Jesus, Sohn Marias (teil 1 von 5): Auch die Muslime lieben Jesus!
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Beschreibung: Jesus und sein erstes Wunder; und eine kurze Zusammenfassung, was Muslime von ihm glauben.
von Aisha Stacey (© 2008 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 02 Mar 2009 - Zuletzt verändert am 04 Dec 2011
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Christen sprechen oft darüber, eine
Beziehung zu Christus zu entwickeln und ihn in seinem Leben zu akzeptieren.
Sie versichern, Jesus sei mehr als ein Mann und starb am Kreuz, um die
Menschheit von der Erbsünde zu befreien. Christen sprechen mit Liebe und
Respekt von Jesus, und es ist offensichtlich, dass er eine besondere Stellung
in ihrem Leben und in ihren Herzen einnimmt. Aber was ist mit den Muslimen?
Was denken sie über Jesus und welchen Stellenwert besitzt Jesus im Islam?
Manch einer, der den Islam nicht so gut
kennt, mag überrascht sein, zu lernen, dass auch die Muslime Jesus lieben. Ein
Muslim spricht den Namen von Jesus nicht aus, ohne respektvoll die Worte
"Friede sei mit ihm" hinzuzufügen. Im Islam ist Jesus ein überaus
geliebter und geehrter Mann, ein Prophet und Gesandter, der sein Volk dazu aufrief,
dem Einen Wahren Gott zu dienen.
Muslime und Christen teilen einige
ähnliche Ansichten über Jesus. Beide glauben, dass Jesus von der Jungfrau
Maria geboren wurde und beide glauben, dass Jesus der Messias war, der zum Volk
Israel gesandt worden war. Beide glauben ebenfalls, dass Jesus am Ende der
Zeit auf die Erde zurückkommen wird. In einer Einzelheit allerdings
unterscheiden sie sich um Welten. Muslime glauben und sind absolut davon
überzeugt, dass Jesus nicht Gott ist, er ist nicht
der Sohn Gottes und er ist nicht Teil einer Trinität Gottes.
Im Qur´an spricht Gott direkt zu den
Christen, wenn Er sagt:
“O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurem
Glauben und sagt von Gott nichts als die Wahrheit. Wahrlich der Messias,
Jesus, Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und Sein Wort, das Er Maria
eingehaucht hat, und von Seinem Geist. Darum glaubt an Gott und Seine
Gesandten, und sagt nicht : "Drei." Lasset (davon) ab – (das) ist
besser für euch. Gott ist nur ein einziger Gott. Es liegt Seiner Herrlichkeit
fern, Ihm ein Kind zuzuschreiben. Sein ist, was in den Himmeln und was auf
Erden ist; und Gott genügt als Anwalt.” (Quran 4:171)
Genau wie der Islam kategorisch ablehnt,
dass Jesus Gott sei, weist er ebenso die Vorstellung zurück, dass die
Menschheit mit irgendeiner Erbsünde behaftet geboren sei. Der Qur´an klärt uns
darüber auf, dass es unmöglich ist, dass eine Person die Sünde einer anderen
trägt, und wir alle sind vor Gott für unsere eigenen Taten verantwortlich. “Und
keine lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen.” (Quran
35:18) Allerdings hat Gott in Seiner unendlichen Gnade und Weisheit die
Menschheit nicht sich selbst überlassen. Er hat Rechtleitung und Gesetze
gesandt, die genau erklären, wie man Ihn im Einklang mit Seinen Befehlen
anbeten und wie man leben soll. Muslime sind verpflichtet, an alle Propheten
zu glauben und sie zu lieben; wer einen von ihnen zurückweist, weist den
Glauben des Islam zurück. Jesus war nur einer in der langen Kette der Propheten
und Gesandten, der die Menschen dazu aufrief, den Einen Gott anzubeten. Er war
insbesondere zu dem Volk Israel geschickt worden, die zu jener Zeit vom geraden
Weg Gottes abgeraten waren. Jesus sagte:
“Und als ein Bestätiger der Thora, die vor mir
da war, und um euch einen Teil von dem zu erlauben, was euch verboten war, bin
ich zu euch gekommen mit einem Zeichen von eurem Herrn. So fürchtet Gott und
gehorcht mir; wahrlich, Gott ist mein Herr und euer Herr, darum dienet Ihm. Dies
ist ein gerader Weg.” (Quran 3:50-51)
Muslime lieben und ehren Jesus.
Allerdings verstehen wir ihn und seine Rolle in unseren Leben dem Qur´an und
den Erzählungen und Aussagen des Propheten Muhammads entsprechend. Drei
Kapitel des Qur´an beleuchten das Leben von Jesus, seiner Mutter Maria und
ihrer Familie; jedes enthüllt Einzelheiten, die man in der Bibel vergeblich
suchen wird.
Der Prophet Muhammad sprach häufiger von
Jesus, einmal beschrieb er ihn als seinen Bruder.
“Ich bin von allen Menschen dem Sohn
Marias am nächsten, und alle Propheten sind Brüder väterlicherseits und
zwischen mir und ihm (d.h. Jesus) gab es keinen Propheten.” (Sahieh Al-Bukhari)
Lasst uns die Geschichte von Jesus anhand
der Islamischen Quellen verfolgen, damit wir verstehen, warum seine Stellung im
Islam so besonders ist.
