Sieben allgemeine Fragen über Islam (teil 1 von 2)
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Beschreibung: Einige der am häufigsten gestellten Fragen über den Islam. Teil 1: Was ist Islam? Was sind Muslime? Wer ist Allah? Wer ist Muhammad?
von Daniel Masters, Isma'il Kaka und Robert Squires
Veröffentlicht am 14 Jun 2010 - Zuletzt verändert am 04 Jul 2010
Gesehen: 2655 (Tagesmittelwerte: 4) - Bewertung: 5 von 5 - Bewertet von: 4 Gedruckt: 112 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
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1. Was ist Islam?
Islam ist der Name der Religion oder
richtiger der ´Lebensweise´, die Gott (Allah) offenbart hat und die von allen
Propheten und Gesandten Gottes, die Er der Menschheit gesandt hat, praktiziert
wurde. Sogar der Name ist unter den anderen Religionen einzigartig, denn er
bezeichnet einen Zustand des Daseins; er bezieht sich weder auf eine bestimmte Person
wie beim Christentum, Buddhismus oder Zoroastrismus; noch auf einen bestimmten
Stamm wie beim Judentum; oder auf ein Volk wie beim Hinduismus. Das arabische
Wort, von dem Islam abgeleitet ist, bedeutet Friede, Sicherheit, Begrüßung,
Schutz, Tadellosigkeit, Heilsamkeit, Unterwerfung, Hingabe, Sich-Anvertrauen
und Erlösung. Islam bedeutet insbesondere, sich in einem Zustand der
Unterwüfigkeit zu Gott zu befinden, Ihn Allein anzubeten und Seine Gesetze
ehrerbietig zu akzeptieren und ihnen zu gehorchen. Durch diese Unterwürfigkeit
wird Frieden, Sicherheit und wohltuende Heilsamkeit im wahrsten Sinne des
Wortes erzielt. Daher ist ein Muslim oder eine Muslima eine Person im Zustand
der Unterwürfigkeit. Der Islam eines Menschen wird durch Sünden, Unwissenheit
und schlechte Taten geschwächt, und er wird gänzlich aufgehoben, wenn man Gott
Partner zur Seite stellt oder nicht an Ihn glaubt.
2. Was sind Muslime?
Das arabische Wort “Muslim” bedeutet
buchstäblich: “jemand, der sich im Zustand des Islam (Unterwürfigkeit unter den
Willen und das Gesetz Gottes) befindet”. Die Botschaft des Islam richtet sich
an die gesamte Welt und jeder, der die Botschaft annimmt, wird Muslim. Manche
Menschen glauben fälschlicherweise, dass der Islam nur eine Religion für Araber
sei – aber nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein. Tatsächlich
sind über 80% der Muslime der Welt keine Araber! Obwohl die meisten Araber
Muslime sind, gibt es auch Araber, die Christen, Juden und Atheisten sind. Wenn
man nur einen Blick auf die unterschiedlichen Völker wirft, die in der
muslimischen Welt leben – von Nigeria bis Bosnien und von Marokko bis
Indonesien – ist es ganz leicht zu erkennen, dass Muslime von allen
verschiedenen Rassen, ethnischen Gruppen, Kulturen und Nationalitäten kommen.
Der Islam war schon immer eine universelle Botschaft für alle Völker. Dies
kann man daran erkennen, dass einige der frühen Gefährten des Propheten
Muhammad nicht nur Araber waren, sondern auch Perser, Afrikaner und
byzantinische Römer. Ein Muslim zu sein beinhaltet die vollkommene Annahme und
aktive Gehorsamkeit gegenüber den offenbarten Lehren und Gesetzen Gottes, des
Erhabenen. Ein Muslim ist eine Person, die es freiwillig akzeptiert, ihren
Glauben, ihre Werte und ihre Ansichten dem Willen Gottes zu unterwerfen. In
der Vergangenheit, auch wenn man es heute nicht mehr viel sieht, wurde der
Begriff “Mohammedaner” häufig für Muslime verwendet. Diese Bezeichnung ist
falsch und missverständlich, und er ist entweder das Ergebnis absichtlicher
Verwirrung oder reiner Unwissenheit. Einer der Gründe für das Missverständnis
ist, dass vielen Europäern jahrhundertelang beigebracht worden ist, Muslime
würden den Propheten Muhammad so anbeten wie die Christen Jesus dienen. Dies
ist absolut nicht wahr, denn man wird nicht als Muslim betrachtet, wenn man
irgendjemand anderen oder irgendetwas anderes als Gott anbetet.
