Jahl schlug einen einfachen Plan vor. Junge Männer von
verschiedenen Sippen sollten Muhammad einen tödlichen Stoß versetzen, damit sie
alle an Muhammads Blut schuldig seien. Haschim konnte nicht von allen
anderen Sippen Vergeltung fordern.
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Muhammads Biographie (teil 6 von 12): Die Hijrah des Propheten
|
Beschreibung: Eine ausführliche Beschreibung der Auswanderung des Propheten von Mekka nach Medina.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 27 Oct 2008 - Zuletzt verändert am 27 Oct 2008
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Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
|
Die Hijrah (23. September 622 nChr.)
Der Prophet hatte jedoch mit ein paar
wenigen Gefährten auf den göttlichen Befehl gewartet, dass er sich den anderen
Muslimen in Yathrib anschließen soll. Er hatte nicht die Freiheit,
auszuwandern, bevor es ihm befohlen wurde. Schließlich kam der Befehl. Er gab
Ali seinen Umhang, bat ihn, sich damit in sein Bett zu legen, damit jeder, der
hineinschaute, denken möge, Muhammad läge dort. Die Mörder sollten ihn töten,
sobald er sein Haus verließ, sei es in der Nacht oder am frühen Morgen. Er
wusste, dass sie Ali nicht verletzen würden. Die jungen Männer hatten sich
bereits um sein Haus verteilt, als der Prophet Muhammad ungesehen
hinausschlich. Er ging zu Abu Bakrs Haus, rief ihn und sie beide versteckten
sich in einer Höhle eines Berges in der Wüste, bis die Gefahr vorbei war. Abu
Bakrs Sohn und Tochter und sein Hirte brachten ihnen nach Einbruch der
Dunkelheit Nahrung und die Nachrichten. Einmal kam ein Suchtrupp ihrem
Versteck so nahe, dass sie ihre Worte hören konnten. Abu Bakr bekam Angst und
sagte: "O Gesandter Gottes, wenn einer von ihnen zu ihren Füßen
hinabblickte, würde er uns sehen!" Der Prophet antwortete: .
“Was denkst du von zwei Menschen,
wenn Gott der Dritte ist? Sei nicht beunruhigt, denn Gott ist wirklich mit
uns. ” (Sahieh Al-Bukhari)
Als der Suchtrupp weitergezogen war, ohne
ihre Anwesenheit zu bemerken, ließ Abu Bakr bei Nacht die Reitkamele und den
Führer zu der Höhle bringen und sie begannen den langen Ritt nach Yathrib.
Nachdem sie viele Tage durch unwegsames
Gelände geritten waren, erreichten die Fliehenden die Umgebung von Yathrib, die
Qubaa genannt wird, wo die Menschen seitdem sie vor Wochen gehört hatten, dass
der Prophet Mekka verlassen hatte, jeden Morgen von den Hügeln aus Ausschau
nach dem Propheten hielten, bis die Hitze sie dazu zwang, den Schatten
aufzusuchen. Die Reisenden kamen in der Hitze des Tages dort an, nachdem die
Wächter sich zurückgezogen hatten. Ein Jude, der wieder auf dem Posten war,
sah ihn sich nähern und rief den Muslimen zu, dass der, den sie erwarteten,
schließlich angekommen sei, und die Muslime brachen zu den Hügeln vor Qubaa
auf, um ihn zu begrüßen.
Der Prophet blieb für einige Tage in Qubaa
und baute dort die erste Moschee des Islam. In dieser Zeit kam auch Ali dort
an, der Mekka drei Tage nach dem Propheten zu Fuß verlassen hatte. Der Prophet,
seine Gefährten aus Mekka und die "Helfer" von Qubaa begleiteten ihn
nach Medina, wo seine Ankunft besorgt erwartet wurde.
Die Bewohner Medinas haben in ihrer
Geschichte nie einen strahlenderen Tag gesehen. Anas, ein enger Gefährte des
Propheten, sagte: .
"Ich war an dem Tag anwesend, als er
nach Medina kam, und ich habe nie einen besseren oder strahlenderen Tag
gesehen, als den Tag an dem er zu uns nach Medina kam; und ich war an dem Tag
anwesend, als er starb und ich habe nie einen schlimmeren oder dunkleren Tag
gesehen, als den Tag an dem er starb.” (Ahmed)
Jedes Haus in Medina wünschte, dass der
Prophet bei ihnen bleiben sollte, und manche versuchten, sein Kamel zu ihnen
nach Hause zu führen. Der Prophet hielt sie aber davon ab und sagte:.
“Lasst sie, denn sie ist unter
(göttlichem) Befehl.”
Es ging an vielen Häusern vorüber, bis sie
an dem Land von Banu Najjaar anhielt und niederkniete. Der Prophet stieg nicht
ab, bevor das Kamel sich nochmals erhoben hatte, ein wenig gegangen war, dann
umkehrte und sich an demselben Platz wieder niederließ. Daraufhin stieg der
Prophet herab. Er war mit seiner Wahl zufrieden, den Banu Najjaar waren seine
Onkel mütterlicherseits, und er wünschte auch, sie zu beehren. Als
verschiedene Mitglieder der Familie ihn in ihre Häuser baten, trat ein gewisser
Abu Ayyub vor zu seinem Sattel und trug ihn in sein Haus. Der Prophet sagte:.
“Ein Mann geht mit seinem Sattel.” (Sahieh
Al-Bukhari, Sahieh Muslim)
Die erste Aufgabe, die er in Medina
erfüllte, war eine Moschee zu bauen. Der Prophet , Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm, schickte nach zwei Jungen, denen der Dattelhain gehörte und bat
sie, den Preis für das Stück Land zu nennen. Sie antworteten: "Nein, aber
wir können ihn dir zum Geschenk machen, o Prophet (Gottes Segen und Frieden
seien auf ihm) Gottes." Der Prophet (Gottes Segen und Frieden seien auf
ihm) aber lehnte ihr Angebot ab, zahlte ihnen den Preis und erbaute dort eine
Moschee, er selbst nahm an ihrer Errichtung teil. Beim Arbeiten wurde gehört,
wie er sagte:.