Das erste Wunder
Der Qur´an berichtet uns, dass Maria, die
Tochter Imrans, eine unverheiratete, keusche und fromme junge Frau war, die
sich der Anbetung Gottes hingegeben hatte. Eines Tages, als sie sich
zurückgezogen hatte, kam der Engel Gabriel zu Maria und teilte ihr mit, dass
sie die Mutter von Jesus werden würde. Ihre Antwort war voller Angst, Schock
und Bestürzung. Gott sagt:
“Und Wir machen ihn zu einem Zeichen für die
Menschen und zu Unserer Barmherzigkeit, und dies ist eine beschlossene Sache.” (Quran 19:21)
Maria empfing Jesus und als die Zeit kam,
zu der er geboren werden sollte, zog sie sich von ihrer Familie zurück und
reiste Richtung Bethlehem. Am Fuße einer Dattelpalme gebar Maria ihren Sohn Jesus.
Als sich Maria ausgeruht und von ihren
Schmerzen und der Furcht, alleine zu gebären, erholt hatte, wurde ihr klar,
dass sie zu ihrer Familie zurückkehren musste. Maria war ängstlich und
besorgt, als sie das Kind einhüllte und in ihren Armen schaukelte. Wie konnte
sie seine Geburt ihren Leuten erklären? Sie beachtete die Worte Gottes und
machte sich auf den Weg zurück nach Jerusalem.
“Sprich: "Ich habe dem Allerbarmer zu
fasten gelobt, darum will ich heute mit keinem Menschen reden." Dann
brachte sie ihn (Jesus) auf dem Arm zu den Ihren.” (Quran 19:26-27)
Gott wusste, wenn Maria versuchen würde,
Erklärungen abzugeben, dann hätten sie ihr nicht geglaubt. Da hat Er ihr in
Seiner Weisheit befohlen, nicht zu sprechen. Von Anfang an, als sich Maria
ihren Leuten näherte, begannen sie sie zu beschuldigen, aber sie folgte weise
Gottes Anweisungen und weigerte sich zu antworten. Diese schüchterne, keusche
Frau deutete lediglich auf das Kind in ihren Armen.
Die Männer und Frauen umringten Maria,
blickten sie zweifelnd an und wollten wissen, wie sie mit dem Baby auf ihrem
Arm sprechen sollten. Dann vollbrachte Jesus, der Sohn Marias, mit der
Erlaubnis Gottes, sein erstes Wunder. Er sprach:
“Ich bin ein Diener Gottes; Er hat mir das Buch
gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er gab mir Seinen Segen, wo
ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Almosen, solange ich lebe; und
ehrerbietig gegen meine Mutter zu sein; Er hat mich nicht gewalttätig und
unselig gemacht. Und Friede war über mir an dem Tag, als ich geboren wurde,
und an dem Tage wenn ich sterben werde und an dem Tage, wenn ich wieder zum
Leben erweckt werde!” (Quran 19:30-34)
Muslime glauben, Jesus war ein Diener
Gottes und Sein Gesandter für die Israeliten seiner Zeit. Er vollbrachte Wunder
durch den Willen und die Erlaubnis Gottes. Die folgenden Worte des Propheten
Muhammad fassen ganz deutlich die Wichtigkeit von Jesus im Islam zusammen.
“Wer bezeugt, dass es keinen Gott
gibt außer Gott Allein, ohne Partner oder Teilhaber, und dass Muhammad Sein
Diener und Gesandter ist, und das Jesus Sein Diener und Gesandter ist, ein
Wort, das Gott Maria eingehaucht hat und ein Geist, den Er geschaffen hat, und
dass der Himmel wahr ist und dass die Hölle wahr ist, dem wird Gott den
Eintritt durch das der acht Tore des Himmels gewähren, das er wünscht.” (Sahieh
Bukhari und Sahieh Muslim)
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Jesus, Sohn Marias (teil 2 von 5): Die Botschaft von Jesus
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Beschreibung: Jesus wahre Stellung und seine Botschaft gemäß dem Qur´an, und die Relevanz der Bibel heute in Verbindung zum muslimischen Glauben.
von Aisha Stacey (© 2008 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 09 Mar 2009 - Zuletzt verändert am 09 Mar 2009
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Wir haben bereits hervorgehoben, dass
Jesus, der Sohn Marias, oder wie er von den Muslimen genannt wird, ´Isa ibn
Maryam, sein erstes Wunder vollbrachte, als er von Maria auf dem Arm
geschaukelt wurde. Mit Gottes Erlaubnis sprach er und seine ersten Worte
waren: “Ich bin ein Diener Gottes.” (Quran 19:30).
Er sagte nicht: "Ich bin Gott" oder auch nur :
"Ich bin der Sohn Gottes". Seine ersten Worte bildeten die Grundlage
seiner Botschaft. Und seine Botschaft war, die Menschen wieder zur reinen
Anbetung des Einen Gottes aufzurufen.
Zur Zeit Jesu´ war die Vorstellung von
Einem Gott für die Kinder Israel nichts Neues. Die Thora hatte verkündet: “´Höre,
o Israel, der HERR, unser Gott, ist Einer.” (5 Moses: 4). Allerdings haben
sie Gottes Offenbarungen fehlinterpretiert und missbraucht, und ihre Herzen
waren verhärtet. Jesus war gekommen, um die Führer von den Kindern Israels
zurechtzuweisen, die einem Leben des Materialismus und des Luxus verfallen
waren, und um die Gesetze von Moses aufrechtzuerhalten, die sie sogar verändert
hatten.