3. Wer ist Allah?
Häufig hört man das arabische Wort
“Allah”, wenn es in Diskussionen über den Islam benutzt wird. Das Wort „Allah“
ist einfach das arabische Wort für den Allmächtigen Gott und es ist dasselbe,
das auch von arabisch sprechenden Christen und Juden verwendet wird. Das Wort
„Allah“ wurde sogar schon sehr viel früher verwendet, bevor das Wort Gott
überhaupt existiert hat, denn Deutsch ist eine sehr junge Sprache. Wenn wir
eine arabische Übersetzung der Bibel zur Hand nehmen würden, würden wir
feststellen, dass an den Stellen, wo im Deutschen das Wort „Gott“ steht, im
Arabischen das Wort „Allah“ auftaucht. Beispielsweise sagen arabisch
sprechende Christen, dass Jesus ihrem Glauben zufolge, der Sohn Allahs sei. Zusätzlich
ähnelt das arabische Wort für den Allmächtigen Gott „Allah“ziemlich dem Wort
für Gott in anderen semistischen Sprachen. Beispielsweise dem hebräischen
Wort für Gott: „Elah“. Aus verschiedenen Gründen glauben manche Nicht-Muslime
unrichtigerweise, dass Muslime einen anderen Gott als den Gott von Moses,
Abraham und Jesus anbeten. Dies ist sicherlich nicht der Fall, denn der reine
Monotheismus des Islam ruft alle Menschen dazu auf, dem Gott von Noah, Abraham,
Moses, Jesus und allen anderen Propheten – Friede sei mit ihnen allen –
anzubeten.
4. Wer ist Muhammad?
Der letzte und abschließende Prophet, den
Gott der Menschheit gesandt hat, war der Prophet Muhammad, Gottes Segen und
Frieden seien auf ihm. Im Alter von vierzig erhielt er die Offenbarung von
Gott. Darauf verbrachte er den Rest seines Lebens damit, die Lehren des Islam,
der Religion die Gott ihm offenbart hat, zu erklären und danach zu leben. Der
Prophet Muhammad ist aus unterschiedlichen Gründen der größte Prophet, aber
zuallerst weil er von Gott auserwählt worden ist, der letzte Prophet zu sein –
dessen Botschaft die Menschheit zu leiten bis zum Letzten Tag andauern soll –
und weil er als Gnade für die gesamte Menschheit gesandt wurde. Als Ergebnis
dieser Botschaft haben mehr Menschen den reinen Glauben an den Einen Gott
angenommen, als durch jeden anderen Propheten. Seit dem Beginn der Zeit hat
Gott den Menschen Propheten auf die Erde gesandt, jeden für sein eigenes Volk.
Der Prophet Muhammad allerdings wurde als letzter Prophet für die gesamte
Menschheit gesandt.