“O Gott! Es gibt nichts Gutes, außer
das Jenseits, also bitte vergib den Helfern und den Auswanderern.” (Sahieh
Al-Blucher)
Die Moschee diente den Muslimen als Ort
der Gottesanbetung. Das Gebet, das zuvor individuell im Geheimen verrichtet
worden war, wurde nun zu einer öffentlichen Angelegenheit, eine die eine
muslimische Gesellschaft zusammenbringt. Die Epoche in der die Muslime und der
Islam untergeordnet und unterdrückt waren, war vorüber, jetzt wurde der Adhan,
der Ruf zum Gebet, laut verkündet, hallend und durch die Mauern eines jeden
Hauses dringend, rufend und die Muslime daran erinnernd, ihre Verpflichtung
ihrem Schöpfer gegenüber zu erfüllen. Die Moschee war ein Symbol der
islamischen Gesellschaft. Sie war ein Ort des Gottesdienstes, eine Schule, wo
die Muslime über die Wahrheiten der Religion lernten, ein Versammlungsort, an
dem die Differenzen verschiedener Streitparteien gelöst wurden und ein
Verwaltungshaus, von dem aus alle Angelegenheiten, die die Gesellschaft betreffen,
geregelt wurden, ein wahres Beispiel, wie der Islam alle Aspekte des Lebens in
der Religion vereint. Alle diese Aufgaben wurden an einem Patz gelöst, der aus
den Stämmen von Dattelpalmen erbaut und von ihren Blättern überdacht wurde.
Als die erste und wichtigste Aufgabe
erfüllt war, machte er auf beiden Seiten der Moschee Häuser für seine Familie
aus demselben Material. Die Moschee des Propheten und das Haus stehen auch
noch heute in Medina an genau demselben Ort.
Die Hijrah war vollbracht. Es war der 23. September 622 und die islamische Zeitrechnung, der muslimische
Kalender, beginnt an dem Tag, an dem dieses Ereignis stattfand. Und von diesem
Tag an hatte Yathrib einen neuen Namen, einen ehrenvollen Namen:
Medinat-un-Nabi, die Stadt des Propheten, kurz Medina.
Das war die Hijrah, die Auswanderung von
Mekka nach Yathrib. Die dreizehn Jahre der Demütigung, der Verfolgung, des
begrenzten Erfolgs und der unerfüllten Prophezeihung waren vorbei.
Die zehn Jahre des Erfolgs, die
erfülltesten, die jemals die Mühen eines Mannes gekrönt haben, hatten
begonnen. Die Hijrah zieht eine klare Trennungslinie in der Geschichte von der
Botschaft des Propheten, wie durch den Qur´an bewiesen wird. Bis dahin war er
nur ein Prediger gewesen. Von nun an war er der Führer eines Staates, zuerst
eines sehr Kleinen, aber er wuchs innerhalb der zehn Jahre zum arabischen Reich
an. Die Art der Führung, die er und sein Volk jetzt nach der Hijrah
benötigten, war nicht mehr dieselbe, die sie zuvor benötigt hatten. Daher
unterscheiden sich die Kapitel Medinas von denen Mekkas. Die letzteren gaben der
Seele des Einzelnen und dem Propheten als Warner die Rechtleitung; die früheren
geben einer heranwachsenden sozialen und politischen Gemeinschaft Anleitung und
dem Propheten als Vorbild, Gesetzgeber und Erneuerer.
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Muhammads Biographie (teil 7 von 12): Ein neues Stadium in Medina
|
Beschreibung: Die Herausforderungen in Medina einen neuen Stadtstaat zu errichten.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 03 Nov 2008 - Zuletzt verändert am 03 Nov 2008
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Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
|
|
Das Hauptessen des Propheten Muhammad
bestand aus gekochter Mehlsuppe mit Datteln und Milch, seine einzige weitere
Mahlzeit bestand aus Datteln und Wasser; aber er war regelmäßig hungrig,
manchmal band er sich einen flachen Stein gegen seinen Bauch, um sich das
Unwohlsein zu erleichtern. Eines Tages gab ihm eine Frau einen Umhang – etwas,
das er dringend benötigte – aber am selben Abend bat ihn jemand darum als
Leichentuch und er gab ihn sogleich als Almosen. Ihm wurde von denen, die
etwas mehr hatten, Essen gebracht, aber er schien es nie lange genug zu
behalten, um es zu kosten, denn es gab immer jemanden, der noch bedürftiger
war. Mit verminderter körperlicher Kraft – er war jetzt zweiundfünfzig Jahre
alt – bemühte er sich, aus den verschiedenen Völkern, die ihm Gott als
Ausgangsmaterial gegeben hat, eine Nation auf der Grundlage der wahren Religion
des Islam aufzubauen.
Mit der Kraft seines Charakters in
Verbindung mit außerordentlichen diplomatischen Fähigkeiten begann der Prophet
Muhammad die zerstrittenen Fraktionen in Medina wieder zu vereinen. Mit seinen
anderen Gefährten, die ebenfalls ausgewandert waren, wurde ein System der
Unterstützung für die Neuankömmlinge benötigt. Um die ´Emigranten´ (Muhājirūn)
mit den ansässigen ´Helfern´ (Ansār) zu vereinen, richtete er ein
System persönlicher Beziehung ein: jeder ´Helfer´ nahm sich einen ´Emigranten´
als seinen Bruder, behandelte ihn unter allen Umständen auch als solchen und
stand auch in der Erbfolge wie seine natürlichen Familienmitglieder da. Mit
wenigen Ausnahmen hatten die ´Emigranten´ alles verloren, was sie zuvor besessen
hatten und waren von ihren neuen Brüdern völlig abhängig. Die Helfer gingen
manchmal so weit, dass sie ihren Brüdern von den Emigranten die Hälfte von
allem, was sie besaßen, gaben, Häuser, Vermögen, Land und Gehölze. Derart war der Enthusiasmus der Helfer, alles mit ihren Brüdern
im Glauben zu teilen, dass sie alles in zwei Teile teilten, um dann Lose zu
ziehen, welchen Teil sie zur Verfügung stellten. In den meisten Fällen
versuchten sie, den Emigranten den besseren Anteil zukommen zu lassen.
Man ist versucht, die Tatsache als ein
´Wunder´ zu beschreiben, dass diese Situation keine Verstimmung unter denen
verursacht hat, die plötzlich verpflichtet waren, völlig Fremde in ihre
Familien aufzunehmen. Dieses Bündnis der Bruderschaft brach alle Bande der
Abstammung, Farbe, Zugehörigkeit und anderer Faktoren, die zuvor als Standard
der Ehre betrachtet wurden. Die einzige Verbindung, die nun zählte, war die
Religiöse. Selten wurde die Kraft des religiösen Glaubens, den Menschen zu
verändern, deutlicher gezeigt.
Die mekkanischen Muslime hatten allerdings
ihre alten Ferigkeiten nicht vergessen. Als ihn sein neuer Bruder fragte:
"O Ärmster der Armen, wie kann ich dir helfen? Mein Haus und mein
Vermögen stehen dir zur Verfügung!" antwortete einer der Emigranten:
"O Freundlichster der freundlichsten Freunde, zeige mir nur den Weg zum
Marktplatz. Der Rest erledigt sich von selbst." Dieser Mann, so wird
erzählt, began damit, Käse und geklärte Butter zu verkaufen und schon bald
wurde er reich genug, um das Brautgeld für ein einheimisches Mädchen zu zahlen
und zu gegebener Zeit eine Karavane mit 700 Kamelen auszustatten.
