Der göttliche Wille des vollkommenen
Gottes
Adam bat um Vergebung für seine
Sünde und Gott akzeptierte sie von ihm. Ein anderer Punkt, der erwähnt werden
muss, ist, dass Gott die Menschen mit einem freien Willen geschaffen hat, und
Er wußte schon, dass die Menschheit sündigen würde. Aus diesem Grund kann von
keinem Menschen erwartet werden, perfekt zu sein, sondern im Gegenteil: Gott
weiß, dass sie sündigen werden. Was von den Menschen erwartet wird, ist, dass
sie ihre Sünden bereuen. Der Prophet, möge Gott ihn loben, sagte:
“Alle Kinder Adams machen
immer wieder Fehler, aber die besten von denen, die Fehler machen, sind
diejenigen, die bereuen.” (Ibn Maajah)
Der Prophet sagte ebenfalls:
“Bei Dem, in dessen Hand
meine Seele liegt (d.h. Gott), wenn ihr keine Sünden begehen würdet, würde Gott
euch beseitigen und eine andere Rasse entstehen lassen, die Sünden begeht. Sie
würden Gott um Vergebung bitten und Er würde ihnen vergeben.” (Sahieh Muslim
#4936)
Also sehen wir hier, dass Adams
Sünde Teil des Großartigen und Weisen Plans Gottes war und dass Gott ihm diese
Sünde vergab; und zu behaupten, Adam habe mit seiner Sünde gegen den allumfassenden
Willen Gottes verstoßen, ist eine Blasphemie gegen das Allumfassende Wissen, die
Kraft und den Willen Gottes. Das Christentum geht sogar so weit, zu behaupten,
Gott bereue die Schöpfung des Menschen! Gott jedoch ist frei von jeglichen
Mängeln, die die Leute Ihm andichten. In 1. Mose 6:6 lesen wir:
“da reute es Ihn, dass Er die
Menschen gemacht hatte auf Erden.”
Was bedeuten soll, dass Adam etwas
getan hat, das außerhalb dem Willen, der Kraft und dem Wissen Gottes stand, so
dass Gott die Schöpfung des Menschen bereute. Gott ist aber der Vollkommenste
und das sind auch Seine Taten, es gibt keinen Fehler und keine Nachlässigkeit
in ihnen; Er tut nichts, außer mit absoluter und vollständiger Perfektion und
Weisheit. Der Islam stimmt dieser Annahme auf keinen Fall zu, wie bereits
erwähnt, entspricht alles, was in der Geschichte Adams passiert ist, dem
vollkommenen Plan Gottes. Der Prophet sagte:
“Tatsächlich hat Gott alles
genau bewogen, fünfzig tausend Jahre vor der Erschaffung der Himmel und der
Erde.” (Al-Tirmidhi)
Gott erwähnt im Qur´an, was unter
den Engeln stattfand, als Er ihnen die Erschaffung des Menschen mitteilte und
hieran sehen wir, dass Gott alles bekannt war und Teil Seines Großartigen und
Göttlichen Planes darstellte, dass Menschen sündigen würden. Gott sagt:
“Und (erinnere dich) als dein Herr zu
den Engeln sprach: ‘Wahrlich, Ich werde auf der Erde einen Nachfolger einsetzen’,
sagten sie: ‘Willst Du auf ihr jemanden einsetzen, der auf ihr Unheil anrichtet
und Blut vergießt, wo wir doch Dein Lob preisen und Deine Herrlichkeit rühmen?’
Er sagte: ‘Ich weiß, was ihr nicht wisst.’” (Quran 2:30)
Aus diesem Vers geht ebenfalls
klar hervor, dass Gott die Menschen nicht als Unsterbliche erschaffen hat, und
dass der Tod vom Beginn ihrer Schöpfung an zu ihrem Schicksal gehörte. Was die
Konsequenzen der Sünde Adams angeht, also die Verbannung aus dem Paradiesgarten,
dies fühlten diejenigen, die nach ihm kamen und das ist ganz natürlich. Wenn
jemand betrunken ist und einen Autounfall verursacht, bei dem ein paar
Mitfahrer sterben, hat die Sünde des Fahrers Einfluss auf deren Tod, aber das
bedeutet nicht, dass die Mitfahrer für die Sünde des Fahrers verantwortlich
gemacht werden.
Der Unschuldige
Eine andere Frage, der wir
nachgehen müssen, ist das Schicksal derer, die kamen, bevor die Behauptung
auftauchte, dass Gott Mensch wurde und Sich Selbst für die Sünden der
Menschheit geopfert habe, ebenso wie das Schicksal derer, die nicht getauft wurden,
denn die Taufe ist das Ritual, das alle Christen verrichten müssen, um von der
Erbsünde befreit zu werden. Im christlichen Glauben werden alle Menschen vor
der Fleischwerdung Gottes, die Propheten und Kinder eingeschlossen,
normalerweise als sündenfrei betrachtet, aber sie sind nicht von der Erbsünde
Adams befreit und können daher nicht das Königreich der Himmel betreten; wie Augustine
sagte: “Glaubt nicht, sagt nicht und lehrt nicht, dass Kinder, die vor ihrer
Taufe sterben, die Vergebung der Erbsünde erhalten.” Noch vor kurzem wurden nicht getaufte Kinder nicht auf geheiligtem
Boden beerdigt, weil davon ausgegangen wurde, sie seien mit der Erbsünde
behaftet gestorben.