Obwohl andere religiöse Gemeinschaften den
Anspruch erhoben, an Einen Gott zu glauben, haben im Laufe der Zeit verdrehte
Ideen in ihren Glauben und in ihre Praktiken Einzug erhalten, die sie vom
reinen ernsthaften Monotheismus der Propheten weggeführt haben. Einige nahmen
ihre Propheten und Heiligen als Fürsprecher bei Gott dem Allmächtigen. Einige
glaubten sogar, dass ihre Propheten Erscheinungen Gottes seien oder die
“Wiedergeburt Gottes” oder der “Sohn Gottes“. Alle diese Missverständnisse
führen zum Anbeten anderer erschaffener Geschöpfe anstelle des Schöpfers, und
trugen zu der götzendienerischen Praxis bei, anzunehmen, dass man sich Gott,
dem Allmächtigen, durch Vermittler nahekommen könnte. Um vor diesen falschen
Dingen zu schützen, betonte der Prophet Muhammad immer, dass er nur ein Mensch
sei, der die Aufgabe habe, die Botschaft Gottes zu predigen und ihr zu
gehorchen. Er lehrte den Muslimen, ihn als „Gesandten Gottes und Seinen
Diener“ zu bezeichnen. Durch sein Leben und seine Lehren machte Gott Muhammad
zum vollkommenen Vorbild für alle Menschen – er war ein vorbildlicher Prophet,
Staatsmann, Heerführer, Herrscher, Lehrer, Nachbar, Ehemann, Vater und Freund. Anders
als die anderen Propheten und Gesandten lebte Muhammad im Angesicht der
Geschichte und alle seine Aussagen und Taten wurden sorgfältig überliefert und
gesammelt. Muslime brauchen nicht „bloß“ daran zu glauben, dass er existiert
hat oder dass seine Lehren bewahrt worden sind – sie wissen, dass es eine
Tatsache ist. Gott Selbst hat es übernommen, die Botschaft, die Muhammad
offenbart worden war, vor Verfälschung zu bewahren oder davor, vergessen zu
werden oder verloren zu gehen. Dies war notwendig, denn Gott hat versprochen,
dass er der letzte Gesandte für die gesamte Menschheit sei. Alle Gesandte
Gottes predigten die Botschaft des Islam, d.h. die Hingabe und Unterwerfung
unter den Willen Gottes und die Anbetung Gottes Allein – aber Muhammad, der
letzte Prophet des Islam, hat die letzte und vollständige Botschaft gebracht,
die bis zum Letzten Tag nie verändert wird.
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Sieben allgemeine Fragen über Islam (teil 2 von 2)
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Beschreibung: Einige der am häufigsten gestellten Fragen über den Islam. Teil 2: Über die Islamischen Lehren und den Heiligen Qur´an.
von Daniel Masters, Isma'il Kaka und Robert Squires
Veröffentlicht am 21 Jun 2010 - Zuletzt verändert am 21 Jun 2010
Gesehen: 2016 (Tagesmittelwerte: 3) - Bewertung: 5 von 5 - Bewertet von: 1 Gedruckt: 108 - Emailed: 0 - Kommentiert am: 0
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5. Welche sind die Lehren des Islam?
Die Grundlage des islamischen Glaubens
bildet der absolute Monotheismus (die Einheit Gottes). Dies bedeutet zu
glauben, dass es nur einen Schöpfer und Erhalter von allem im Universum gibt
und dass nichts sonst göttlich ist oder es wert sei, angebetet zu werden, außer
Ihm. Wirklich an die Einheit Gottes zu glauben, bedeutet viel mehr, als
einfach nur glauben, dass es „Einen Gott“ gibt – im Gegensatz zu zweien, dreien
oder vieren. Es gibt viele Religionen, die den Glauben an “Einen Gott” vorgeben
und glauben, dass es nur einen Schöpfer und Erhalter des Universums gibt; aber
wahrer Monotheismus bedeutet, zu glauben, dass nur die Eine Wahre Gottheit das
Recht besitzt, angebetet zu werden – ganz im Einklang mit der Offenbarung, die
Er Seinen Gesandten zuteil werden lassen hat. Der Islam weist auch die
Verwendung von Vermittlern zwischen Gott und Menschen zurück und besteht
darauf, dass sich die Menschen an Gott wenden und jegliche gottesdienstliche
Taten für Ihn Allein reservieren. Muslime glauben, dass der Allmächtige Gott
Erbarmungsvoll, Liebend und Gnädig ist.