Derartige Unternehmungen ermutigten, aber
es gab auch solche, die weder die Fähigkeit dazu besaßen, noch eine Familie
hatten oder über Vermögen verfügten. Sie verbrachten den Tag gewöhnlich in der
Moschee und in der Nacht teilte sie der Prophet verschiedenen Leuten von den
Helfern zu. Sie wurden als 'Ahl us-Suffa' bekannt. Manche wurden beim
Propheten selbst mit gerösteter Gerste aus der Gemeinschaftskasse verpflegt,
wenn es keinen anderen Platz gab.
Im ersten Jahr seiner Herrschaft in
Yathrib, schloß der Prophet einen feierlichen Pakt wechselseitiger
Verpflichtungen zwischen seinem Volk und den jüdischen Stämmen Medinas und
Umgebung, in dem sie sich darauf einigten, dass sie denselben Status als
Bewohner des Staates und völlige religiöse Freiheit besäßen und jeder würde im
Angriffsfall den anderen verteidigen.
Aber ihre Vorstellung von einem Propheten
war so, dass sie ihnen die Vormachtstellung geben würde, und es sollte ein
jüdischer Prophet sein, kein Araber. Die Juden hatten auch wunderbar von den
Streitigkeiten unter den arabischen Stämmen profitiert, denn es war die
Unbeständigkeit in dieser Region gewesen, die ihnen die Oberhand in Handel und
Versorgung hatte gewinnen lassen. Friede zwischen den Stämmen Medinas war eine
Bedrohung für die Juden.
Auch unter den Einwohnern Medimas gab es
solche, die den neu Zugewanderten schlecht gesonnen waren, aber sie blieben
vorläufig still. Der mächtigste von ihnen war Abdullah ibn Ubayy ibn Saluul, ihm
war der Ankunft des Propheten ein Dorn im Auge, denn er war es gewesen, der vor
dem Propheten in der Stadt geherrscht hatte. Er nahm formell den Islam an,
aber später betrog er die Muslime als der Führer der "Heuchler".
Aufgrund dieses verbreiteten Hasses auf
den Propheten, die Muslime und den neuen Stand der Dinge in Yathrib, war ein
Bündnis zwischen den Juden und den "Heuchlern" fast nicht zu
vermeiden. Durch die gesamte Geschichte der Muslime in Medina hindurch
versuchten sie, die Anhänger von der neuen Religion abzubringen und schmiedeten
immer wieder neue Pläne gegen sie. Aus diesem Grund werden die Juden und die
Heuchler in den (in Medina offenbarten) Kapiteln des Qur´an häufig erwähnt.
Die Qiblah
Die Qiblah (die Richtung, in die die
Muslime beten) war bis zu dieser Zeit Jerusalem gewesen. Die Juden stellten
sich vor, dass diese Tatsache daraus entstanden war, weil der Islam dem
Judentum angelehnt sei und der Prophet bedürfe ihrer Anweisung. Der Prophet
sehnte sich danach, das die Qiblah zur Kaaba geändert würde; dem ersten Ort für
die Anbetung Gottes auf der Erde und von Abraham wieder aufgebaut. Im zweiten
Jahr nach der Auswanderung erhielt der Prophet den Befehl, die Qiblah von
Jerusalem zur Kaaba in Mekka zu ändern. Ein ganzer Teil von Sura al-Baqarah
berichtet von dieser Streitfrage der Juden.
Die ersten Feldzüge
Die erste Sorge des Propheten als
Herrscher galt dem öffentlichen Gebet und der Errichtung eines Staates; aber er
vergaß nie, dass die Quraisch geschworen hatten, seiner Religion ein Ende zu
bereiten. Aufgebracht über die gelungene Auswanderung des Propheten nach
Medina, steigerten sie die Folterungen und Verfolgung der Muslime, die in Mekka
zurückgeblieben waren. Aber ihre schlimmen Planungen machten hier nicht Halt.
Sie versuchten ebenfalls, sich im Geheimen mit Götzendienern aus Medina zu
verbünden, wie mit dem bereits zuvor erwähnten Abdullah ibn Ubayy, dem sie
befahlen, den Propheten zu töten oder auszuweisen. Die Quraisch sandten den
Muslimen in Medina oft Drohbriefe, um sie vor ihrer Vernichtung zu warnen und
auch den Propheten erreichten so viele Nachrichten von den Plänen und
Komplotten der Götzendiener, dass er bat, Wachen um sein Haus herum
aufzustellen. Zu jener Zeit erteilte Gott den Muslimen die Erlaubnis, ihre
Waffen gegen die Ungläubigen zu erheben.
Dreizehn Jahre lang waren sie strikte
Pazifisten gewesen. Jetzt aber brachen sie zu kleinen Expeditionen auf, die
entweder vom Propheten selbst oder von einigen der mekkanischen Emigranten
geleitet wurden, sowohl um die Routen, die nach Mekka führten, zu erkunden, als
auch um sich mit anderen Stämmen zu verbünden. Andere Expeditionen wurden
geführt, um einige Karavanen, die aus Syrien in Richtung Mekka zurückkehrten,
abzufangen; ein Mittel, mit dem die Muslime ökonomischen Druck auf die Quraisch
ausüben konnten, damit sie ihre Verfolgung der Muslime in Mekka wie auch in
Medina aufgeben. Nur wenige dieser Feldzüge endeten tatsächlich im Kampf, aber
durch sie festigten die Muslime ihre neue Position auf der Arabischen
Halbinsel. Sie zeigten, dass sie nicht länger ein unterdrücktes und schwaches
Völkchen waren, sondern dass sie an Stärke gewonnen hatten und nun eine
furchteinflößende Kraft geworden waren, die nicht zu unterschätzen war.
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Muhammads Biographie (teil 8 von 12): Die Schlacht von Badr
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Beschreibung: Eine der entscheidendsten Schlachten in der menschlichen Geschichte veränderte das politische Gleichgewicht auf der Arabischen Halbinsel.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 03 Nov 2008 - Zuletzt verändert am 03 Nov 2008
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
|
Die Schlacht von Badr
Auf einer Expedition war die Karavane der
Quraischiten, die sich auf dem Weg nach Syrien befand, den Muslimen entkommen.