Die Botschaft Jesu´bestand darin, die
Thora zu bestätigen, Dinge zu erlauben, die zuvor verboten gewesen waren und
den Glauben an den Einen Schöpfer zu verkünden und zu bestätigen. Der Prophet
Muhammad sagte:
“Jeder Prophet ist ausschließlich zu
seinem Volk gesandt worden, aber ich wurde zur ganzen Menschheit gesandt.” (Sahieh
Bukhari).
Also war Jesus zu den Israeliten gesandt
worden.
Gott sagt im Qur´an, dass Er Jesus die
Thora, das Evangelium und die Weisheit lehren wird:
“Und Er wird ihn das Buch lehren und die
Weisheit und die Thora und das Evangelium.” (Quran 3:48)
Um seine Botschaft wirkungsvoll verbreiten
zu können, verstand Jesus die Thora, und er wurde mit seiner eigenen
Offenbarung von Gott versorgt – dem Ingiel, oder Evangelium. Gott
stattete Jesus ebenfalls mit der Fähigkeit aus, zu führen und sein Volk mit
Zeichen und Wundern zu beeindrucken.
Gott unterstützt alle Seine Gesandten mit
sichtbaren Wundern, die den Menschen vermitteln, dass der Gesandte dem Volk
geschickt worden ist, um es zu führen. Zur Zeit Jesu´waren die Israeliten auf
dem Gebiet der Medizin sehr wissend. Aus diesem Grund waren die Wunder, die
Jesus (mit Gottes Erlaubnis) vollbringen konnte, von dieser Art, darunter einem
Blinden die Sehkraft wiederzugeben, Lepra zu heilen und Tote wieder lebendig zu
machen. Gott sagt:
“und als du den Blindgeborenen und den
Weißgefleckten mit Meiner Erlaubnis heiltest und Tote mit Meiner Erlaubnis (aus
den Gräbern) herauskommen ließest.” (Quran 5:110)
Das Kind Jesus
Weder der Qur´an noch die Bibel berichten
von der Kindheit Jesu´. Wir können uns allerdings vorstellen, dass er als ein
Sohn der Familie Imrans ein frommes Kind gewesen sein muss, das sich voller
Hingabe dem Lernen gewidmet hat und darauf versessen war, die Kinder und
Erwachsenen um ihn herum zu beeinflussen. Nachdem Jesus in der Wiege
gesprochen hatte, erzählt der Qur´an sogleich die Geschichte, wie Jesus die
Figur eines Vogels aus Ton geformt hat. Er blies in sie hinein und mit Gottes
Hilfe wurde es ein Vogel.
“Seht, ich erschaffe für euch aus Ton die
Gestalt eines Vogels und werde in sie hauchen, und sie soll mit Gottes
Erlaubnis ein Vogel werden.” (Quran 3:49)
Das frühe Evangelium des Thomas, eine
Schriftensammlung verfasst von frühen Christen, die aber in der Doktrin des
Alten Testaments nicht akzeptiert worden war, erwähnt diese Geschichte
ebenfalls. Sie berichtet die Geschichte des Jungen Jesus, der Vögel aus Ton
formte und ihnen dann Leben einhauchte, etwas detaillierter. Auch wenn dies
fasziniert, glauben Muslime nur, was in Qur´an und in den Überlieferungen des
Propheten Muhammad von der Botschaft berichtet wird.
Muslime sind verpflichtet, an alle
Bücher zu glauben, die Gott der Menschheit offenbart hat. Allerdings ist
die Bibel, wie sie heute existiert, nicht das Evangelium, das dem Propheten
Jesus offenbart worden war. Die Worte und die Weisheit, die Jesus von Gott
gegeben worden waren, gingen verloren, wurden verborgen, verändert und verdreht.
Das Schicksal der Texte der Apokryphen, zu denen auch das Thomasevangelium gehört,
zeugt hiervon. 325 nChr versuchte der Eroberer Constantin die zersplitterte
christliche Kirche zu vereinen, indem er die Bischöfe aus der ganzen bekannten
Welt zu einem Treffen zusammenkommen ließ. Dieses Treffen wurde als das Konzil
von Nicaea bekannt, und das Erbe dieses Treffens war die Doktrin von der
Trinität, das zuvor nicht existiert hatte, und der Verlust von 270 bis 4000
Evangelien. Das Konzil ordnete die Verbrennung aller Evangelien an, die es
nicht wert seien, in die neue Bibel aufgenommen zu werden und das
Thomasevangelium war eines davon.
Allerdings überlebten Abschriften vieler Evangelien und obgleich
sie nicht in die Bibel aufgenommen wurden, besitzen sie historische Bedeutung.
Der Qur´an befreit uns
Muslime glauben, dass Jesus wirklich
Offenbarungen von Gott erhalten hat, aber er schrieb kein einziges Wort davon
auf, noch wies er seine Jünger an, etwas davon aufzuschreiben. Es
besteht kein Bedarf für einen Muslim, zu versuchen, die Bücher der Christen zu
beweisen oder zu widerlegen. Der Qur´an befreit uns von diesem Bedarf zu
wissen, ob die Bibel, die wir heute verwenden, die Worte Gottes enthält oder
die worte Jesu´. Gott sagt:
“Er hat das Buch mit der Wahrheit auf dich
herabgesandt als Bestätigung dessen, was vor ihm da war.” (Quran 3:3)
Und auch:
“Und Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir
herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm da war und darüber
Gewissheit gibt; richte also zwischen ihnen nach dem, was Gott herabgesandt hat.”