Ein weit verbreitetes Missverständnis ist
die Behauptung, dass Gott Seinen Geschöpfen nicht direkt vergeben könnte. Durch
das Überbetonen der Last und der Strafe für die Sünde und auch durch die
Behauptung, Gott könne Sünden nicht direkt vergeben, verzweifeln Menschen
häufig an der Gnade Gottes. Sobald sie davon überzeugt sind, dass man sich nicht
direkt an Gott wenden kann, wenden sie sich falschen Gottheiten zu, wie Helden,
politischen Führern, Rettern, Heiligen und Engeln. Oft stellen wir fest, dass
die Menschen, die diesen falschen Gottheiten dienen, zu ihnen beten oder
Fürsprache von ihnen verlangen, sie nicht für einen ´Gott´ halten. Sie
behaupten, an Einen Höchsten Gott zu glauben, aber sie behaupten auch, dass sie
nur andere neben Gott anbeten, um Ihm damit näher zu kommen. Im Islam gibt es
eine deutliche Unterscheidung zwischen dem Schöpfer und dem Erschaffenen. Es
gibt keine Ambivalenz und keine Geheimnisse was Göttlichkeit angeht: alles, das
geschaffen ist, besitzt kein Recht, angebetet zu werden; nur Allah, der
Schöpfer, hat das Recht auf Anbetung. Manche Religionen glauben
fälschlicherweise, dass Gott ein Teil Seiner Schöpfung geworden wäre und dies
hat dazu geführt, dass die Menschen glauben, sie könnten etwas Erschaffenes
anbeten und damit Gott erreichen.
Muslime glauben, dass Gott obwohl Er
Einzigartig und Erhabener ist, als wir es uns vorstellen können, überhaupt
keine Partner, Gefährten, Ebenbürtigen, Widersacher oder Nachkommen besitzt. Dem
muslimischen Glauben entsprechend „zeugt“ Allah „nicht und wurde nicht gezeugt“
– weder wörtlich, sinnbildlich, metaphorisch, physisch oder metaphysisch. Er
ist Absolut Einzigartig und Ewig. Er kontrolliert alles und Er ist Vollkommen
in der Lage, Seine unendliche Gnade und Vergebung zuteil werden zu lassen, wem
Er will. Dies ist der Grund, aus dem Allah auch der Allmächtige und der
Allbarmherzige genannt wird. Allah hat das Universum für den Menschen
geschaffen, und daher will Er auch das Beste für sie. Muslime sehen in allen
Dingen des Universums ein Zeichen für die Schöpfung und das Wohlwollen des
Allmächtigen Gottes. Auch der Glaube an die Einheit Allahs ist nicht
ausschliesslich ein metaphysisches Konzept. Es ist ein dynamischer Glaube, der
unsere Sicht von der Menschheit, der Gesellschaft und allen Aspekten des
praktischen Lebens betrifft. Eine logische Folgerung auf den islamischen
Glauben an die Einheit Allahs, ist ihr Glaube an die Einheit von Menschheit und
Menschlichkeit.
6. Was ist der Qur´an?
Der Qur´an ist die letzte Offenbarung
Allahs an die gesamte Menschheit, die von Allah, dem Erhabenen, Selbst
gesprochen und durch den Erzengel Gabriel auf arabisch dem Propheten Muhammad
mit Klang, Wort und Bedeutung übermittelt wurde. Der Qur´an, manchmal
unrichtigerweise Koran geschrieben , wurde dann den Gefährten des Propheten
vorgetragen, die ihn Wort für Wort sorgfältig auswendig lernten und peinlich
genau niederschrieben. Der Heilige Qur´an wurde von den Gefährten des
Propheten und ihren Nachfolgern bis zum heutigen Tag immer wieder rezitiert. Kurz
gesagt, der Qur´an ist das offenbarte Buch von der Göttlichen Schrift Allahs an
die gesamte Menschheit für ihre Rechtleitung und Erlösung.