Daraufhin warteten die Muslime auf ihre Rückkehr. Einige Kundschafter der
Muslime sahen die Karawane, die von Abu Sufyan angeführt wurde, an sich vorüberziehen,
und sie beeilten sich, den Propheten über sie und ihre Größe zu informieren. Wenn
diese Karawane abgefangen würde, hätte dies einen unvorstellbaren
wirtschaftlichen Verlust zur Folge gehabt, einen, der die gesamte Gesellschaft
der Mekkaner erschüttert hätte. Die muslimischen Kundschafter berichteten,
dass die Karawane bei den Quellen von Badr halten würde, und die Muslime
bereiteten sich darauf vor, sie abzufangen.
Die Nachricht von diesen Vorbereitungen
erreichten Abu Sufyan auf seiner Reise in den Süden, und er sandte eine
dringende Nachricht nach Mekka, damit eine Armee entsandt wurde, um mit den
Muslimen fertig zu warden. Die katastrophalen Konsequenzen eines Überfalls auf
die Karawane begreifend, rüsteten sie soviel Kraft wie möglich und zogen los,
um den Muslimen entgegenzutreten. Auf ihrem Weg nach Badr erreichte die Armee
die Nachricht, dass es Abu Sufyan gelungen war, den Muslimen zu entgehen, indem
er die Karavane auf einer anderen Route die Küste entlang führte. Die mekkanische
Armee, die etwas tausend Mann zählte, bestand darauf, nach Badr zu ziehen, um
den Muslimen eine Lehre zu ereilen, damit diese zukünftig keine Karawanen mehr
bedrohen sollten.
Als die Muslime gewahr wurden, dass sich ihnen
die mekkanische Armee näherte, wußten sie, dass sie in dieser Angelegenheit
einen mutigen Schritt unternehmen mussten. Wenn die Muslime ihnen bei Badr
nicht entgegentraten, würden die Mekkaner damit fortfahren, die Sache des Islam
mit all ihrer Macht zu untergraben, möglicherweise würden sie nach Medina
ziehen, um Leben, Vermögen und Wohlstand dort zu entweihen. Der Prophet rief
einen Kriegsrat zusammen, um die Vorgehensweise festzulegen. Der Prophet
wollte die Muslime nicht anführen, denn die Helfer bildeten beiweitem die
Mehrheit des Heeres und sie waren durch das Abkommen von Aqaba noch nicht
einmal daran gebunden, außerhalb ihres Territoriums zu kämpfen, wenn sie nicht
zustimmten.
Ein Mann von den Helfern, Sa´d ibn
Mu´aadh, bestätigte ihre Ergebenheit für den Propheten und die Sache des Islam.
Von ihm stammen die folgenden Worte:
“O Prophet Gottes! Wir glauben an dich
und wir bezeugen, was du uns gewährt hast, und wir erklären in unzweideutigen
Worten, dass du uns die Wahrheit gebracht hast. Wir geloben dir feierlich
unseren Gehorsam und unsere Opferbereitschaft. Wir gehorchen dir willig in
allem, was du uns befiehlst und bei Gott, Der dich mit der Wahrheit gesandt
hat, wenn du uns bitten würdest, ins Meer zu springen, würden wir dem
bereitwillig Folge leisten und kein einziger von uns wird zurückbleiben. Wir
haben nichts dagegen einzuwenden, uns dem Feind zu stellen. Wir sind erfahren
im Kampf, und wir sind zuverlässig im Gefecht. Wir hoffen, dass Gott dir durch
unsere Hände Taten zeigen wird, die vor deinen Augen Gefallen finden. Sei so
freundlich und führe im Namen Gottes in den Kampf."
Nach dieser Enthüllung der extremen
Unterstützung und Liebe für den Propheten sowohl durch die Emigranten wie auch
durch die Helfer, machten sich die Muslime, die wenig mehr als 300 waren, so
gut sie konnten auf den Weg nach Badr. Sie hatten nur 70 Kamele und drei
Pferde dabei, also ritten die Männer abwechselnd. Sie näherten sich dem, was
als al-Yaum al-Furqan, der Tag der Unterscheidung, in die Geschichte
eingegangen ist; die Unterscheidung zwischen Licht und Dunkelheit, gut und
Böse, richtig und falsch.
Vor dem Tag der Schlacht verbrachte der
Prophet die ganze Nacht im Gebet und sprach Bittgebete. Die Schlacht
fand am 17. Ramadhan im zweiten Jahr der Hijrah, 624 nChr.,
statt. Es war ein Brauch der Araber, den Kampf mit einzelnen Duellen beginnen
zu lassen. Die Muslime errangen einen Vorteil bei den Duellen und ein paar
Angesehene von den Quraisch wurden getötet. Die Quraisch waren aufgebracht und
fielen über die Muslime her, um ihnen ein für allemal ein Ende zu bereiten. Die
Muslime behielten eine strategischeVerteidigungsposition bei, und das verursachte
große Verluste für die Mekkaner. Der Prophet flehte die ganze Zeit mit aller
Macht zu seinem Herrn, er erhob seine Hände so hoch, dass ihm sein Umhang von
den Schultern fiel. Daraufhin erhielt er eine Offenbarung, welche die Hilfe
Gottes versprach:
“…Ich will euch mit eintausend Engeln
nacheinander beistehen.” (Quran 8:9)
Als der Prophet die gute Nachricht hörte,
befahl er den Muslimen, anzugreifen. Die riesige Armee der Quraisch wurde von
dem Eifer, der Tapferkeit und dem Glauben der Muslime überwältigt, und nachdem
sie schlimme Verluste mit ansehen mussten, konnten sie nichts tun, als zu
fliehen. Die Muslime blieben allein auf dem Schlachtfeld zurück mit ein paar
verdammten Mekkanern, unter ihnen der Erzfeind des Islam, Abu Jahl. Die
Quraisch waren geschlagen und Abu Jahl war tot. Gott hat Sein Versprechen wahr
gemacht:
“Die Scharen werden alle besiegt werden, und sie
werden in die Flucht geschlagen.” (Quran 54:45)
Dies war eine der entscheidendsten
Schlachten in der Geschichte der Menschheit, die Zahl der Toten lag zwischen
siebzig und achtzig.
Mekka taumelte unter dem Schock, wo Abu
Sufyan als bestimmende Persönlichkeit zurückgenlieben war, und er wußte besser
als sonst irgendwer, dass die Angelegenheit nicht einfach so hingenommen werden
konnte. Erfolg bringt Erfolg hervor, und die Beduinenstämme, die auf jede
Verschiebung des Gleichgewichts der Mächte gleich reagierten, neigten zunehmend
dazu, sich mit den Muslimen zu verbünden und der Islam gewann in Medina
zahlreiche neue Konvertierte.
