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Der Islam weist die christliche Vorstellung
von der Erbsünde und der Behauptung, alle Menschen seien wegen der Taten Adams
als Sünder geboren, zurück. Gott spricht im Qur´an:
“Und keine lasttragende (Seele) soll die Last
einer anderen tragen.” (Quran 35:18)
Jeder Mensch ist für seine oder ihre Taten
verantwortlich und wird rein und frei von Sünden geboren. Adam und Eva haben
einen Fehler begangen, sie bereuten aufrichtig und Gott vergab ihnen in Seiner
unendlichen Weisheit.
“Da aßen sie beide davon, so dass ihnen ihre
Blöße ersichtlich wurde, und sie begannen, Blätter des Gartens über sich
zusammenzustecken. Und Adam befolgte das Gebot seines Herrn nicht und ging
irre. Hierauf erwählte ihn sein Herr und wandte Sich ihm mit Erbarmen und
Rechtleitung zu.” (Quran 20:121-122)
Die Menschheit hat schon immer Fehler
begangen und war achtlos. Wie war es aber möglich, dass Adam einen solchen
Fehler beging? Die Wahrheit ist, dass Adam keinerlei Erfahrung mit den
Einflüsterungen und Planungen Satans hatte. Adam hatte den Hochmut Satans
gesehen, als er sich geweigert hatte, den Befehlen Gottes zu gehorchen; er
wußte, dass Satan sein Feind war, aber er war nicht damit vertraut, Satans
Tricks und Plänen zu widerstehen. Der Prophet Muhammad sagte:
“Etwas wissen ist nicht dasselbe, wie
es sehen.” (Sahieh Muslim)
Gott sagte:
“So verführte er (Satan) sie durch Trug.” (Quran
7:22)
Gott prüfte Adam, damit er lernen und
Erfahrung sammeln konnte. Auf diese Weise bereitete Gott Adam für seine Rolle
auf der Erde als Statthalter und ein Prophet Gottes vor. Aus dieser Erfahrung
lernte Adam die große Lektion, dass Satan ein listiger, undankbarer und
verschworener Feind der Menschheit ist. Adam, Eva und ihre Nachkommen lernten,
dass Satan ihre Vertreibung aus dem Himmel verursachte.
Gott sprach zu Adam:
“Geht von hier allesamt hinunter (auf die Erde),
der eine von euch soll des anderen Feind sein! Und wenn Meine Führung zu euch
kommt, dann wird der, der Meiner Führung folgt, nicht zugrunde gehen, noch wird
er Unglück erleiden.” (Quran 20:123)
Der Qur´an belehrt uns, dass Adam daraufhin
einige Worte von seinem Herrn erhielt; ein Bittgebet zum Beten, das Gott um
Vergebung bat. Dieses Bittgebet ist sehr schön und kann verwendet werden, um
Gott für unsere Sünden um Vergebung zu bitten.
“Unser Herr! Wir haben gegen uns selbst gesündigt;
und wenn Du uns nicht verzeihst und Dich unser erbarmst, dann werden wir gewiß
unter den Verlierern sein.” (Quran 7:23)
Die Menschheit macht kontinuierlich Fehler
und tut Falsches und dann schaden wir nur uns selbst. Unsere Sünden und Fehler
haben nicht Gott geschadet, noch werden sie Ihm schaden. Wenn Gott uns nicht
vergibt und uns gnädig ist, dann sind wir es, die sicherlich zu den Verlierern
gehören werden. Wir brauchen Gott!
“‘Und es sei euch auf der Erde (nur) ein
Aufenthaltsort und eine Versorgung auf Zeit bestimmt." Er sprach:
"Auf ihr sollt ihr leben, und auf ihr sollt ihr sterben, und aus ihr
werdet ihr (wieder) hervorgebracht werden.’” (Quran 7:24–25)
Adam und Eva verließen den Himmel und
stiegen auf die Erde hinab. Ihr Abstieg war kein Abstieg der Entehrung; im
Gegenteil, er war würdig. In der deutschen Sprache kennen wir nur Singular
oder Plural für die Dinge; im arabischen ist das nicht der Fall. In der
arabischen Sprache gibt es Singular, dann eine extra grammatikalische
Zahlengruppe, die zwei bezeichnet. Plural sind drei oder mehr.
Als Gott sagte: "Geht von hier
allesamt hinunter", verwendete Er das Wort im Plural, dass andeutet,
dass Er nicht nur mit Adam und Eva alleine sprach, sondern Er bezog sich auf
Adam, seine Frau und seine Nachkommenschaft – die Menschheit. Wir, die
Nachfahren Adams, gehören nicht zu dieser Erde; wir sind hier für eine
begrenzte Zeit, wie mit den Worten "auf Zeit" angedeutet
wird. Wir gehören zum Jenseits und uns ist vorgeschrieben, unseren Platz
entweder im Himmel oder in der Hölle einzunehmen.
Die Freiheit zu Wählen
Diese Erfahrung war eine wesentliche
Lektion und Ausdruck des freien Willens. Wenn Adam und Eva auf der Erde leben
sollten, mußten sie sich vor den Tricks und den Plänen Satans in acht nehmen;
sie mußten auch die schrecklichen Folgen der Sünde verstehen und die unendliche
Gnade und Vergebung Gottes. Gott wußte, dass Adam und Eva von dem Baum essen
würden. Er wußte, dass Satan sie ihrer Unschuld berauben würde.
Es ist wichtig, zu verstehen, dass Gott,
obgleich Er den Ausgang der Ereignisse kennt, bevor sie geschehen und sie
zuläßt, beschleunigt Er sie nicht. Adam hatte den freien Willen und trug die
Konsequenzen seiner Taten. Die Menschheit hat einen freien Willen und ist
frei, Gott ungehorsam zu sein; aber es gibt Folgen. Gott lobt diejenigen, die
Seinen Befehlen gehorchen und verspricht ihnen großen Lohn, und Er verdammt
jene, die Ihm ungehorsam sind und warnt sie davor.
Wo Adam und Eva hinabgestiegen sind
Es gibt zahlreiche Berichte über das
Thema, wo auf der Erde Adam und Eva hinabgestiegen sind, obwohl keiner von
diesen aus dem Qur´an oder der Sunna kommt. Daran können wir erkennen, dass
der Ort ihres Abstiegs etwas Bedeutungsloses ist, und dieses Wissen hätte
keinen Nutzen für uns, wenn wir es besäßen.
Wir wissen allerdings, dass Adam und Eva
an einem Freitag auf die Erde hinabgestiegen waren. In einer Überlieferung, in
der er uns von der Wichtigkeit der Freitage informierte, sagte der Prophet
Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm:
“Der beste der Tage, an dem die Sonne
aufgegangen ist, ist Freitag. An einem dieser Tage wurde Adam erschaffen und
an einem dieser Tage wurde er auf die Erde hinabgebracht.” (Sahieh Al-Bukhari)
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