(Quran 5:48)
Alles, was für den Muslim an nützlichem
Wissen in der Thora oder dem Evangelium steckt, ist im Qur´an deutlich
beschrieben.
Wenn die Worte des Neuen Testaments mit denen des Qur´an
übereinstimmen, dann sind sie vielleicht Teil von der Botschaft Jesu´, die
nicht verdreht wurde oder im Laufe der Zeit verloren gegangen ist. Die
Botschaft Jesu´ war dieselbe wie die, die auch alle anderen Propheten Gottes
ihrem Volk vermittelten. Der Herr euer Gott ist Einer, darum betet Ihn Allein
an. Und Gott sagt im Qur´an über die Geschichte von Jesus:
“Wahrlich, dies ist die Geschichte der Wahrheit,
und keinem steht Anbetung zu ausser Gott, und der Eine Wahre Gott, Der weder
eine Frau noch einen Sohn hat. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allweise.”
(Quran 3:62)
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Jesus, Sohn Marias (teil 3 von 5): Die Jünger
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Beschreibung: Ein anderes von Jesus´Wundern wird beschrieben. Die wahre Bedeutung des Wunders des Abendmahls.
von Aisha Stacey (© 2008 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 16 Mar 2009 - Zuletzt verändert am 21 Oct 2010
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Kapitel 5 des Qur´an wird Al-Maidah (oder
Der Tisch ) genannt. Es ist eines der drei Kapitel im Qur´an, die sich
umfangreich mit dem Leben Jesu´und seiner Mutter Maria befassen. Die anderen
Kapitel sind Kapitel 3 Aali Imran (Die Familie Imran) und Kapitel
19, Maryam (Maria). Muslime lieben Jesus und ehren seine Mutter,
aber sie beten sie nicht an. Im Qur´an, von dem die Muslime
glauben, dass es die direkten Worte Gottes sind, genießen Jesus und seine
Mutter Maria sehr hohes Ansehen.
Wir wissen, dass Jesus viele Jahre unter
seinem Volk, den Israeliten, gelebt hat und diese wieder aufforderte, nur den
Einen, Einzigen Gott anzubeten, und er vollbrachte Wunder mit der Erlaubnis
Gottes. Die meisten von denen, die ihn umgaben, wiesen seinen Ruf zurück und missachteten
seine Botschaft. Jesus hatte allerdings eine Gruppe von Anhängern um sich
versammelt, die auf arabisch Al-Hawarijien (die Jünger Jesu´) genannt
werden.
Gott sagt im Qur´an:
“Und als Ich (der Gott) den Jüngern eingab, an
Mich und an Meinen Gesandten zu glauben, da sagten sie: "Wir glauben und
sei Zeuge, dass wir Muslime sind."” (Quran 5:111)
Die Jünger bezeichneten sich selbst als
Muslime; wie konnte dies sein, wo doch die Religion des Islam erst ungefähr 600
Jahre später offenbart wurde? Gott muss Sich auf die allgemeine Bedeutung des
Wortes "Muslim" bezogen haben. Ein Muslim ist jeder, der sich dem
Einen Gott ergibt und Ihm Gehorsam leistet, und jeder, der Gott und den
Gläubigen gegenüber treu und loyal ist. Die Worte Muslim und Islam kommen von
demselben arabischen Wortstamm - sa la ma – und zwar, weil Friede und
Sicherheit (Salam) in der Ergebenheit zu Gott innewohnen. Daher kann es
so verstanden werden, dass alle Propheten Gottes und deren Anhänger Muslime
waren.
Ein Tisch mit Speisen
Die Jünger Jesu´sprachen zu ihm:
“O Jesus, Sohn der Maria, ist dein Herr
imstande, uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabzusenden?” (Quran
5:112)
Baten sie Jesus, ein Wunder zu
vollbringen? Nannten sich die Jünger selbst Muslime und fühlten sich unsicher
über die Fähigkeit Gottes, Wunder durch Seinen Willen zu vollbringen? Es ist
unwahrscheinlich, denn dies wäre eine Tat des Unglaubens. Die Jünger
Jesu´fragten nicht, ob dies möglich sei, sondern ob Jesus Gott zu einer
bestimmten Zeit bitten wird, sie mit Essen zu versorgen. Allerdings könnte
Jesus es anders verstanden haben, denn er antwortete:
“Fürchtet Gott, wenn ihr Gläubige seid.” (Quran
5:112)
Als sie Jesus´ Reaktion darauf bemerkten,
versuchten sie ihre Worte zu erklären. Am Anfang sagten sie: “Wir wollen
davon essen.”
Möglicherweise waren sie hungrig und
wollten, dass Gott ihr Bedürfnis stillt. Gott zu bitten, uns mit Nahrung zu
versorgen, ist annehmbar, denn Gott ist der Versorger, der Eine, von Dem
jegliche Versorgung kommt. Die Jünger sagten dann weiter: “und unsere
Herzen sollen beruhigt sein.”
Sie meinten, dass ihr Glaube dann noch
kräftiger würde, wenn sie dieses Wunder mit ihren eigenen Augen gesehen hätten,
und dies wird durch ihre abschließende Aussage bestätigt: “und wir wollen
wissen, dass du in Wahrheit zu uns gesprochen hast, und wir wollen selbst dafür
Zeugnis ablegen.”