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Muhammads Biographie (teil 9 von 12): Der Verrat der früheren Verbündeten
|
Beschreibung: Fehler bei Uhud führen zu großen Verlusten und eine neue Taktik verhilft den Muslimen zum Sieg.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 03 Nov 2008 - Zuletzt verändert am 03 Nov 2008
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Kategorie: Artikel
> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Der Kampf von Uhud
Im nächsten Jahr rückte eine Armee von
dreitausend Mann aus Mekka an, um Yathrib zu zerstören. Die erste Idee des
Propheten war, die Stadt einfach nur zu verteidigen, ein Plan den Ibn Ubayy,
der Anführer "der Heuchler", sehr befürwortete. Aber die Männer, die
bei Badr gekämpft hatten, glaubten, dass Gott ihnen gegen alles helfen würde
und so dachten sie, es sei eine Schande, sich hinter Mauern zu verstecken.
Der Prophet, der ihren Glauben und ihre
Tapferkeit kannte, gab ihnen nach und zog mit einer Armee von eintausend Mann
zum Berg Uhud, wo die Feinde ihr Lager aufgeschlagen hatten. Ibn Ubayy zog
sich mit seinen Männern, die einen Drittel der Armee darstellten, aus Rache
zurück. Trotz der großen Unterschiede hätte die Schlacht von Uhud ein sogar
noch großartigerer Sieg für die Muslime werden können als die von Badr, aber wegen
des Ungehorsams einer Gruppe von fünfzig Schützen, die der Prophet aufgestellt
hatte, um einen Pass vor der Kavallerie des zu bewachen, blieb es nicht dabei.
Als diese ihre Kameraden siegreich sahen, verließen diese Männer ihre Posten
aus Angst, nicht genug von der Beute abzubekommen. Die Kavallerie der Quraisch
ritt durch die Lücke und fiel über die jubelnden Muslime her. Der Prophet
selbst wurde verletzt und es erhob sich ein Schrei, dass er gefallen sei, bis
jemand ihn erkannte und ausrief, dass er noch am Leben sei; ein Aufschrei, der
die Muslime wieder aufmunterte. Den Propheten in ihrer Mitte traten sie den
Rückzug an und ließen viele Tote auf dem Berg zurück. Das Feld gehörte nun den
Mekkanern, und jetzt bewegten sich die Frauen der Quraisch zwischen den
Leichen, beklagten die Gefallenen von ihrem eigenen Volk und verstümmelten die
toten Muslime. Hamza, der junge Onkel des Propheten und Freund aus seiner
Kindheit, war einer der Letztgenannten. Die scheußliche Hind, Abu Sufyans
Frau, hegte einen tiefen Groll gegen Hamza, sie hatte dem Mann, der ihn tötete,
eine große Belohnung versprochen, und sie aß seine Leber, die sie aus dem noch
warmen Körper gerissen hatte. Am folgenden Tag zog der Prophet mit dem, was
von seiner Armee übrig war, noch einmal voran, so dass die Quraisch hören
konnten, dass er noch auf dem Schlachtfeld war und vielleicht davon
abgeschreckt wurden, die Stadt anzugreifen. Die Strategie hatte Erfolg dank
des Verhaltens eines freundlichen Beduinen, der die Muslime traf, sich mit
ihnen unterhielt, und danach die Armee der Quraisch traf. Als er von Abu
Sufyan befragt wurde, sagte er, Muhammad sei auf dem Schlachtfeld stärker denn
je und nach Rache dürstend für den vorausgegangenen Tag. Aufgrund dieser Neuigkeit
entschied Abu Sufyan, nach Mekka zurückzukehren.
Massaker an Muslimen
Die Niederlage, die sie beim Berg Uhud
erlitten hatten, ließ das Ansehen der Muslime bei den arabischen Stämmen und
auch bei den Juden in Yathrib sinken. Stämme, die erst den Muslimen zugeneigt waren,
neigten jetzt zu den Quraisch. Die Anhänger des Propheten wurden angegriffen
und ermordet, wenn sie in kleinen Gruppen auszogen. Khubaib, einer seiner
Boten, wurde von einem Wüstenstamm gefangen genommen und an die Quraisch
verkauft, die ihn in Mekka öffentlich zu Tode folterten.
Vertreibung von Bani Nadhir
Trotz ihres Abkommens mit den Muslimen,
verbargen die Juden jetzt kaum noch ihre Feindseligkeit. Sie begannen, mit den
Quraisch und den ´Heuchlern´ Bündnisse auszuhandeln, und sie vrsuchten sogar,
den Propheten zu ermorden. Der Prophet war gezwungen, gegen einige von ihnen
Strafmaßnahmen zu verhängen. Der Stamm von Bani Nadhir wurden in ihren starken
Türmen belagert, besiegt und gezwungen, auszuwandern.
Die Grabenschlacht
Abu Sufyan muss sehr wohl verstanden
haben, dass das alte Spiel mit gleicher Münze zurückzuzahlen, nicht länger
gültig war. Entweder mussten die Muslime für immer zerstört werden oder das
Spiel war für immer verloren. Mit großartiger diplomatischer Fähigkeit schloss
er Abkommen mit Beduinenstämmen, von denen manche zweifellos den Muslimen
feindlich gesonnen waren, andere aber waren nur versessen auf die Beute; und
zur selben Zeit begann er in aller Ruhe, sich bei den Juden in Medina nach
einem möglichen Bündnis umzuhören. Im fünften Jahr der Hijrah (früh im Jahr
627 nChr.) zog er mit 10.000 Mann los, mit der größten Armee, die im Hijaz (der
westlichen Region der Arabischen Halbinsel) jemals gesehen worden war. Medina
konnte ihm gerade 3.000 entgegen stellen.
Der Prophet hielt einen Kriegsrat, aber
dieses Mal schlug ihm niemand mehr vor, sich dem Feind zu stellen. Die einzige
Frage lautete, wie die Stadt am besten verteidigt werden könnte. An dieser
Stelle schlug Salman, der Perser, ein ehemaliger Sklave, der einer der engsten
Gefährten geworden war, vor, einen tiefen Graben auszuheben, der die starken
Verteidigungspunkte, die von Lavafeldern und Festungen gebildet wurden,
unterstützen sollte. Dies war etwas nie Gesehenes in der arabischen Kriegsführung,
aber der Prophet schätzte die Vorzüge dieses Planes gleich: er begann sogleich
mit der Arbeit und schleppte selbst den Schutt von den Aushebungen auf seinem
Rücken.
