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Am Anfang kreiste jedes Evangelium
unabhängig in der Gemeinschaft, in der es geschrieben worden war. Markus wurde
wahrscheinlich in Rom verfasst, Matthäus in Antioch, Lukas in Caeserea und
Johannes in Ephesus. Keiner der Schreiber der Evangelien war ein Augenzeuge
von Jesus´ Leben gewesen und nur wenig ist von ihnen bekannt, wenn überhaupt
etwas.
Jetzt, da die Evangelien in der Bibel
gesammelt wurden, können sie alle zusammen studiert werden. Nun vergessen oder
ignorieren die meisten Leser heute häufig, was bei Markus steht und
konzentrieren sich nur auf die “verbesserte” Version des Matthäus, Lukas und
Johannes. Yet most readers today often forget or ignore what is in
Mark and concentrate only on the “improved” version in Matthew, Luke and more
specifically John.
Wenn wir unsere Aufmerksamkeit Johannes
zuwenden, dem Evangelium, das zuletzt geschrieben worden war, ist es nicht
verwunderlich, wenn wir bemerken, dass Jesus zu jemanden erhoben und verändert
wurde, der sich von der Person, die man bei Markus findet, ziemlich
unterscheidet. Der Jesus bei Johannes ist ein kraftvolles Wesen, das eine
Stellung irgendwo zwischen Gott und Mensch einnimmt. Er ist das logos,
das Wort Gottes, durch das Gott alles erschaffen hat. ER ist nicht länger nur
Prophet und Gesandter Gottes, sondern Gottes einziger gezeugter Sohn!
Obgleich keines der Evangelien lehrt, dass
Jesus Gott sei, platzieren einige der Aussagen, die im vierten zu finden sind,
Jesus so hoch über die Menschheit, dass viele Leser dies für Beweis genug
halten, dass die späteren Christen Jesus für göttlich hielten.
Zum Beispiel finden wir Folgende Aussagen
NUR im Johannesevangelium:
·
“Also hat Gott die Welt
geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.” (Johannes 3:16)
·
“Im Anfang war das Wort, und
das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.”
(Johannes 1:1)
·
“Ich und der Vater sind eins.”
(Johannes 10:30)
·
“ Wer mich
sieht, der sieht den Vater.” (Johannes 14: 8-9)
·
“ Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.” (Johannes
14:6)
·
“Ehe denn Abraham ward, bin
ich.” (Johannes 8: 58)
Eine weitere treffende Tatsache ist, dass
Jesus in den früheren Evangelien von Königreich Gottes predigt, während er nun
damit beschäftigt ist, von sich selbst zu predigen.
Das Wort „Königreich“ erscheint auf den
Lippen Jesu´ in Markus 18 mal, während es bei Johannes auf fünf reduziert ist.
Außerdem benutzt Jesus bei Markus „ich“ für sich selbst neun mal, während er es
bei Johannes erstaunliche 118 mal verwendet!
Wenn wir die früheren Evangelien lesen, überwiegt
der Eindruck, dass “das Königreich Gottes” die Hauptrede und Lehre war, während
Jesus im Johannesevangelium selten vom “Königreich Gottes” spricht. Sein
Evangelium steckt voller profunder und atemberaubender Behauptungen über sich
selbst.
·
“Ich bin das Brot des Lebens.”
(Johannes 6:35)
·
“Ich bin das Licht der Welt.” (Johannes
8:12)
·
“Ich bin die Tür zu den
Schafen.” (Johannes 10:7)
·
“Ich bin der gute Hirte.” (Johannes
10:11)
·
“Ich bin die Auferstehung und
das Leben.” (Johannes 11:25)
·
“Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben.” (Johannes 14:6)
·
“Ich bin der
rechte Weinstock.” (Johannes 15:1)
Es ist keine Überraschung, dass die
Evangelisten und christlichen Apologeten sich beeilen, wenn sie nach Beweisen
aus Texten gefragt werden, schnell das Johannesevangelium zu zitieren, denn
keines der oben zitierten kraftvollen Selbstzeugnisse ist in irgendeinem der
anderen Evangelien zu finden. Mit Sicherheit wären es aber einige gewesen,
wenn diese Worte tatsächlich Teil von den ursprünglichen Aussagen Jesu´gewesen
wären, hätte jeder Verfasser sie erwähnt. Es ist unplausibel zu glauben, dass
die Verfasser alle diese Kernlehren und Fundamente vernachlässigt und sich mit
weniger wichtigen Details aus seinem Leben beschäftigt hätten.
Desweiteren warum wird der Ausdruck
“Vater” oder “der Vater” in bezug auf Gott viermal bei Markus verwendet, aber
173 mal bei Johannes? Die deutlichste Schlussfolgerung aus all diesen
Statistiken ist, dass im Verlauf der Zeitperiode, die zwischen Markus und
Johannes vergangen ist, eine Entwicklung und Bewegung in den Überlieferungen
stattgefunden hat. Im Markusevangelium sprach Jesus von „Gott“ als „Gott“,
während Johannes 30 Jahre später in seinem Evangelium in denselben Episoden
“Gott” seinen “Vater” nennt.
In den ersten der vier Evangelien
erscheint Jesus ziemlich menschlich und wie ein Prophet. Im letzten Evangelium
allerdings erscheint er weit mehr göttlich, und mehr wie eine Ikone.
Aus diesem Grund wurde das
Markusevangelium von der frühen Kirche weitgehend vernachlässigt. Es wurde von
den Schreibern seltener kopiert, die Prediger beriefen sich weniger darauf und
es wurde nur gelegentlich in der Kirche bei Zeremonien und Gottesdiensten
zitiert.
Wie schon früher zitiert, machte sich der
Verfasser des Johannesevangeliums nicht nur der Änderung der Worte Jesu´,
Matthäus und Lukas schuldig, er war auch nicht einverstanden mit der
Beschreibung von Jesus in Markus und fing an die Person Jesu´ auf vielerlei
Arten zu erheben und auszuschmücken. Wenn wir die Evangelien von Markus,
Matthäus und Lukas (Synoptischen Evangelien) neben einander stellen und
sie vergleichen, werden wir feststellen, dass die Ereignisse und Reden
modifiziert wurden, wenn wir von einem Evangelium zu nächsten vorgehen.
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