Obgleich es zuletzt erwähnt wird, waren
dies die wichtigsten Rechtfertigungen für ihre Bitte: die Wahrheit zu bezeugen
und die Wunder zu sehen, welche die Beweise unterstützen. Die Jünger baten den
Propheten Jesus, dieses Wunder mit dem Willen Gottes geschehen zu lassen, damit
sie es vor der gesamten Menschheit bezeugen können. Die Jünger wollten die
Botschaft Jesu´ verbreiten, indem sie von den Wundern berichteten, deren Zeugen
sie geworden waren und die sie mit eigenen Augen gesehen haben.
“Sie sagten: "Wir wollen davon essen, und
unsere Herzen sollen beruhigt sein, und wir wollen wissen, dass du in Wahrheit
zu uns gesprochen hast, und wollen selbst dafür Zeugnis ablegen." Da
sagte Jesus, Sohn der Maria: "O Gott, unser Herr, sende uns einen Tisch
(mit Speise) vom Himmel herab, dass er ein Fest für uns sei, für den Ersten von
uns und für den Letzten von uns, und ein Zeichen von Dir; und versorge uns,
denn du bist der beste Versorger.” (Quran 5:113-114)
Jesus bat um dieses Wunder. Er betete zu
Gott, darum bittend, dass ein Tisch mit Speisen herabgesandt würde. Jesus bat
ebenfalls darum, dass dies für alle von ihnen ein Fest würde. Das arabische
Wort, das im Qur´an dafür verwendet wird, ist ´Id, was ein Fest oder
eine Feier bedeutet, die wieder auftritt. Jesus wollte, dass seine Jünger und
diejenigen, die nach ihnen folgten, sich an den Segen Gottes erinnern und
dankbar sind.
Wir können vieles von den Bittgebeten
lernen, welche die Propheten und die rechtschaffenen Gläubigen gesprochen
haben. Jesus´ Bittgebet fragte nicht einfach nach einem Tisch mit Speisen,
sondern er bat Gott darum, sie mit Unterhalt zu versorgen. Er machte es
umfassend, denn Speise ist lediglich ein kleiner Teil der Versorgung, die der
Beste der Versorger zur Verfügung stellt. Versorgung von Gott umfasst alle Erfordernisse,
die zum Leben notwendig sind, einschließlich Nahrung, Unterkunft und Wissen,
aber nicht nur das. Gott antwortete:
“Siehe, ich will ihn (den Tisch) zu euch niedersenden;
wer von euch aber danach ungläubig wird, über den werde Ich eine Strafe
verhängen, mit welcher Ich keinen anderen auf der Welt bestrafen werde.” (Quran
5:115)
Wissen gleicht Verantwortlichkeit
Der Grund für Gottes bedingungslose
Antwort ist, dass wenn jemand ungläubig wird, nachdem er mit einem Zeichen oder
Wunder von Gott versorgt worden ist, ist es schlimmer, als nicht zu glauben,
ohne zuvor ein Wunder gesehen zu haben. Du könntest fragen, warum. Es ist so,
denn sobald man ein Wunder gesehen hat, hat man ein Wissen und Verständnis von
der Allmacht Gottes aus erster Hand erhalten. Je mehr Wissen eine Person hat,
desto größer ist auch ihre Verantwortung vor Gott. Wenn du die Zeichen gesehen
hast, dann wird die Verpflichtung, zu glauben und die Botschaft weiter zu
verbreiten, entsprechend größer. Gott hat die Jünger Jesu´ darauf aufmerksam
gemacht, dass wenn sie den Tisch mit Speisen erhalten, müssen sie sich der
Verantwortung bewusst sein, die sie damit auf sich genommen haben.
Der Tag mit dem Tisch wurde zu einem
Feiertag und zu einem Fest für die Jünger und die Anhänger Jesu´, aber im Lauf
der Zeit gingen seine wahre Bedeutung und die Wichtigkeit des Wunders verloren.
Schließlich wurde Jesus als Gott angebetet. Am Tag der Wiedererweckung, wenn
die ganze Menschheit vor Gott stehen wird, dann werden die Jünger eine große
Verantwortung zu tragen haben, weil sie die wahre Botschaft Jesu´ gekannt
haben. Gott wird direkt mit Jesus sprechen und sagen:
“O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den
Menschen gesagt: "Nehmt mich und meine Mutter als zwei Götter neben
Gott?" Er wird antworten: "Gepriesen seist Du. Nie könnte ich das
sagen, wozu ich kein Recht hatte. Hätte ich es gesagt, würdest Du es
sicherlich wissen. Du weisst, was in meiner Seele ist, aber ich weiss nicht,
was Du in Dir hegst. Du allein bist der Allwissende des Verborgenen. Nichts
anderes sagte ich zu ihnen, als das, was Du mich geheissen hattest: "Betet
Gott an, meinen Herrn und euren Herrn.’” (Quran 5:116-117)
Diejenigen von uns, die mit dieser wahren
Botschaft Jesu´ gesegnet waren, mit derselben, die von allen Propheten,
einschließlich der letzte Prophet Muhammad, verbreitet wurde, werden am Tag des
Gerichts ebenfalls eine große Verantwortung zu tragen haben.
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Jesus, Sohn Marias (teil 4 von 5): Starb Jesus wirklich?