Die Arbeit war kaum beendet, als die Armee
der Verbündeten am Horizont erschien. Während die Muslime auf den Angriff
warteten, erhielten sie die Neuigkeiten, dass Bani Quraidhah, ein jüdischer
Stamm aus Yathrib, der sich bis dahin loyal verhalten hatte, zum Feind
übergelaufen war. Der Fall schien hoffnungslos. Der Prophet brachte jeden
verfügbaren Mann zum Graben, ließ die Stadt selbst unter dem Befehl eines
blinden Gefährten, und die Feinde wurde von einem Pfeilhagel überrascht, als
sie an das unerwartete Hindernis kamen. Es gelang ihnen nicht, es zu
überwinden, aber sie hielten die Belagerung drei oder vier Wochen lang,
beschossen die Verteidiger mit Pfeilen und Beschimpfungen. Das Wetter wurde
schlimm: eisige Winde und schreckliche Wolkenbrüche – das war zuviel für die
verbündeten Beduinen. Sie waren in der Erwartung einer leichten Beute gekommen
und sahen nun, dass sie bei entsetzlichem Wetter neben einem schlammigen Graben
kauerten und mitansehen mussten, wie ihre Tiere aus Futtermangel starben. Sie
verschwanden, ohne auch nur Abu Sufyan zu verabschieden. Die Armee löste sich
auf und er war selbst gezwungen, sich zurückzuziehen. Das Spiel war vorbei. Er hatte verloren.
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Muhammads Biographie (teil 10 von 12): Das Abkommen von Hudaibiyyah
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Beschreibung: Der versteckte Sieg eines Nicht-Angriffspakts zwischen den Muslimen und den Mekkanern.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 10 Nov 2008 - Zuletzt verändert am 10 Nov 2008
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Bestrafung von Bani Quraidhah
In den Augen der Araber gibt es nichts Schlimmeres
als Untreue und das Brechen eines feierlichen Eides. Jetzt war es an der Zeit,
mit Bani Quraidhah abzurechnen. Am Tag der Wiederkehr vom Graben erklärte der
Prophet den verräterischen Bani Quraidhah den Krieg, die bereits schuldbewusst
in ihren Türmen Zuflucht gesucht hatten. Nach einer Belagerung von fast einem
Monat mussten sie sich bedingungslos unterwerfen. Sie baten nur darum, dass
über sie von einem Mitglied des arabischen Stammes, mit dem sie verbündet waren,
gerichtet würde. Sie wählten das Oberhaupt des Stammes, mit dem sie schon
lange verbündet waren, Sa´d ibn Mu´adh von Aufs, der aufgrund seiner Wunden,
die ihm bei Uhud zugefügt worden waren, im Sterben lag und gestützt werden
musste, um das Urteil zu sprechen. Ohne zu zögern sprach er über die Männer
des Stammes das Todesurteil.
Hudaibiyyah
Im selben Jahr hatte der Prophet die
Vision, worin er sich selbst sah, wie er ohne Widerstand Mekka betrat und
deshalb beschloss er, zu versuchen, die Pilgerreise zu machen. Neben einer
Zahl Muslime aus Medina forderte er die freundlichen Araber auf, ihn zu
begleiten, deren Zahl seit der wundersamen Niederlage der Stämme bei der
Grabenschlacht zugenommen hatte, aber die meisten gingen nicht darauf ein. Als
Pilger gekleidet und mit den üblichen Opfern reiste eine Kompanie von vierzehn
Hundert Männern nach Mekka. Als sie sich dem Tal näherten, begegnete ihnen ein
Freund aus der Stadt, der den Propheten davor warnte, dass die Quraisch
geschworen hatten, sein Betreten der Heiligen Stätte zu verhindern; ihre Reiter
befänden sich vor ihnen auf Landstraße. Daraufhin ordnete der Prophet einen
Umweg durch die Bergschluchten an, so dass die Muslime völlig erschöpft waren,
als sie schließlich in dem Tal bei Mekka ankamen und an einem Ort mit dem Namen
Hudaybiyyah lagerten; von da an versuchte er, Verhandlungen mit den Quraisch zu
führen, um ihnen zu erklären, dass er nur als Pilger käme. Der erste Bote, den
er zur Stadt schickte, wurde misshandelt und sein Kamel verkrüppelt. Er kehrte
zurück, ohne seine Botschaft überbracht zu haben. Die Quraisch sandten
ihrerseits einen Boten, der in drohendem Ton sprach und sehr arrogant war. Ein
anderer ihrer Abgesandten war zu kameradschaftlich in der Art, wie er mit dem
Propheten sprach, und er musste streng auf den Respekt aufmerksam gemacht
werden, der dem Propheten gebührte. Er war es, der dann nach seiner Rückkehr
in der Stadt Mekka sagte: "Ich habe Caesar und Kisra in ihrem Prunk
gesehen, aber ich habe nie einen Mann gesehen, der wie Muhammad von seinen
Kameraden verehrt wurde."
Der Prophet suchte ein paar Boten aus, die
Respekt einflößen würden. Uthman wurde letztendlich aufgrund seiner
Verwandtschaft mit der einflussreichen Umayyad-Familie ausgewählt. Während die
Muslime seine Rückkehr erwarteten, erreichte sie die Nachricht, er sei ermordet
worden. Da war es, als der Prophet in Hudaybiyyah unter einem Baum saß und
von allen seinen Kameraden einen Eid abnahm, dass sie alle zusammen
wiederstehen oder fallen würden. Nach einer Weile aber wurde bekannt, dass Uthman
nicht ermordet worden war. Dann wurde eine Truppe, die aus der Stadt gekommen
war, um die Muslime in ihrem Lager zu belästigen, gefangen genommen, bevor sie
irgendwelchen Schaden anrichten konnten, und vor den Propheten gebracht, der
ihnen auf ihr Versprechen, auf Feidseligkeiten zu verzichten, hin vergab.
Waffenruhe von Hudaibiyyah
Endlich kamen einigermaßen anständige
Abgesandte von den Quraisch. Nach einigen Verhandlungen wurde die Waffenruhe
von Hudaybiyyah unterzeichnet. Sie legte fest, dass es für zehn Jahre keine
Feindseligkeiten zwischen den beiden Parteien geben sollte. Der Prophet sollte
nach Medina zurückkehren, ohne die Kaaba besucht zu haben, aber er würde im
kommenden Jahr mit seinen Kameraden die Pilgerfahrt machen können. Die Quraisch
versprachen, dass sie Mekka evakuieren würden, um ihm zu erlauben, dies zu
tun. Deserteure von den Quraisch zu den Muslime während der Waffenruhe seien
zurückzuschicken; aber keine Deserteure von den Muslimen zu den Quraisch. Jeder
Stamm oder Klan, der an dem Abkommen als Verbündeter des Propheten teilhaben
wollte, dürfe dies tun, und jeder Stamm oder Klan, der an dem Abkommen als
Verbündeter der Quraisch teilhaben wollte, dürfe dies tun. Diese
Formulierungen verbreiteten Schrecken unter den Muslimen. Sie befragten
einander: "Wo ist der Sieg, der uns versprochen wurde?"