Heute wird der Qur´an immer noch von
Millionen Menschen auswendig gelernt und gelehrt. Die Sprache des Qur´an,
arabisch, ist noch immer eine lebendige Sprache von Millionen Menschen. Nicht
wie die Schriften einiger anderer Religionen wird der Qur´an immer noch von
einer unzählbaren Zahl von Menschen in seiner Originalsprache gelesen. Der
Qur´an ist ein lebendiges Wunder in arabischer Sprache und er ist für seinen
nicht imitierbaren Stil, seine Form und seinen spirituellen Einfluss, ebenso
wie für sein einzigartiges Wissen, das er enthält, bekannt. Der Qur´an wurde dem
Propheten Muhammad in einer Reihe von Offenbarungen über einen Zeitraum von 23
Jahren herabgesandt. Im Gegensatz zu anderen religiösen Büchern wurde der
Qur´an immer für das exakte Wort Allahs gehalten. Der Qur´an wurde zu
Lebzeiten des Propheten und auch danach öffentlich vor muslimischen und
nicht-muslimischen Gemeinschaften vorgetragen. Der komplette Qur´an wurde in
der Lebenszeit des Propheten niedergeschrieben und zahlreiche Gefährten des
Propheten haben den gesamten Qur´an Wort für Wort, wie er offenbart worden war,
auswendig gelernt. Der Qur´an war immer in der Hand der einfachen Gläubigen:
er wurde immer als Gottes Wort betrachtet; und, aufgrund der breiten Masse, die
ihn auswendig gelernt hatte, blieb er vollkommen erhalten. Niemals wurde
irgendein Teil von ihm verändert oder von irgendeinem religiösen Rat bestimmt.
Die Lehren des Qur´an umfassen eine universelle Schrift, die sich an die
gesamte Menschheit wendet und nicht an einen bestimmten Stamm oder an ein ´auserwähltes
Volk´. Die Botschaft, die er bringt, ist nichts Neues, sondern dieselbe
Botschaft aller Propheten: ´Gebt euch Allah hin, dem Einen Gott, und betet Ihn
allein an und folgt Allahs Gesandten, für den Erfolg in diesem Leben und die
Erlösung im Jenseits´. So konzentriert sich der Qur´an darauf, den Menschen
die Wichtigkeit an die Einheit Allahs zu glauben zu lehren und ihre Leben um
die Rechtleitung herum, die Er ihnen gesandt hat und die im Islamischen Gesetz
formuliert ist, einzurichten. Der Qur´an enthält die Geschichten früherer
Propheten wie Noah, Abraham, Moses und Jesus, Friede sei mit ihnen allen,
ebenso wie Befehle und Verbote Gottes. In unseren modernen Zeiten, wo viele
Menschen an Zweifeln, spiritueller Enttäuschung sowie sozialer und politischer
Bindungslosigkeit leiden, bieten die Lehren des Qur´an Lösungen für die Leere
unserer Leben und den Tumult, der die Welt heutzutage erschüttert.
7. Wie sehen Muslime die Natur des
Menschen, den Sinn des Lebens und das Leben im Jenseits?
Im Heiligen Qur´an lehrt Allah die
Menschen, dass sie erschaffen wurden, um Ihn zu preisen und anzubeten und dass
die Grundlage von jeglichem wahren Gottesdienst das Gottesbewusstsein ist. Alle
Geschöpfe Allahs beten Ihn ganz selbstverständlich an, und nur die Menschen
besitzen den freien Willen, Allah, ihren Schöpfer, anzubeten oder Ihn zu
verleugnen. Dies ist eine große Prüfung, aber auch eine große Ehre. Da die
Lehren des Islam alle Bereiche des Lebens und der Ethik umfassen, ist
Gottesbewusstsein bei allen menschlichen Angelegenheiten erwünscht. Der Islam
macht deutlich, dass alle Taten der Menschen gottesdienstliche Handlungen sind,
sofern sie für Gott allein verrichtet werden und Seinen Göttlichen Schriften
und Gesetzen entsprechen. Daher ist der Gottesdienst im Islam nicht nur auf
religiöse Rituale begrenzt und aus diesem Grunde ist er richtiger als
´Lebensweise´ zu bezeichnen denn als Religion. Die Lehren des Islam dienen als
Gnade und Heilung für die menschliche Seele und Eigenschaften wie Menschlichkeit,
Aufrichtigkeit, Geduld und Mildtätigkeit werden unterstützt. Außerdem verdammt
der Islam Stolz und Selbstgerechtigkeit, denn Gott der Allmächtige ist der
einzige Richter über die menschliche Rechtschaffenheit.
