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Nach dem Lesen und Verstehen, was Muslime
über Jesus, den Sohn Marias glauben, können manche Fragen auftauchen oder
Dinge, die Erkärung bedürfen. Du könntest den Begriff "Leute der
Schrift" gelesen haben und dir nicht vollständig darüber klar sein, was
damit gemeint ist. Wenn du beispielsweise die verfügbare Literatur über Jesus
erforschst, könnte dir der Name ´Issa begegnet sein und du könntest dich
darüber wundern, ob Jesus und ´Issa ein und dieselbe Person gewesen
sind. Wenn du dich entschließt, ein wenig mehr nachzuforschen oder vielleicht
Qur´an zu lesen, könnten für dich folgende Punkte von Interesse sein.
Wer ist Issa?
´Issa ist Jesus. Vielleicht kommen
viele Leute wegen der unterschiedlichen Aussprache nicht darauf, dass, wenn
Muslime von ´Issa sprechen, sie damit eigentlich den Propheten Jesus meinen. Die
Schreibweise von ´Issa kann variieren – Isa, Esa, Essa und Eissa. Die
arabische Sprache wird ohne Vokale geschrieben, daher versucht jedes System der
Transliteration lediglich, den phonetischen Klang wiederzugeben. Egal, wie es
geschrieben wird, alle meinen Jesus, den Gesandten Gottes.
Jesus und sein Volk sprachen aramäisch,
eine Sprache aus der semitischen Sprachfamilie. Über 300 Millionen Menschen im
gesamten Mittleren Osten, Nordafrika und der Kapregion sprachen sie; zu den
semitischen Sprachen gehören unter anderen auch Arabisch und Hebräisch. Das
Wort ´Issa ist egentlich dem aramäischen Wort für Jesus näher – Eeshu. In
Hebräisch heisst es Yeshua.
Das Übertragen des Namens Jesus in
nicht-semitische Sprachen komplizierte die Angelegenheit. Es gab bis zum 14ten
Jahrhundert in keiner Sprache ein "J"; als
daher der Name Jesus in Griechische übersetzt wurde, wurde er zu Iesous und im
Lateinischen zu Iesus. Später wurden das "I" und das "J" ausgetauscht
und schließlich wurde der Name als "Jesus" in die romanischen
Sprachen übersetzt. Das "S" am Ende ist der griechische Indikativ,
der bei männlichen Namen auf "S" endet.
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Aramäisch
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Arabisch
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Hebräisch
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Griechisch
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Latein
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Deutsch
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Eeshu
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Eisa
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Yeshua
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Iesous
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Iesus
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Jesus
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Wer sind die Leute der Schrift?
Wenn Gott von den Leuten der Schrift
spricht, spricht Er hauptsächlich von Juden und Christen. Im Qur´an wird das
jüdische Volk Bani Israiel, wörtlich die Kinder Israels, genannt,
oder allgemein die Israeliten. Diese verschiedenen Gruppen folgen oder
folgten alle der Offenbarung Gottes, wie sie in der Thora und im Evangelium
offenbart worden war. Du kannst auch hören, dass Juden und Christen als "Leute
der Schrift" bezeichnet werden.
Muslime glauben, dass die von Gott
offenbarten Bücher vor dem Qur´an entweder im Altertum verloren gegangen waren
oder verändert und entstellt wurden, aber sie erkennen auch an, dass die wahren
Anhänger von Moses und Jesus Muslime gewesen sind, die dem Einen Gott mit
wahrer Demut gedient haben. Jesus, der Sohn Marias, kam, um die Botschaft von
Moses zu bestätigen und um die Kinder Israels zum geraden Weg zurückzuführen. Muslime
glauben, die Juden (Kinder Israels) haben die Botschaft und die Mission
Jesu´zurückgewiesen und die Christen haben ihm unrichtigerweise einen
göttlichen Status zugesprochen.
“O Leute der Schrift, übertreibt nicht zu
Unrecht in eurem Glauben und folgt nicht den bösen Neigungen von Leuten, die
schon vordem irregingen und viele irregeführt haben und weit vom rechten Weg
abgeirrt sind.” (Quran 5:77)
Wir haben in
den vorangegangen Teilen bereits darüber diskutiert, wie ausführlich der Qur´an
über den Propheten Jesus und seine Mutter berichtet. Allerdings enthält der
Qur´an auch zahlreiche Verse, in denen Gott direkt die Leute der Schrift
anspricht, insbesondere jene, die sich selbst als Christen bezeichnen
Den Christen
und Juden wird gesagt, sie sollen die Muslime nicht aus dem einzigen Grund
kritisieren, weil sie nur an den Einen Gott glauben, sondern Gott macht uns auf
die Tatsache aufmerksam, dass Christen (diejenigen, die den Lehren Christi
folgen) und Muslime viel gemeinsam haben, ihre Liebe und ihren Respekt für
Jesus und alle anderen Propheten eingeschlossen.
“... und zweifellos wirst du finden, dass die,
welche sagen: "Wir sind Christen" den Gläubigen am freundlichsten
gegenüberstehen. Dies (ist so), weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt
und weil sie nicht hochmütig sind. Und wenn sie hören, was zu dem Gesandten
herabgesandt worden ist, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen ob der
Wahrheit, die sie erkannt haben. Sie sagen: "Unser Herr, wir glauben, so
schreibe uns unter die Bezeugenden.” (Quran 5:83)
Wie Jesus, der Sohn Marias, kam auch der
Prophet Muhammad, um die Botschaft aller Propheten vor ihm zu bestätigen; er
rief die Menschen dazu auf, den Einen Gott anzubeten. Seine Mission
unterschied sich aber in einer Sache von der der früheren Propheten (Noah,
Abraham, Moses, Jesus und anderen). Der Prophet Muhammad kam für die
gesamte Menschheit, während die Propheten vor ihm speziell für ihre Zeit
und zu ihrem Volk gesandt worden waren. Die Ankunft Muhammads und die
Offenbarung des Qur´an vervollständigte die Religion, die den Leuten der
Schrift offenbart worden war.
Und Gott sprach im Qur´an zu Muhammad und
ersuchte ihn, die Leute der Schrift aufzurufen, indem Er sagte:
“Sprich (o Muhammad): "O Volk der Schrift,
kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Gott
allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die
anderen zu Herren nehmen außer Gott’” (Quran 3:64)
Der Prophet Muhammad sagte zu seinen
Gefährten und damit zur gesamten Menschheit:
“Ich bin von allen Menschen dem Sohn
Marias am nächsten, und alle Propheten sind Brüder, und es gibt keinen zwischen
mir und ihm.”
Und auch:
“Wenn ein Mann an Jesus glaubt und
dann glaubt er an mich, so wird er den doppelten Lohn erhalten.” (Sahieh
Al-Bukhari)
Der Islam
ist eine Religion des Friedens, des Respekts und der Toleranz, und er hat
gegenüber anderen Religionen eine gerechte und gnädige Haltung, insbesondere
gegenüber den Leuten der Schrift.
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