Auf der Rückreise von Hudaybiyyah wurde
eine Sura mit dem Titel "Der Sieg" offenbart. Diese Waffenruhe
erwies sich tatsächlich, als der großartigste Sieg, den die Muslime bis dahin errungen
hatten. Der Kampf war ein Hindernis zwischen ihnen und den Götzendienern
gewesen, aber nun trafen sich beide Parteien und redeten miteinander, und die
neue Religion verbreitete sich noch schneller. In den zwei Jahren, die
zwischen der Unterzeichnung der Waffenruhe und dem Fall Mekkas vergingen, war
die Zahl der Konvertierten größer als die Gesamtzahl aller Konvertierten. Der
Prophet war mit 1400 Männern nach Hudaybiyyah gereist. Zwei Jahre später, als
die Mekkaner die Waffenruhe brachen, marschierte er mit einer Armee von 10.000
gegen sie auf.
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Muhammads Biographie (teil 11 von 12): Rückkehr nach Mekka
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Beschreibung: Ereignisse, die zur Eroberung Mekkas führten und schließlich der Götzendienerei in Arabien ein Ende setzten.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 10 Nov 2008 - Zuletzt verändert am 10 Nov 2008
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Der Feldzug von Khyber
Im siebten Jahr der Hijrah führte der
Prophet einen Feldzug gegen Khyber, die Hochburg der jüdischen Stämme in
Nordarabien, die zu einem Hornissennest seiner Feinde geworden waren. Die
Juden von Khyber waren seitdem bereit, den Muslimen einen Tribut (Gizya) zu
zahlen, damit sie unter der Herrschaft der Muslime ihre Religion und ihr
Rechtsgefüge beibehalten konnten, aber unter deren Schutz standen. Es war in
Khyber, wo eine jüdische Frau vergiftetes Fleisch für den Propheten zubereitet
hat, von dem er nur einen Bissen kostete. Kaum hatte das Stückchen seine
Lippen berührt, wurde ihm gewahr, dass es vergiftet war. Ohne es
herunterzuschlucken, warnte er seine Gefährten vor dem Gift, aber ein Muslim,
der bereits einen Bissen verschluckt hatte, starb später. Die Frau, die das
Fleisch gekocht hatte, wurde zu Tode verurteilt.
Pilgerfahrt nach Mekka
Im selben Jahr erfüllte sich die Vision
des Propheten: er besuchte Mekka ohne Widerstand. Im Einklang mit den
Vereinbarungen der Waffenruhe evakuierten die Götzendiener die Stadt und von
den Höhen der Umgebung aus beobachteten sie das Vorgehen der Muslime.
Bruch der Waffenruhe durch die Quraisch
Wenig später brach ein Stamm, der zu den
Verbündeten der Quraisch gehörte, die Waffenruhe, indem er einen Stamm angriff,
der mit dem Propheten verbündet war. Sie massakrierten sie sogar in ihrem
Allerheiligsten in Mekka. Danach fürchteten sie sich aufgrund dessen, was sie
getan hatten. Sie schickten Abu Sufyan nach Medina, um zu bitten, dass die
existierende Waffenruhe erneuert und ihre Laufzeit verlängert würde. Sie
hofften, er würde vor den Nachrichten von dem Massaker ankommen. Aber ein
Abgesandter von dem geschädigten Stamm war ihm zuvor gekommen, und Abu Sufyan
hatte wiederum Pech.
Eroberung von Mekka
Dann sammelte der Prophet all die Muslime,
die in der Lage waren, Waffen zu tragen und marschierte Richtung Mekka. Die
Quraisch waren verängstigt. Ihre Reiter wurden zur Verteidigung vor der Stadt aufgestellt,
aber sie wurden ohne Blutvergießen passiert; und der Prophet betrat seine
Geburtsstadt als Eroberer.
Die Bewohner erwarteten Vergeltung für
ihre vergangenen Missetaten, aber der Prophet erklärte eine allgemeine
Amnestie. Aus Erleichterung und Überraschung beeilte sich die gesamte
Bevölkerung von Mekka, ihre Treue zu schwören. Der Prophet ordnete an, dass
alle Götzen, die sich im Heiligen Bereich befanden, zu zerstören seien, indem
er sagte: "Die Wahrheit ist gekommen; die Dunkelheit ist
verschwunden;" und der Gebetsruf der Muslime war in Mekka zu hören.
Schlacht von Hunain
In demselben Jahr gab es eine zornige Versammlung
der götzendienenden Stämme, die darauf versessen waren, die Kaaba
zurückzugewinnen. Der Prophet führte zwölf tausend Männer gegen sie. Bei
Hunain, in einer tiefen Schlucht, wurden seine Truppen aus dem Hinterhalt
überfallen und beinahe in die Flucht geschlagen. Nur mit Schwierigkeiten
konnten sie wieder um den Propheten und seine Schutzgarde aus gläubigen
Gefährten gesammelt werden, die alleine standhaft geblieben waren. Aber als
der Sieg kam, war es ein vollkommener Sieg mit einer gewaltigen Beute, denn
viele der feindlichen Stämme hatten alles mit sich gebracht, was sie besaßen.
Eroberung von Taif
Die Stämme von Thaqief waren bei Hunain unter
den Feinden. Nach diesem Sieg wurde ihre Stadt von den Muslimen belagert und
letztendlich unterworfen. Dann ernannte der Prophet einen Statthalter für
Mekka und er selbst kehrte nach Medina zurück, sehr zur großen Freude der
Ansaar, die schließlich befürchtet hatten, dass er sie nun, wo er seine
Heimatstadt zurückgewonnen hatte, aufgeben könnte und Mekka zur Hauptstadt
machen würde.
Der Feldzug von Tabuuk
Als er im neunten Jahr der Hijrah davon
hörte, dass sich in Syrien wieder eine Armee rüstete, rief der Prophet alle
Muslime auf, ihn in einem riesigen Feldzug zu unterstützen. Der Anstrengung
zum Trotz führte der Prophet im Mittsommer eine Armee zur syrischen Grenze. Die
weite Strecke, die heiße Jahreszeit, die Tatsache, dass Erntezeit war, und das
Ansehen des Feindes haben viele dazu bewegt, sich zu entschuldigen und noch
mehr blieben unentschuldigt zurück. Sie lagerten nachts ohne Nahrung oder
Trinken im Schutz ihrer Kamele; und so erreichten sie die Oase von Tabuuk und
kehrten schließlich nach Mekka zurück, nachdem sie mehrere Stämme zum Islam
gerufen hatten. Aber der Feldzug endete friedlich. Die Armee rückte bis Tabuuk
an der syrischen Grenze vor, aber dort erfuhren sie, dass der Feind sich noch
nicht gesammelt hatte.