Die islamische Sicht von der Natur des
Menschen ist sowohl realistisch als auch ausgewogen, denn Menschen werden nicht
als von Geburt an sündig angesehen, sondern sie haben die Fähigkeit, gut und
böse zu sein; das ist ihre Wahl. Der Islam lehrt, dass Glaube und Taten Hand
in Hand gehen. Gott hat den Menschen den freien Willen gegeben, und der
Maßstab für ihren Glauben sind ihre Taten und Handlungen. Allerdings sind die
Menschen schwach geboren und sündigen immer wieder, daher müssen sie um
Rechtleitung und Vergebung bitten, dies allein ist eine Form des
Gottesdienstes, die Allah liebt. Die Natur des Menschen, wie Gott sie in
Seiner Majestät und Seiner Weisheit geschaffen hat, ist nicht von Geburt an
´korrupt´ oder muss verbessert werden. Der Weg der Reue steht allen immer
offen. Gott der Allmächtige, weiß, dass die Menschen Fehler machen, also
besteht die wahre Prüfung darin, ob sie Ihn für ihre Sünden um Vergebung bitten
und versuchen, sie zu vermeiden oder ob sie ein führungsloses Leben in Sünde
bevorzugen, obwohl sie wissen, dass dies Gott nicht gefällt. Das wahre
Gleichgewicht eines islamischen Lebens wird durch eine gesunde Furcht vor
Allahs rechtmäßiger Bestrafung für Verbrechen und Sünden aufgestellt, ebenso
wie durch ernsthaften Glauben an Allah, an Seine unendliche Gnade und an die
Freude, dass Er uns Seine Belohnung für unsere guten Taten und unsere
aufrichtige Anbetung gewährt. Ein Leben ohne Gottesfurcht führt zu Sünde und
Ungehorsam, während der Glaube, dass wir soviel gesündigt haben, dass Gott uns
möglicherweise sowieso nicht vergeben wird, nur zur Verzweiflung führt.
Angesichts dieser Tatsache lehrt der Islam, dass nur die Irregeleiteten an der
Gnade Gottes verzweifeln und nur verdorbene Verbrecher fürchten Allah nicht als
ihren Schöpfer und Richter. Der Heilige Qur´an, wie er dem Propheten Muhammad,
Friede sei mit ihm, offenbart worden war, enthält ebenfalls viele Lehren über
das Leben im Jenseits und den Tag des Gerichts. Muslime glauben, dass Gott,
der Absolute Souveräne König und Richter, über alle Menschen für ihren Glauben
und ihre Taten in ihrem irdischen Leben richten wird. Indem Er über die
Menschen richten wird, wird Allah, der Erhabene, sowohl absolut gerecht sein,
weil Er nur die wirklich schuldigen und aufrührerischen, nicht bereuenden
Verbrecher bestrafen wird; und absolut barmherzig zu den Menschen, die Er, bei
Seiner Weisheit, Seiner Gnade würdig findet. Niemand wird für irgendetwas zur
Verantwortung gezogen, das außerhalb seiner Fähigkeiten lag oder für etwas, das
er nicht wirklich getan hat. Es genügt, zu sagen, dass der Islam lehrt, dass
das Leben eine Prüfung von Allah ist, dem Schöpfer, dem Allmächtigen und
Allerweisesten, und dass alle Menschen für das, was sie mit ihren Leben
angefangen haben, von Allah zur Verantwortung gezogen werden. Ein aufrichtiger
Glaube an das Leben im Jenseits ist der Schlüssel dafür, ein ausgeglichenes und
sittliches Leben zu führen. Anderenfalls wird das Leben selbst als ein Ende
betrachtet, das verursacht, dass die Menschen immer selbstsüchtiger,
materialistischer und unmoralischer in ihrer blinden Verfolgung ihres Genusses
werden, auch auf Kosten von Vernunft und Sitten.
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