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Beschreibung: Dieser Artikel hebt den muslimischen Glauben über Jesus und die Kreuzigung hervor. Er weist die Vorstellung zurück, dass ein "Opfer" nötig wäre, um für die Erbsünde der Menschheit zu zahlen.
von Aisha Stacey (© 2009 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 23 Mar 2009 - Zuletzt verändert am 23 Mar 2009
Gesehen: 4217 (Tagesmittelwerte: 4) - Bewertung: 3 von 5 - Bewertet von: 2 Gedruckt: 338 - Emailed: 2 - Kommentiert am: 0
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Es ist eine zentrale Vorstellung im
christlichen Glauben, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Sie repräsentiert die
Überzeugung, dass Jesus für die Sünden der Menschheit gestorben ist. Die
Kreuzigung Jesu´ ist eine vitale Doktrin des Christentums; Muslime aber weisen
sie vollkommen zurück. Bevor ich beschreibe, was Muslime von der Kreuzigung
Jesu´ glauben, könnte es sinnvoll sein, die islamische Sichtweise über die
Vorstellung von der Erbsünde zu verstehen.
Als Adam und Eva von dem verbotenen Baum
im Paradies aßen, wurden sie nicht von einer Schlange in Versuchung geführt. Es
war Satan, der sie täuschte und verführte, woraufhin sie ihren freien Willen
ausübten und ein Fehlurteil trafen. Eva trägt die Last dieses Fehlers nicht
allein. Beide, Adam und Eva, bemerkten ihren Ungehoram, er tat ihnen leid und
sie baten Gott um Vergebung. Gott hat ihnen in Seiner unendlichen Gnade und
Weisheit vergeben. Im Islam gibt es keine Erbsünde; jeder Mensch trägt die
Verantwortung für seine eigenen Taten selbst.
“Und keine lasttragende (Seele) soll die Last
einer anderen tragen.” (Quran 35:18)
Es gibt keinen Bedarf dafür, einen Sohn
Gottes oder auch nur einen Propheten Gottes für die Sünden der Menschheit zu
opfern, um Vergebung zu erkaufen. Der Islam lehnt solche Ansichten völlig ab.
Die Grundlage des Islam ruht darauf, mit Sicherheit zu wissen, dass wir nichts
anbeten sollten, als Gott Alleine. Die Vergebung geht von dem Einen Wahren
Gott aus; wenn also jemand Vergebung sucht, muss er sich Gott unterwürfig
zuwenden, ehrlich bedauern und um Vergebung bitten, er muss versprechen, die
Sünde nicht zu wiederholen. Dann und nur dann werden Sünden vergeben.
Im Licht des islamischen Verständnisses
von Erbsünde und Vergebung können wir sehen, dass der Islam lehrt, dass Jesus nicht
gekommen ist, um die Sünden der Menschheit auf sich zu nehmen; sondern sein
Ziel war, die Botschaften der Propheten vor ihm zu bestätigen.
“.. Und keiner hat das Recht auf Anbetung außer
Gott, der Eine und Einzige wahre Gott...” (Quran 3:62)
Muslime glauben nicht an die Kreuzigung
Jesu´, und sie gauben auch nicht, dass er starb.
Die Kreuzigung
Die Botschaft Jesu´ wurde von den meisten
Israeliten genauso wie von den römischen Autoritäten zurückgewiesen. Diejenigen,
die glaubten, bildeten eine kleine Gruppe von Anhängern um ihn herum, die seine
Jünger genannt werden. Die Israeliten schmiedeten Pläne und verschworen sich
gegen Jesus und planten, ihn zu ermorden. Er sollte öffentlich hingerichtet
werden, auf eine besonders grausame Art und Weise, die im Römischen Reich sehr
bekannt war: durch Kreuzigung.
Die Kreuzigung wurde als eine schändliche
Art zu sterben angesehen, und die "Bürger" des Römischen Reiches
waren von dieser Strafe ausgenommen. Sie wurde nicht nur vollzogen, um den
Grauen des Sterbens zu verlängern, sondern um den Körper zu verstümmeln. Die
Israeliten planten diesen unwürdigen Tod für ihren Messias – Jesus, den
Gesandten Gottes. Gott hat in Seiner unendlichen Gnade dieses scheußliche
Ereignis verhindert, indem Er jemand anderen als Jesus ähnlich erscheinen
lassen hat, und Er hat Jesus lebend, mit Körper und Seele, zum Himmel erhoben.
Der Qur´an schweigt über die Einzelheiten, wer genau diese Person gewesen ist, aber
wir wissen und glauben mit Sicherheit, dass es nicht der Prophet Jesus war.
Muslime glauben, dass der Qur´an und die
authentischen Überlieferungen vom Propheten Muhammad alles Wissen enthalten,
das die Menschheit benötigt, um Gott anzubeten und nach Seinen Anweisungen zu leben.
Wenn daher kleine Details nicht erklärt werden, dann weil Gott in Seiner
unendlichen Weisheit entschieden hat, dass diese Einzelheiten uns auch keinen
Nutzen bringen würden. Im Qur´an erzählt uns Gott mit Seinen eigenen Worten
von der Verschwörung gegen Jesus und Seinem Plan, die Israeliten zu überlisten
und Jesus zum Himmel zu erheben.