Immunitätserklärung
Obwohl Mekka erobert worden war und sein
Volk nun Muslime waren, hatte sich die offizielle Ordnung der Pilgerreisen noch
nicht verändert; die heidnischen Araber verrichteten sie nach wie vor auf ihre
Weise und die Muslime auf ihre Weise. Erst als die Karavane der Pilger im
neunten Jahr der Hijrah Medina verlassen hatte, als der Islam in Nordarabien
vorherrschend war, wurde die sogenannte Immunitätserklärung offenbart. Ihr
Ziel war, dass nach jenem Jahr nur noch die Muslime pilgern durften, eine
Ausnahme gab es lediglich für diejenigen Götzendiener, die einen laufenden Pakt
mit den Muslimen geschlossen und niemals Vertäge gebrochen hatten oder andere
gegen solche, mit denen sie Verträge besaßen, unterstützt hatten. Solche
genossen die Privilegien ihrer Vertäge, aber wenn diese abgelaufen sein würden,
würden sie wie die anderen Götzendiener behandelt.
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Muhammads Biographie (teil 12 von 12): Abschied
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Beschreibung: Die Pilgerreise des Propheten und sein Tod.
von IslamReligion.com
Veröffentlicht am 17 Nov 2008 - Zuletzt verändert am 17 Nov 2008
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> Der Prophet Muhammad
> Seine Biographie
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Die Abschiedspilgerfahrt
Das Ende näherte sich und im Zehnten Jahr
der Hijra brach er mit ungefähr 90.000 Muslimen aus ganz Arabien von Medina auf,
um Hajj, die Pilgerfahrt, zu machen. Diese triumphale Reise des alternden
Mannes, erschöpft durch die Jahre der Verfolgung und der unaufhörlichen
Anstrengung, wird von einer Art geheimnisvollen Glanz umgeben, als hätte sich
ein riesiger Ring aus Licht endlich geschlossen, der diese sterbliche Welt mit
seinem ruhigen Glanz umschließt.
Im zehnten Jahr der Hijrah ging er das
letzte Mal als Pilger nach Mekka, es wird als seine
"Abschiedspilgerfahrt" bekannt, denn auf der Ebene von Arafat
predigte er vor einer riesigen Masse von Pilgern. Er erinnerte sie an alle
Pflichten, die der Islam ihnen auferlegt hat, und daran, dass sie eines Tages
ihrem Herrn begegnen würden, Der über jeden Einzelnen seiner Taten entsprechend
richten wird. Am Ende seiner Rede fragte er: "Habe ich euch nicht die
Botschaft überbracht?" Und von der riesigen Menschenmenge, die nich ein
paar Monate oder Jahre zuvor unbewusste Götzendiener gewesen waren, hallte die
Antwort zurück: "O Gott! Ja!" Der Prophet sagte: "O
Gott! Du bist mein Zeuge!" Der Islam war eingeführt worden
und würde zu einem großen Baum heranwachsen, der noch weit größeren Massen
Schatten spenden würde. Sein Werk war getan und er war bereit, seine Last
abzulegen und sich zurückzuziehen.
Krankheit und Tod des Propheten
Der Prophet kehrte nach Medina zurück. Es
gab noch immer Arbeit für ihn; aber eines Tages wurde er von einer
schmerzhaften Krankheit heimgesucht. Er kam in eine Decke gehüllt in die
Moschee und manche sahen die Zeichen des bevorstehenden Todes in seinem
Gesicht.
“Wenn es unter euch jemanden gibt,” sagte
er, “der meinetwegen ungerechtfertigt geprügelt worden ist, hier ist mein
Rücken. So soll er mich seinerseits schagen. Wenn ich dem Ansehen von
jemanden unter euch geschadet haben sollte, kann er dies seinerseits mit meinem
tun.”
Einmal hatte er gesagt:
“Was habe mit dieser Welt zu tun?
Ich bin in dieser Welt wie ein Reiter, der im Schatten eines Baumes ruht. Dann
zieht er seines Weges und lässt ihn hinter sich.”
Und jetzt sagte er:
“Es gibt unter den Dienern Gottes
einen Diener, dem die Wahl zwischen dieser Welt und der Seiner Nähe gelassen
worden ist, und der Diener hat Gottes Nähe gewählt.”
Am 12 Rabī’ul-Awwal im elften Jahr
der Hijrah, also am 8.Juni 632nChr., betrat er die Moschee zum letzten Mal. Abu
Bakr führte das Gebet und er bat ihn, weiterzumachen. Als er die Menschen sah,
strahlte sein Gesicht. ´Niemals sah ich das Gesicht des Propheten schöner als
in jener Stunde´, sagte sein Gefährte Anas. Als er in Aischas Haus
zurückkehrte, legte er seinen Kopf auf ihren Schoß. Er öffnete seine Augen und
sie hörte ihn murmeln: ´Nun auf, zu dem höchsten Gefährten des Paradieses ...´
Dies waren seine letzten Worte. Später im Verlauf des Tages sprach sich herum,
dass der Prophet gestorben sei. Umar bedrohte jeden, der das behauptete, mit einer
schrecklichen Strafe, indem er es zu einem Verbrechen erklärte, zu denken, der
Gesandte Gottes könne sterben. Auf diese Art bestürmte er die Menschen, als
Abu Bakr die Moschee betrat und ihn hörte. Abu Bakr ging zum Zimmer seiner
Tochter Aischa, wo der Prophet lag. Nachdem er sich von der Tatsache überzeugt
und dem toten Mann die Stirn geküsst hatte, ging er in die Moschee zurück. Die
Menschen hörten noch immer Umar zu, der behauptete, es handele sich um eine
boshafte Lüge, der Prophet, der ihr Herzblut, ihre Kraftquelle war, könne nicht
sterben. Abu Bakr ging zu Umar und versuchte ihn mit einem geflüsterten Wort
zum Aufhören zu bringen. Dann, als er merkte, dass er ihm keine Aufmerksamkeit
schenkte, wandte sich Abu Bakr an die Menschen, die seine Stimme erkannten,
Umar verließen und sich um ihn versammelten. Er lobte und pries Gott zuerst
und sprach dann diese Worte, die den islamischen Glauben zusammenfassen:
"O ihr Menschen! Seht! Was den betrifft, der
Muhammad anzubeten pflegte, Muhammad ist gestorben. Aber was den betrifft, der
Gott anzubeten pflegte, Gott lebt und stirbt nie!" Dann rezitierte er die
Verse aus dem Quran:.
“Und Muhammad ist
nur ein Gesandter; schon vor ihm gingen die Gesandten dahin. Und ob er stirbt
oder getötet wird, werdet ihr auf euren Fersen umkehren? Und wer auf seinen
Fersen umkehrt – nimmer schadet er Gott etwas; aber Gott wird wahrlich die
Dankbaren belohnen.”
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