Wir wissen auch, dass die Verse im
apostolischen Glauben: “…und (Jesus) stieg hinab in die Hölle” bedeuten sollte, dass Jesus in die Hölle hinab gestiegen sei, um die
rechtschaffenen Seelen zu befreien, die dort wegen der Sünde Adams wären. Das
veranlasst uns zu der Annahme, dass all jene, die vor Jesus gekommen waren, in
die Hölle verbannt worden seien auch wenn sie Rechtschaffene waren. Paulus
erwähnte dies selbst in Galater:
“…Doch weil wir wissen, dass
der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird;... denn durch des
Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht.” (Galater 2:16)
Hier wird deutlich, dass das
Festhalten an den Befehlen Gottes nicht für die Errettung ausreicht, auch nicht
für jene, die vor Jesus waren. Dies gilt ebenfalls für diejenigen, die die
Nachricht vom Christentum nicht erreicht hat. Wir müssen uns fragen, warum die
Propheten vor Jesus nicht über die Vorstellung von der Erbsünde aufklärten?
Haben sie gelogen, wenn sie sagten, dass es genüge, dem Einen Gott zu dienen
und Seinen Befehlen zu gehorchen, um das Paradies zu erlangen? Warum kam Gott
nicht zur Zeit Adams und befreite die Menschheit von der Sünde, so dass die
Rechtschaffenen und die anderen nicht wegen seiner Sünden in der Hölle
verweilen müssen? Warum werden Kinder, die Menschheit vor Jesus und andere,
die nichts über das Christentum gehört haben, für Sünden zur Verantwortung
gezogen, die sie nie begangen haben und worüber sie kein Wissen haben, wie sie
sich davon befreien können? In Wahrheit ist diese Vorstellung von der “Erbsünde”
wie viele andere, von Paulus eingeführt und später von unterschiedlichen
christlichen Gelehrten und Versammlungen ausgeweitet worden.
“Das Alte Testament sagt nichts
über die Weitergabe einer erblichen Sünde auf die gesamte Menschheit…die
hauptsächliche schriftliche Bestätigung dieser Doktrin findet man in den
Schriften des heiligen Paulus...”
Dieses Konzept wurde dann von
Augustine von Hippo, einem der berühmtesten christlichen Gelehrten der
Geschichte, ausgeweitet. Die Grundlage dieses Konzeps ist, dass “die
vorsätzliche Sünde des ersten Menschen (Adam) der Grund für die Erbsünde war.” Das Zweite Konzil von Orange (529 nChr) erklärte: “Ein Mann hat der
gesamten Menschheit nicht nur den Tod des Körpers, was die Strafe für die Sünde
ist, sondern auch die Sünde selbst übertragen, was den Tod der Seele bedeutet.”
Die Vorstellung von der Erbsünde
hat keinerlei Grundlage in den früheren Schriften, die von den Christen als
göttlich betrachtet werden. Keiner der Propheten vor Jesus war bekannt dafür,
dieses Konzept gepredigt zu haben oder irgendeinen anderen Glauben oder
Rituale, die darauf gründeten. Die Errettung vor dem Höllenfeuer wurde
richtiger durch den Glauben an den Einen Gott errreicht und durch den Gehorsam
gegenüber Seinen Befehlen, wie alle Propheten predigten, einschließlich der
Prophet des Islam, Muhammad, möge Gott ihn loben.
Zusammenfassung
Im Islam ist der Schlüssel für die
Errettung der Glaube und die Anbetung des Einen Wahren, Einzigartigen und
Vollkommenen Gottes und der Gehorsam gegenüber Seinen Befehlen, dieselbe
Botschaft, die alle Popheten brachten. Der Islam lehrt, dass eine Person
rechtschaffen handeln und Sünden vermeidem muss, um das Paradies zu erreichen,
und wenn jemand sündigt, dann bereut er aus tiefstem Herzen bei Gott.
Hierdurch und durch die Gnade Gottes werden wir das Paradies erreichen. Der
Islam verbannt nicht alle zur Hölle, die bevor Muhammad seine Botschaft
verkündet hat, lebten; sondern jedem Volk hat derselbe Eine Gott einen
Propheten gesandt, und es war an ihnen, Seinen Befehlen zu folgen. Jene, die
von der Botschaft nichts gehört hatten, können nicht dafür verantwortlich
gemacht werden, dem Islam zu folgen, und Gott wird in Seiner Vollkommenen
Gerechtigkeit am Tag des Gerichts mit ihnen verfahren. Babies und Kinder
sowohl von Muslimen als auch von Nicht-Muslimen gleichermaßen genießen nach
ihrem Tod das Paradies. Aufgrund der unendlichen Gerechtigkeit Gottes:
“Und keine lasttragende Seele soll die
Last einer anderen tragen. Und Wir bestrafen nie, ohne zuvor einen Gesandten
geschickt zu haben.” (Quran 17:15)
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