“Und sie schmiedeten eine List, und Gott
schmiedete eine List; und Gott ist der beste Listenschmied.” (Quran 3:54)
“Und wegen ihrer Rede: "Wir haben den
Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Gottes, getötet. Während sie
ihn doch weder getötet noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur
vorgetäuscht; und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im
Zweifel darüber; sie haben keine Kenntnis davon, sondern folgen nur einer
Vermutung; und sie haben ihn nicht mit Gewissheit getötet. Vielmehr hat Gott
ihn zu Sich erhoben, und Gott ist Allmächtig, Allweise.” (Quran 4:157)
Jesus starb nicht
Die Israeliten und die römischen
Autoritäten waren nicht in der Lage, Jesus zu schaden. Gott sagt deutlich,
dass Er Jesus zu Sich Selbst emporgehoben hat und reinigt ihn von den falschen
Aussagen, die über ihn gemacht werden.
“O Jesus, siehe, Ich will dich verscheiden
lassen und will dich zu Mir erhöhen und will dich von der falschen Aussage
(dass Jesus der Sohn Gottes sei) befreien.” (Quran 3:55)
Im vorangehenden Vers, wo Gott sagt, Er
werde Jesus nehmen, verwendet Er das Wort mutawaffieka. Ohne
Verständnis der reichen arabischen Sprache und Kenntnis der Stufen der
Bedeutung vieler Worte, ist es möglich, das, was Gott gemeint hat,
misszuverstehen. In der heutigen arabischen Sprache bedeutet das Wort
mutawaffieka manchmal Tot oder auch Schlaf. In diesem Qur´anvers
allerdings ist seine ursprüngliche Bedeutung gemeint und die Reichhaltigkeit des
Wortes bedeutet, dass Gott Jesus vollkommen zu Sich Selbst erhoben hat. Also
war er bei seiner Erhebung lebendig, Körper und Seele, ohne jegliche Verletzung
oder Schaden.
Muslime glauben, dass Jesus nicht tot ist
und dass er in den letzten Tagen vor dem Tag des Gerichts in diese Welt
zurückkehren wird. Der Prophet Muhammad sagte zu seinen Gefährten:.
“Wie werdet ihr sein, wenn der Sohn
Marias, Jesus, unter euch herabsteigt, und er wird unter den Menschen nach den
Gesetzen des Qur´an richten und nicht nach dem Gesetzen des Evangeliums.” (Sahieh
Al-Bukhari)
Gott erinnert uns im Qur´an daran, dass
der Tag des Gerichts ein Tag ist, dem wir nicht entgehen können, und Er warnt
uns, dass das Herabkommen Jesu´ein Zeichen seiner Nähe ist.
“Doch wahrlich, er (Jesus) ist ein Vorzeichen
der Stunde. So bezweifelt sie nicht, sondern folgt Mir. Das ist ein gerader
Weg.” (Quran 43:61)
Daher ist der islamische Glaube über die
Kreuzigung und den Tod Jesus´ klar und deutlich. Es gab eine Verschwörung, um
Jesus zu kreuzigen, aber sie hatte keinen Erfolg; Jesus starb nicht, er stieg
zum Himmel auf. In den letzten Tagen, die zum Tag des Gerichts führen, wird
Jesus in diese Welt zurückkehren und seine Botschaft fortsetzen.
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Jesus, Sohn Marias (teil 5 von 5): Leute der Schrift
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Beschreibung: Ein Überblick über einige Begriffe, die der Qur´an für Jesus und seine Anhänger von vor der Ankunft Muhammads verwendet: die "Bani Israiel", "´Issa" und "Leute der Schrift".
von Aisha Stacey (© 2008 IslamReligion.com)
Veröffentlicht am 30 Mar 2009 - Zuletzt verändert am 30 Mar 2009
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> Jesus
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> Glaubensinhalte im Islam
> Geschichten der Propheten
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Nach dem Lesen und Verstehen, was Muslime
über Jesus, den Sohn Marias glauben, können manche Fragen auftauchen oder
Dinge, die Erkärung bedürfen. Du könntest den Begriff "Leute der
Schrift" gelesen haben und dir nicht vollständig darüber klar sein, was
damit gemeint ist. Wenn du beispielsweise die verfügbare Literatur über Jesus
erforschst, könnte dir der Name ´Issa begegnet sein und du könntest dich
darüber wundern, ob Jesus und ´Issa ein und dieselbe Person gewesen
sind. Wenn du dich entschließt, ein wenig mehr nachzuforschen oder vielleicht
Qur´an zu lesen, könnten für dich folgende Punkte von Interesse sein.
Wer ist Issa?
´Issa ist Jesus. Vielleicht kommen
viele Leute wegen der unterschiedlichen Aussprache nicht darauf, dass, wenn
Muslime von ´Issa sprechen, sie damit eigentlich den Propheten Jesus meinen. Die
Schreibweise von ´Issa kann variieren – Isa, Esa, Essa und Eissa. Die
arabische Sprache wird ohne Vokale geschrieben, daher versucht jedes System der
Transliteration lediglich, den phonetischen Klang wiederzugeben. Egal, wie es
geschrieben wird, alle meinen Jesus, den Gesandten Gottes.
Jesus und sein Volk sprachen aramäisch,
eine Sprache aus der semitischen Sprachfamilie. Über 300 Millionen Menschen im
gesamten Mittleren Osten, Nordafrika und der Kapregion sprachen sie; zu den
semitischen Sprachen gehören unter anderen auch Arabisch und Hebräisch. Das
Wort ´Issa ist egentlich dem aramäischen Wort für Jesus näher – Eeshu. In
Hebräisch heisst es Yeshua.
Das Übertragen des Namens Jesus in
nicht-semitische Sprachen komplizierte die Angelegenheit. Es gab bis zum 14ten
Jahrhundert in keiner Sprache ein "J"; als
daher der Name Jesus in Griechische übersetzt wurde, wurde er zu Iesous und im
Lateinischen zu Iesus. Später wurden das "I" und das "J" ausgetauscht
und schließlich wurde der Name als "Jesus" in die romanischen
Sprachen übersetzt. Das "S" am Ende ist der griechische Indikativ,
der bei männlichen Namen auf "S" endet.
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Aramäisch
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Arabisch
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Hebräisch
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Griechisch
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Latein
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Deutsch
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Eeshu
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Eisa
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Yeshua
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Iesous
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Iesus
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Jesus
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Wer sind die Leute der Schrift?
Wenn Gott von den Leuten der Schrift
spricht, spricht Er hauptsächlich von Juden und Christen. Im Qur´an wird das
jüdische Volk Bani Israiel, wörtlich die Kinder Israels, genannt,
oder allgemein die Israeliten. Diese verschiedenen Gruppen folgen oder
folgten alle der Offenbarung Gottes, wie sie in der Thora und im Evangelium
offenbart worden war. Du kannst auch hören, dass Juden und Christen als "Leute
der Schrift" bezeichnet werden.
Muslime glauben, dass die von Gott
offenbarten Bücher vor dem Qur´an entweder im Altertum verloren gegangen waren
oder verändert und entstellt wurden, aber sie erkennen auch an, dass die wahren
Anhänger von Moses und Jesus Muslime gewesen sind, die dem Einen Gott mit
wahrer Demut gedient haben. Jesus, der Sohn Marias, kam, um die Botschaft von
Moses zu bestätigen und um die Kinder Israels zum geraden Weg zurückzuführen. Muslime
glauben, die Juden (Kinder Israels) haben die Botschaft und die Mission
Jesu´zurückgewiesen und die Christen haben ihm unrichtigerweise einen
göttlichen Status zugesprochen.
“O Leute der Schrift, übertreibt nicht zu
Unrecht in eurem Glauben und folgt nicht den bösen Neigungen von Leuten, die
schon vordem irregingen und viele irregeführt haben und weit vom rechten Weg
abgeirrt sind.” (Quran 5:77)
Wir haben in
den vorangegangen Teilen bereits darüber diskutiert, wie ausführlich der Qur´an
über den Propheten Jesus und seine Mutter berichtet. Allerdings enthält der
Qur´an auch zahlreiche Verse, in denen Gott direkt die Leute der Schrift
anspricht, insbesondere jene, die sich selbst als Christen bezeichnen
Den Christen
und Juden wird gesagt, sie sollen die Muslime nicht aus dem einzigen Grund
kritisieren, weil sie nur an den Einen Gott glauben, sondern Gott macht uns auf
die Tatsache aufmerksam, dass Christen (diejenigen, die den Lehren Christi
folgen) und Muslime viel gemeinsam haben, ihre Liebe und ihren Respekt für
Jesus und alle anderen Propheten eingeschlossen.
“... und zweifellos wirst du finden, dass die,
welche sagen: "Wir sind Christen" den Gläubigen am freundlichsten
gegenüberstehen. Dies (ist so), weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt
und weil sie nicht hochmütig sind. Und wenn sie hören, was zu dem Gesandten
herabgesandt worden ist, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen ob der
Wahrheit, die sie erkannt haben. Sie sagen: "Unser Herr, wir glauben, so
schreibe uns unter die Bezeugenden.” (Quran 5:83)
Wie Jesus, der Sohn Marias, kam auch der
Prophet Muhammad, um die Botschaft aller Propheten vor ihm zu bestätigen; er
rief die Menschen dazu auf, den Einen Gott anzubeten. Seine Mission
unterschied sich aber in einer Sache von der der früheren Propheten (Noah,
Abraham, Moses, Jesus und anderen). Der Prophet Muhammad kam für die
gesamte Menschheit, während die Propheten vor ihm speziell für ihre Zeit
und zu ihrem Volk gesandt worden waren. Die Ankunft Muhammads und die
Offenbarung des Qur´an vervollständigte die Religion, die den Leuten der
Schrift offenbart worden war.
Und Gott sprach im Qur´an zu Muhammad und
ersuchte ihn, die Leute der Schrift aufzurufen, indem Er sagte:
“Sprich (o Muhammad): "O Volk der Schrift,
kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Gott
allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die
anderen zu Herren nehmen außer Gott’” (Quran 3:64)
Der Prophet Muhammad sagte zu seinen
Gefährten und damit zur gesamten Menschheit:
“Ich bin von allen Menschen dem Sohn
Marias am nächsten, und alle Propheten sind Brüder, und es gibt keinen zwischen
mir und ihm.”
Und auch:
“Wenn ein Mann an Jesus glaubt und
dann glaubt er an mich, so wird er den doppelten Lohn erhalten.” (Sahieh
Al-Bukhari)
Der Islam
ist eine Religion des Friedens, des Respekts und der Toleranz, und er hat
gegenüber anderen Religionen eine gerechte und gnädige Haltung, insbesondere
gegenüber den Leuten der Schrift.
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